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Zehn Jahre Touch - die Entwicklung des iPhones Hightech aus Cupertino

Apple iPhone 2G

Apple iPhone 2G

Nach heutigen Standards ist das erste iPhone Schrott - 2007 war es eine Sensation. Das iPhone hatte als erstes Handy keine Tastatur und nur einen einzigen Knopf: Den Homebutton. Es war iPod, Handy und Internetgerät zugleich. Einziger Makel: Mit diesem iPhone hatte der Nutzer keinen Zugang zum UMTS-Datenfunk. Trotzdem, nur 74 Tage nach dem Verkaufsstart im Juni verkaufte Apple das einmillionste iPhone. Bei der Einführung seines ersten Handys lief beim Computerhersteller Apple aber nicht alles glatt.

Zehn Jahre Touch - die Entwicklung des iPhones Hightech aus Cupertino

Apple iPhone 2G

Apple iPhone 2G

Nach heutigen Standards ist das erste iPhone Schrott - 2007 war es eine Sensation. Das iPhone hatte als erstes Handy keine Tastatur und nur einen einzigen Knopf: Den Homebutton. Es war iPod, Handy und Internetgerät zugleich. Einziger Makel: Mit diesem iPhone hatte der Nutzer keinen Zugang zum UMTS-Datenfunk. Trotzdem, nur 74 Tage nach dem Verkaufsstart im Juni verkaufte Apple das einmillionste iPhone. Bei der Einführung seines ersten Handys lief beim Computerhersteller Apple aber nicht alles glatt.

Cisco Systems-Schriftzug vor einem Bürogebäude in San Jose

Zoff mit Cisco

Zu Beginn musste sich Steve Jobs mit Cisco um die Namensrechte streiten. Das Technologieunternehmen hatte mit der Übernahme von Infogear die Rechte an der Marke "iPhone" gekauft. Infogear hatte schon 1998 das erste "iPhone" entwickelt. Das war aber für zuhause oder das Büro produziert und nicht für die Hosentasche. Schon einen Monat nach der Einführung einigten sich Apple und Cisco aber darauf, dass beide den Namen weltweit nutzen dürfen.

iPhone 3G

iPhone 3G

Ein Jahr später brachte Apple das nächste iPhone heraus und begann mit der Tradition, jedes Jahr eine verbesserte Version vorzustellen. Der Namenszusatz "3G" wies auf die erste Verbesserung hin: Das zweite iPhone könnte den 3G Standard UMTS empfangen. Das GPS und der erste Appstore kamen hinzu. Mit dem zweiten iPhone zeigte das Modell erste schwerwiegende Schwächen: Nach nur einem Monat Benutzung klagten manche Kunden über feine Risse im Gehäuse. Ab diesem Modell hatte Apple zudem mit ersten Reaktionen der Konkurrenz zu kämpfen: Der Konzern erhob unzählige Patentklagen gegen seine Konkurrenten, wenn einzelne Modelle dem iPhone zu ähnlich waren.

iPhone 3GS

iPhone 3GS

Am 19. Juni 2009 begann Apple mit der nächsten Tradition, dem sogenannten "Tick-Tock"-System. Geplant war, alle zwei Jahre ein neues iPhone mit radikal veränderten Design herauszubringen und dazwischen immer ein "S"-Modell mit demselben Design, aber einem aufgerüstetem Innenleben. Das iPhone 3 GS hatte eine bessere Kamera, einen besseren Prozessor, einen doppelt so großen Arbeitsspeicher und zum ersten Mal eine Sprachsteuerung. In den ersten drei Tagen nach der Einführung wurden über eine Million iPhone 3 GS verkauft.

iPhone 4

iPhone 4

Das iPhone 4 war das letzte iPhone, das von Steve Jobs selbst vorgestellt wurde. Ein Jahr später starb er an seiner Krebserkrankung. Laut Jobs war die Entwicklung dieses Smartphones der größte Sprung seit dem ursprünglichen iPhone. Das Modell hatte ein kantiges Design mit gläserner Rückwand, eine größere Bildschirmauflösung, einen schnelleren Prozessor und wiederum einen doppelt so großen Arbeitsspeicher. Es hatte als erstes Handy ein "Retina Display". Apple leistete sich mit dem Handy einen peinlichen Fehler. Manche Nutzer klagten über Empfangsprobleme, wenn sie das Handy in der Hand hielten. Der Grund dafür: Die Antenne befand sich im Außenrand. Apple riet daraufhin tatsächlich, das Handy einfach anders zu halten oder eine Schutzhülle zu kaufen.

iPhone 4S

iPhone 4S

Am 14. Oktober 2011, neun Tage nach Steve Jobs' Tod, kam das iPhone 4S raus. Die Enttäuschung der Fans war groß: Über 15 Monate hatte es seit dem letzten iPhone bis zu diesem Modell gedauert. Und dann das: Kein wirklich neues Design, sondern nur eine Verbesserung des Innenlebens. Die lange Zeit zwischen den Modellen hatten die Medien genutzt, um Gerüchte zu streuen. Man glaubte an ein leichteres und dünneres Modell, einen größeres Bildschirm oder einen NFC-Chip (zum bargeldlosen Bezahlen). Das "Wall Street Journal" erwartete ein Mini-iPhone. Keines der Gerüchte bestätigte sich. Im Innern des iPhones hatte sich aber einiges getan: Das iPhone 4S hatte einen Dual-Core-Prozessor eine 8-Megapixel-Kamera, einen internen Speicher mit 64 Gigabyte und zum ersten Mal die Sprachassistentin Siri.

Menschenschlange vor Apple Store Frankfurt

Apple Store Frankfurt

Mit dem iPhone 5 kam es zu den ersten "Apple-Store-Campern". Schon Tage vorher kampierten die iPhone-Fans vor den Läden, um als erster das neue Modell in den Händen zu halten.

iPhone 5

iPhone 5

Am 21. September 2012 hatte diesmal ein wirklich neues Gerät, innerlich sowie äußerlich, seinen Verkaufsstart. Das iPhone 5 hatte eine vergrößerte Bildschirmdiagonale von vier Zoll. Es war deutlich dünner und hatte eine Aluminiumhülle. Damit erfüllte es zwei der Erweiterungen, die für seinen Vorgänger erwartet worden waren. Der Prozessor war schneller und der Arbeitsspeicher größer. Außerdem erreichte es den LTE-Funkstandard 4G und hatte einen kleineren Anschlussstecker als die vorherigen Modelle. Zudem baute Apple zum ersten Mal seinen eigenen Kartendienst ein. Blöderweise wollte dieser Autofahrer über Fughafenrollfelder führen oder schlug vor, bei der Caritas zu tanken. Das konnte dem Erfolg des Modells aber nichts anhaben. Apple verkaufte in den ersten drei Tagen über fünf Millionen Geräte.

Apple iPhone 5S (links) und 5C

Apple iPhone 5S (links) und 5C

Mit dem iPhone 5S gab es vor allem ein gravierendes neues Feature. Mit Hilfe eines eingebauten Sensors im Home-Button konnte man zum ersten Mal sein Handy nur mit seinem Fingerabdruck entsperren. Aber: Nach wenigen Tagen hackte der Chaos Computer Club den Sensor und zeigte, wie jeder Haushalt das problemlos selbst machen kann. Zusammen mit dem zweiten neuen Modell, dem 5C, wurden am ersten Wochenende über neun Millionen iPhones verkauft. Das 5C war wesentlich unbeliebter. Es hatte ein buntes Plastikgehäuse mit abgerundeten Kanten, allerdings weniger Speicherplatz. Das 5S war sehr viel hochwertiger, aber nur hundert Euro teurer, so dass nur 18 Prozent der Kunden sich für das günstigere der beiden Modelle entschieden.

Apple iPhone 6 und 6 Plus

Apple iPhone 6 und 6 Plus

Am 19. September 2014 bot Apple das erste Mal zwei verschiedene Größen seines neuen iPhones zum Verkauf an. Das iPhone 6 war ein Riesenerfolg und führte zu einem Absatzsprung. Monatelang kam Apple nicht mit der Produktion hinterher. Über zehn Millionen Handys wurden am ersten Wochenende verkauft. Was war neu? Die Geräte waren wesentlich dünner und hatten abgerundete Kanten. Es gab zum ersten Mal eine 128-Gigabyte-Version und einen NFC-Chip. Eine nicht zu verachtende Kritik: Das Handy ließ sich leicht verbiegen.

Das iPhone 6S und 6S Plus werden in San Francisco vorgestellt

Das iPhone 6S und 6S Plus werden in San Francisco vorgestellt

Beim iPhone 6S gab es 2015 eine neue Farbe. Apple-Liebhaber konnten sich das Smartphone auch in rotgolden zulegen. Ansonsten gab es die übrigen technischen Verbesserungen: Ein schnellerer Prozessor, ein größerer Arbeitsspeicher und eine bessere Kamera. Wirklich innovativ war der 3D-Touch, der auf unterschiedlich starken Druck reagiert. Wieder brach das Modell alle Rekorde. In den ersten drei Tagen wurden mehr als 13 Millionen Exemplare verkauft.

iPhone SE

iPhone SE

Im März 2016, nur sechs Monate nach dem letzten Modell, brachte Apple zum ersten Mal eine Special Edition auf den Markt. Das iPhone SE sah aus wie das Modell 5S, beinhaltete aber die Technik des 6S mit Abstrichen. Mit dieser Version ging Apple auf die Wünsche der Kunden nach einem kleineren Modell ein. Die Bildschirmdiagonale vom iPhone SE betrug nur vier Zoll. Dafür gab es aber kein einziges vergleichbares Handy in dieser Größe auf dem Markt.

iPhone 7

iPhone 7

Im September 2016 brachte die Veröffentlichung des neuen iPhones vor allem eines: Enttäuschungen. Erstmals gab es das dritte Jahr in Folge kaum eine Veränderung im Design. Die Verbesserungen stießen nicht gerade auf Euphorie: Die Kamera und die Lautsprecher waren besser, der Akku hielt länger und das Gerät war staub- und wasserdicht. Das iPhone 7 plus hatte zwei Objektive: Ein Weitwinkel- und ein Teleobjektiv. Die größte Veränderung war, dass es keine Ohrhöhrer-Buchse mehr gab, sondern einen Lightning-Anschluss. Außerdem gab es keinen Home-Button mehr, sondern eine Touch-Einbuchtung mit einem haptischen Feedback.

iPhone 7

iPhone 7

Beim iPhone 7 veröffentlichte Apple zum ersten Mal nicht die Verkaufszahlen des Modells nach den ersten drei Tagen. Die Begründung: "Die anfänglichen Verkäufe sind von den verfügbaren Stückzahlen abhängig, nicht von der Nachfrage, und wir haben entschieden, dass das für unsere Investoren und Kunden kein aussagekräftiger Wert mehr ist. Wir werden daher keine Zahlen fürs erste Wochenende herausgeben." Das gab der Konzern schon ein paar Wochen vor dem Verkaufsstart bekannt. Die Fans warten jetzt sehnsüchtig auf das iPhone 8, von dem sie sich wesentlich mehr erhoffen.

Steve Jobs stellt erstes iPhone 2007 vor

Steve Jobs erstes iPhone 2007

Am 7. Januar 2007 stellte Steve Jobs sein erstes iPhone vor. Wird das iPhone 8 so einschlagen wie das erste Modell? Die Fans erwarten zum zehnjährigen Jubiläum etwas ganz Besonderes. Schon direkt nach dem Verkaufsstart des iPhone 7 gab es erste Gerüchte. Mehreren Berichten zu Folge soll sich das Display über die gesamte Vorderseite des Smartphones erstrecken. Der Home-Button und die Kamera sollen in den Bildschirm integriert werden. Insgesamt soll Apple drei neue Modelle auf den Markt bringen: Das 7S, das 7S plus und das iPhone 8, ein "Luxus-iPhone". Die Displays sollen ähnlich wie bei der Samsung-Edge-Reihe abgerundet sein. Apple soll dafür aber nur 70 bis 100 Millionen Bauteile bestellt haben. Zu wenig für die gesamte Reihe. Es wird also gemunkelt, dass nicht jedes der drei Modelle das abgerundete Display haben soll.

iPhone 8

Gesichtserkennung

Angeblich könnte im neuen Luxus-Modell auch eine Gesichtserkennung oder ein Irisscanner integriert sein. Ein weiteres Gerücht ist, dass das neue Modell kabellos aufgeladen werden soll. Dafür spricht auch, dass Energous zuletzt bekannt gegeben hat, dass Ende 2017 ein Sender für kabelloses Laden ohne Matten produziert werden soll. Ende 2017 - das ist auch der Zeitraum, in dem das neue iPhone erwartet wird. Das US-Unternehmen Energous, das keine eigenen Produkte anbietet, sondern nur die Technologie und die Chips an Firmen liefert, nannte aber nicht den Namen des Konzerns, mit dem es zusammenarbeitet. Allerdings sprach der CEO Steve Rizzons von einem wichtigen Partner, einer der größten Elektronikfirmen der Welt. Er könne garantieren, dass man die Produkte des Unternehmens entweder mit sich herumträgt oder auf dem Schreibtisch oder zu Hause stehen hat. Das deutet stark auf Apple hin. Das alles sind aber nur Spekulationen. Wie immer bleibt es spannend, was sich Apple für sein neues Modell überlegt hat und ob es an den Erfolg des iPhone 6 anknüpfen kann.

Smartphone-User vor Apple-Logo

Apple

Viel wird also auf das Innenleben des neuen Super-iPhones ankommen, um die hohen Erwartungen zu erfüllen. Im Vorfeld gab es aber auch schon Rückschläge. Angeblich will Apple nämlich neben leistungsfähigen Modems von Qualcomm auch ein langsameres von Intel verbauen - denn in Cupertono will man nicht von einem einzigen Chip-Hersteller abhängig sein. Allerdings sind Intel-Modems mit einer Download-Bandbreite von 450 MBit/s langsamer als die von Qualcomm, die 1 GB/s schaffen. Deshalb, so der Insiderbericht, will Apple die Qualcomm-Aggregate drosseln, um keine unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf den Geräten zu haben. Im Prinzip richtig, bestätigen Fachleute, aber wohl ein akademisches Problem. Denn die meisten User werden die Tempo-Unterschiede gar nicht merken. Es fehlen nämlich schlicht die Netzkapazitäten, zudem dürften nur die teuersten Mobilfunkverträge die höchste Durchleitungsgeschwindigkeit anbieten. In Deutschland ist sie noch gar nicht zu haben. Trotzdem gab die Apple-Aktie nach der Meldung Anfang Juni nach.

Weltweiter Absatz von iPhones Q3/2007 bis Q4 2016

Weltweiter Absatz von iPhones

Das iPhone ist das wichtigste Apple-Produkt. Seit der Markteinführung hat es einen Absatzrekord nach dem anderen gesprengt. Bis zum zweiten Quartal 2016. Zum ersten Mal überhaupt waren die Zahlen rückläufig. Das iPhone 7, das zuletzt herausgebracht wurde, brachte keine Besserung. Durch den Rückgang der Verkaufszahlen seines wichtigsten Produkts machte der erfolgsverwöhnte Konzern viele Negativschlagzeilen. Alle Hoffnungen liegen auf dem neuen Modell, das im September vorgestellt werden soll.

iPhone Marktanteil am weltweiten Smartphone-Absatz

iPhone-Marktanteil am weltweiten Smartphone-Absatz

Mit dem iPhone 4S hat Apple seinen höchsten Marktanteil am Smartphone-Absatz erreicht. Von dem damaligen 23 Prozent kann der Konzern momentan nur träumen. Bis Ende 2016 musste er gute zehn Prozent einbüßen.

Apple-Aktie in den vergangenen zehn Jahren: Kursverlauf am Börsenplatz Nasdaq für den Zeitraum 10 Jahre

Apple-Aktie in den vergangenen zehn Jahren

Eine direkte Verbindung zwischen der Einführung eines neuen iPhones und dem Kurs der Apple-Aktie ist nicht auszumachen. Auffällig ist aber, dass der Kurs seit 2007 insgesamt sehr stark gestiegen ist. Kein Wunder, wenn die wichtigste Sparte des Konzerns so gut läuft.

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