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Konzern der Superlative

Die Krake VW ist überall

Es gleicht einer Reise um die ganze Welt, wenn der VW-Konzern seine Absatzzahlen für 2012 präsentiert. Aber trotz des neuen Rekordes geben sich die Wolfsburger vor dem Beginn der großen US-Autoshow in Detroit für 2013 insgesamt zurückhaltend. Denn in Europa lauern weiterhin Gefahren.

So erwartet VW-Chef Martin Winterkorn, dass es auf dem alten Kontinent weiter hohe Überkapazitäten geben wird. "Man spricht von drei Millionen Autos", sagte der Firmenchef. Gleichzeitig blieb Winterkorn beim Ausblick für das eigene Unternehmen eher vage: Man werde versuchen, die Kapazitäten auszulasten und sei "nicht unzuversichtlich".

Insgesamt sprach Winterkorn am Sonntag vor Beginn der großen US-Automesse in Detroit beim Blick auf 2013 von "großen Herausforderungen, die vor uns liegen" und ließ sich auch kein Absatzziel für das neue Jahr entlocken.

Genaueres zum Europageschäft soll es übrigens erst bei der Jahresbilanz im März geben. Hier hat sich VW mit einem nahezu unveränderten Absatz von 3,67 Millionen Autos im vergangenen Jahr ohnehin besser geschlagen als viele andere europäische Hersteller.

Neuer Absatzrekord
Beim Blick auf die Wachstumszahlen der übrigen Märkte des Wolfsburger Konzerns wird aber klar, dass der mittlerweile auf zwölf Marken angewachsene Konzern kräftig wächst.

2012 wurden insgesamt 9,07 Millionen Fahrzeuge abgesetzt, ein neuer Absatzrekord. Damit dürfte der Konzern seinem Ziel ein Stückchen näher gekommen sein, bis zum Jahr 2018 größter Autohersteller der Welt zu werden. Aktuell liegen die Verkäufe noch knapp hinter denen von Toyota und General Motors.

Es boomt vor allem in China...
Wichtigster Markt ist für VW China. Dort wurde mit einem Absatzplus von rund einem Viertel auf 2,81 Millionen Fahrzeuge im vergangenen Jahr eine neue Bestmarke gesetzt. Dabei lag der Zuwachs sogar über dem des gesamten Marktes. China-Chef und Vorstandsmitglied Jochem Heizmann zeigte sich hoch zufrieden mit der Entwicklung und betonte: "Auch wenn wir künftig schwierigere Bedingungen für die Autoindustrie erwarten, wollen wir unsere führende Position in China behalten."

Was gehört alles zu VW?

Zwölf Marken befinden sich entweder komplett oder mehrheitlich unter dem Dach des VW-Konzerns. Neben der Kernmarke VW sind dies Audi, Skoda, Seat, Bentley, Bugatti und Lamborghini. Zudem die LKW-Bauer MAN, Skania und die leichten VW-Nutzfahrzeuge. Hinzu kommt der italienische Motorradbauer Ducati und seit August 2012 als jüngstes Familienmitglied der traditionsreiche Sportwagenhersteller Porsche.

... und auch in den USA

in Amerika hat der Konzern derweil mit mehr als 596.000 ausgelieferten Autos eine alte Bestmarke geknackt. Der Rekord stammt aus dem Jahr 1970, als vor allem der Käfer das Lieblingskind der Amerikaner war. Heute greifen die Käufer bei denen im Land gefertigten Modellen "Jetta" und dem auf US-Bedürfnisse zugeschnittenen "Passat" kräftig zu. Mehr als 600.000 Autos will Martin Winterkorn 2013 absetzen, wobei auch die Premium-Tochtermarke Audi in Amerika bestens läuft. Der Konzern-Marktanteil von rund vier Prozent zeigt aber, dass noch Luft nach oben besteht.

Im Kampf um die Gunst der Käufer wurde dabei das 100. Werk eingeweiht, das in Silao in Zentralmexiko steht und jährlich 330.000 TSI-Motoren produzieren soll. Martin Winterkorn wird die Produktionsstätte am Dienstag einweihen, die sich VW rund 400 Millionen Euro hat kosten lassen. Von Silao aus werden die Motoren ins mexikanische Puebla und in das neue Passat-Werk in Chattanooga gehen.

Stark vertreten in Mexiko und Brasilien

In Mexiko dominiert die Marke das Straßenbild schon länger, der Marktanteil liegt bei 17 Prozent. Noch dominanter sind die Wolfsburger in Brasilien mit einem Marktanteil von 21,4 Prozent. Hinter Fiat mit 23 Prozent liegt VW damit an zweiter Stelle. Das dortige Erfolgsmodell ist der "Gol", eine Variante zwischen Golf und Polo. Allerdings hat ein brasilianische Gericht in der vergangenen Woche den Rückruf von bis zu 400.000 Fahrzeugen des Konzerns verfügt, da es einen Verdacht auf vorzeitigen Motorenverschleiß gebe. Solche Rückrufaktionen sind für Autohersteller teuer und belasten das Image.

VW-Aktien gefragt

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
195.95
Differenz absolut
-2.60
Differenz relativ
-1.31%

Die Anleger haben den Wachstumskurs des Konzerns gebührend gewürdigt. Die im Dax enthaltene Vorzugsaktie ist seit dem Sommer kräftig vom Jahrestief bei 120 Euro auf ein Hoch von 179 Euro gestiegen. Noch deutlicher wird die Sache bei einer längerfristigen Betrachtung. Im Lehman-Tief Anfang 2009 kostet das Papier ganze 29 Euro, seitdem ging es fast nur bergauf. Am Montag wird die Aktie mit leichten Zugewinnen erwartet.

Stand: 14.01.2013, 08:46 Uhr

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