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Dax-Prognose 2016

Kleine Bulle- und Bär-Figuren an der Frankfurter Börse

Dax-Prognosen wackeln

Die ersten Experten rudern zurück

Stand: 15.02.2016, 14:25 Uhr

Der Start ins neue Börsenjahr 2016 ist gründlich daneben gegangen. Erste Häuser reduzieren jetzt schon ihre Dax-Prognosen für das gesamte Jahr.

Zuletzt haben die Analysten der DZ Bank mit ihrem 2016er-Dax-Ausblick zurückgerudert. Lag die Messlatte für den deutschen Leitindex per Ende 2016 bisher bei genau 11.000 Punkten, sind die Genossen jetzt vorsichtiger geworden.

Analyst Christian Kahler prognostiziert nach seinen Berechnungen nun ein Jahresendziel von 10.300 Punkten. Für die Jahresmitte liegt das Ziel jetzt bei 9.800 nach zuvor 10.500 Punkten.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Kahler begründet seinen gestiegenen Pessimismus mit Sorgen über die Konjunkturentwicklung, zudem hätte der niedrige Ölpreisrückgang den Aktienmarkt zuletzt schwer belastet. Einen Trost aber hat der Experte immerhin: der Bodenbildungsprozess ist seiner Meinung nach weitgehend abgeschlossen.

Auch andere im Rückwärtsgang

Schon zuvor hatten sich die Experten der BayernLB zurückhaltender gezeigt. Vor allem der heftige Ölpreiseverfall hat auch den Bayern das Konzept durchkreuzt, so dass sie ihr Dax-Ziel von bisher 12.200 auf nunmehr 11.500 gesenkt haben.

wahrsagerin glaskugel. | Quelle: colourbox

Zwar konstatieren die Analysten, dass ihre Erwartung einer Fortsetzung der Erholung seit Oktober 2015 nicht aufgegangen sei. "Wir denken jedoch nicht, dass sich die Perspektiven an den Aktienmärkten grundsätzlich massiv verschlechtert haben, wenngleich es in Teilbereichen schwächere Entwicklungen als erwartet gab (z.B. US-Konjunktur und Unternehmensgewinne)", heißt es in einer Studie weiter. Mit ihrem neuen Kursziel gehört die BayernLB auch immer noch zu den größten Aktienbullen.

Mehr Bullen als Bären

Kurszielsenkungen für den Dax sind aktuell meist noch selektiv, die große Mehrheit der Häuser bleibt für die Entwicklung zuversichtlich. Ausgehend vom Dax-Schlussstand 2015 bei 10.728 Punkten rechnen fast alle Experten weiterhin mit Kursaufschlägen. Beim Blick in die Glaskugel gehen die Analysten von den geschätzten Gewinnen der Unternehmen aus und rechnen diese für den Index hoch.

Auch der Meister schwächelt

Goldman Sachs-Schriftzug, im Hintergrund die amerikanische Flagge

Goldman Sachs. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Mit den Prognosen ist es sowieso so eine Sache, nicht nur beim Dax. Auch die US-Investmentbank Goldman Sachs, deren "Ideen" für ihre Kunden meist marktbewegend sind, liegt 2016 bisher ziemlich schief. Fünf von sechs Wetten sind bisher nicht aufgegangen und mussten mit Verlust geschlossen werden, wie jetzt "Bloomberg" meldet.

Dabei ging es unter anderem um eine Währungswette auf den Dollar gegen einen Korb aus Euro und Yen. Stratege Charles Himmelberg realisierte jetzt einen Verlust von fünf Prozent. Auch andere Wetten von Schwellenländerwährungen gegeneinander gingen schief. Konkret setzten die Investmentbanker auf den mexikanischen Peso und russischen Rubel gegen den chilenischen Peso und den südafrikanischen Rand. Die Wette wurde mit einem Minus von 6,6 Prozent geschlossen.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
51,51
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Nicht mit Ruhm bekleckerten sich die Goldmänner auch bei der Prognose der Spread-Entwicklung zwischen italienischen und deutschen Staatsanleihen. Überhaupt, der Glaube an die Stärke des US-Dollars gegen andere Währungen ging nicht auf. Trotzdem ist man im Hause Goldman unbeirrt und weiterhin von der Richtigkeit der Strategie überzeugt. Die zunehmende Divergenz zwischen den Zielen der Notenbanken in Europa und Japan einerseits und der Fed andererseits spreche für den Dollar.

Goldmans derzeit wohl bekannteste Prognose ist aber wohl die für den Ölpreis. Bis auf 20 Dollar soll es mit der US-Sorte WTI bis Jahresende runtergehen. Mit dieser Aussage schockte Goldman die Märkte. Viele Analysten folgten und überboten sich förmlich mit immer niedrigeren Ölpreisen-Projektionen. Aktuell hat der Ölpreis seinen Abwärtstrend aber zumindest unterbrochen und sich stabilisiert.

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Pro und contra Aktienmarkt

Zwischen Konjunkturschwäche und Geldflut

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Pro: Geldflut ohne Ende

Eines der wichtigsten Argumente für einen weiteren Aktienboom liefern die Notenbanken - unermüdlich: Geld bleibt billig und im Überfluss, und gerade hat EZB-Präsident Mario Draghi noch einmal klar gemacht, dass die Zentralbank auch eine Ausweitung der Anleihe-Käufe erwägt, um die Geldschleusen offen zu halten.

rm

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