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Dell steigt bei EMC ein

Die 67-Milliarden-Dollar-Fusion

Stand: 12.10.2015, 16:03 Uhr

Jetzt ist sie offiziell, die größte Übernahme, die die Technologiebranche je gesehen hat. Mit dem Einstieg von Dell beim Speicherspezialisten EMC rückt die Branche weiter zusammen.

Sowohl EMC als auch Dell bestätigten am Montag die Transaktion. EMC-Aktionäre sollen danach 24,05 Dollar in bar erhalten sowie ein weiteres Papier, das den Wert der 80-prozentigen EMC-Beteiligung an der Software-Tochter VMware abbildet. VMware soll als eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen erhalten bleiben. Es sorgt dafür, dass Rechenzentren effizienter laufen und gilt als der wachstumstärkere Teil des EMC-Geschäftes.

Insgesamt läge der Wert eines EMC-Anteils damit bei rund 33,15 Dollar. Das ist rund ein Fünftel mehr als der Schlusskurs vom Freitag. Über ein Zusammengehen der beiden Unternehmen wurde bereits im Vorfeld spekuliert, nun kam die Bestätigung.

Banken mit im Boot

Offiziell wird in Aktien und in bar gezahlt. Dazu wollen Michael S.Dell, MSD Partners, Silver Lake und Temasek neues Aktienkapital begeben. Eine wichtige Rolle bei der Finanzierung spielen die Banken. Dell und sein Partner Silver Lake brauchen rund 40 Milliarden Dollar von den Kreditinstituten. Damit wird der Kaufpreis aus Barmitteln, Fremdmitteln und Aktien bezahlt. Weitere Details gibt es bisher noch nicht.

Michael Dell

Michael Dell. | Quelle: picture-alliance/dpa

Firmengründer Michael Dell hatte sein Unternehmen vor zwei Jahren in einer 25-Milliarden-Dollar schweren Transaktion von der Börse genommen. Dell hatte seinerzeit erklärt, das Unternehmen ohne den Druck der Börse besser sanieren zu können. Das neue Unternehmen, das nach Abschluss der Transaktion zu 70 Prozent Dell und seinen Partnern gehören soll, wird vom Firmengründer selbst geführt werden.

Neuer Großanbieter für Firmenkunden entsteht

EMC-Chef Joe M. Tucci

EMC-Chef Joe M. Tucci. | Bildquelle: Unternehmen

EMC ist zunächst als Speicherspezialist groß geworden, hat seine Geschäfte mittlerweile aber ausgedehnt. Dies, weil internetbasierte Cloud-Dienste dem Konzern zunehmend das Leben schwer gemacht haben. Neben VMware gehört auch der Sicherheitsspezialist RSA zum Portfolio. Mit der Übernahme erledigt sich zudem die Nachfolgeregelung für EMC, das immer noch vom mittlerweile 68-jährigen Joe Tucci geführt wird. Dieser plant schon seit einiger Zeit seinen Rückzug.

Dell leidet ebenfalls unter dem Vormarsch der web-basierten Anwendungen wie Smartphones oder Tablet-PCs. Diese sorgen dafür, dass die PC-Absätze kontinuierlich sinken. Auch die Einführung des neuen Microsoft-Betriebssystems Windows 10 hat diesen Trend zuletzt nicht stoppen können. Im dritten Quartal sanken die Verkäufe von Notebooks und Desktop-Rechnern im Jahresvergleich um 10,8 Prozent auf 71 Millionen Stück. Dies errechnete der IT-Marktforscher IDC. Deshalb will sich Dell nun zunehmend auf das Geschäft mit Firmenkunden konzentrieren. Mit der Fusion entsteht nun ein neuer Großanbieter für diesen Kundenkreis.

EMC steigt, VMware geben nach

Die beide an der New York Stock Exchange notierten Aktien von EMC und VMware reagieren unterschiedlich. EMC, die schon zuvor gut gelaufen waren, legen weitere 2,2 Prozent auf über 28 Dollar zu. VMware geben deutlich nach.

rm

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