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China

Makaken-Affen schauen in eine Richtung

Jahr des Affen

Die Affen machen an Chinas Börsen Rabatz

von Claudia Wiggenbröker

Stand: 08.02.2016, 08:22 Uhr

Derzeit sind Chinas Börsen geschlossen: Das Reich der Mitte feiert Neujahr. Nach dem traditionellen Mondkalender ist das Jahr des Affen angebrochen. Das verheißt allerdings tierischen Ärger für Anleger.

Momentan ist es ruhig auf dem chinesischen Aktienmarkt - zwangsläufig. In Hongkong erwacht die Börse erst wieder am Donnerstag zum Leben, in Shanghai wird die komplette Woche nicht gehandelt.

Momentan wird nicht gearbeitet, sondern gefeiert - und zwar das wichtigste Fest des Jahres: Die Chinesen begrüßen das neue Jahr - und zwar das des Affen. Es ist nach dem chinesischen Tierkreis benannt. Die Broker der Hongkonger CLSA sehen das Symbol allerdings mit Argwohn.

Der Affe läuft Amok

Die CLSA gibt in ihrem Feng Shui Index 2016 an, dass Unternehmen aus dem Segmenten Metall und Wasser im ersten Halbjahr erstarken werden. Auch Silber, Gold, Autos, Finanzen und der Maschinenbau werden florieren.

Dann wendet sich das Blatt laut CLSA allerdings: Besonders im letzten Quartal laufe der Affe Amok und ziehe die Kurse von Öl und Gas sowie Unternehmen aus Technologie und Telekommunikation mit sich. Der Primat habe nun einmal einen zwiespältigen Charakter und neige zu Gaunereien.

"Wir können nicht ausschließen, dass der schelmische Affe kurzfristig für eine erneute Volatilitätsphase sorgt", so William Fong vom Vermögensverwalter Baring Asset aus Hongkonh. Man möchte allerdings betonen, dass Volatilität auch Chancen schaffe. Dies gilt laut Fong besonders für langfristig orientierte Anleger: "Mit dem richtigen Ansatz könnten Anleger 2016 eventuell von der Magie im Jahr des Affen überrascht werden."

Einfluss aufs Sentiment?

Ob der Affe nun wirklich an der Börse wüten wird, lassen wir einmal dahingestellt. Allerdings: Der chinesische Aberglaube an übergeordnete Mächte ist stark. Dementsprechend scheint es denkbar, dass der Affe das Sentiment beeinflusst - die chinesischen Anleger könnten das schalkhafte Verhalten des Tiers in ihre Spekulationen mit einbeziehen.

Für den jetzigen Zeitpunkt stimmt es Analysten allerdings positiv, dass die chinesischen Börsen geschlossen sind.

Commerzbank-Stratege Chris-Oliver Schickentanz hält eine Marktberuhigung für möglich. Aus seiner Sicht ist für eine weitere Stabilisierung aber eine fortgesetzte Bodenbildung bei den Rohstoffpreisen vonnöten.

Wetten auf fallenden Yuan

Sean Darby von Jefferies sieht den chinesischen Yuan im Fokus. Mit einer einmaligen deutlichen Bewegung der Währung nach unten könnte am Markt ein stabiles Niveau gefunden werden, so Darby. Derzeit ist der Yuan mächtig unter Druck.

Im vergangenen Jahr hatte die chinesische Notenbank mehrfach für eine Abwertung der Währung gesorgt, um die schwächelnde Konjunktur und die einbrechenden Aktienkurse zu stützen.

Indes wetten diversen Hedgefonds auf einen weiter fallenden Yuan. George Soros, einer der bekanntesten Spekulanten der Wall Street, setzt bereits seit zwei Jahren erfolglos auf eine massive Abwertung. Mittlerweile folgen ihm auch andere Hedgefonds.

Übrigens...

Bei zukünftigen Eltern ist das Jahr des Affen sehr beliebt. Sie glauben, dass ihre Kinder selbstbewusst und schlau werden, wenn sie in diesem Jahr geboren sind.

Allerdings gab es zum Start des neuen Jahres bereits einen Wermutstropfen: Die chinesischen Bürger konnten es nicht ordentlich krachen lassen. In vielen Regionen wurde der Gebrauch von Böllern und Raketen begrenzt, um die starke Luftverschmutzung nicht weiter voran zu treiben. In Shanghai mussten Feierfreudige erstmals komplett auf die Tradition verzichten.

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