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Börsengeschichte

Wie war das damals eigentlich?

Die Exit-Erfahrungen der Bank of Japan

2006 war es schon einmal soweit. Eine Notenbank wagte den Ausstieg aus ihrer extrem expansiven Geldpolitik. Die Erfahrungen, die die Bank of Japan mit dem "tapering" gesammelt hat, schüren in der aktuellen Lage allerdings wenig Hoffnung.

Im März 2006 hatte die Bank of Japan (BoJ) ihren Ausstieg aus dem "Quantitative Easing" bekannt gegeben, weil sich die Wirtschaft belebte und die Deflation auf dem Rückmarsch war.

In nur drei bis vier Monaten hatte die Notenbank ihre Bilanzsumme erheblich reduziert. Begleitet wurde dieser historisch beispiellose Schritt durch diverse Geldspritzen, um den Interbanken-Markt vor dem Austrocknen zu bewahren.

Nikkei-Einbruch um 20 Prozent

"Der Exit der Bank of Japan bietet interessante Einblicke, was uns in den kommenden Monaten erwartet", meint Alain Bokobza, Analyst der Société Générale, ganz nüchtern. In einem aktuellen Paper hat er die Fakten aufgelistet:

  • der Nikkei-Index fiel ab April um 20 Prozent. Er nahm das Ereignis nicht vorweg, sondern reagierte eher gleichlaufend. Zuvor war er um 62 Prozent gestiegen
  • der Kurseinbruch war nicht von Dauer, sondern wurde in den Folgemonaten komplett wieder aufgeholt
  • das Exit wurde durch einen massiven Anstieg der Anleiherenditen begleitet, die Renditen für zehnjährige japanische Staatsanleihen kletterten um nahezu 100 Basispunkte von 1,1 auf 2,0 Prozent.

ag

Stand: 24.06.2013, 15:24 Uhr

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