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Technologie

Dialog Semiconductor-Prozessor für Highend-Desktop-Telefone

Gegenangebot offenbar "attraktiver"

Dialog: Milliarden-Übernahme geplatzt

Stand: 13.01.2016, 15:00 Uhr

Die geschundene Aktie des Chip-Spezialisten im TecDax macht am Mittwochnachmittag einen gewaltigen Satz aus der Minus- in die Pluszone. Es scheint, als werde aus der Übernahme des US-Konkurrenten Atmel nichts - und das freut die Anleger.

Nicht nur bei einigen Experten war der geplante Kauf des US-Rivalen Atmel durch Dialog Semcondutor eine große Belastung für das Unternehmen. Das sehen offenbar auch viele Anleger so. Anders ist der enorme Kurssprung am Nachmittag kaum zu erkären. Die Dialog-Aktie tauchte nicht nur aus der Minuszone auf, sondern setzte sich ruckartig an die TecDax-Spitze.

Noch ein paar Dollar mehr

Dialog Semiconductor: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
26,54
Differenz absolut
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+0,53%

Rund 3,6 Milliarden Dollar wollte Dialog für Atmel ursprünglich aufwenden, ein ziemlich hoher Preis, wie Beobachter finden. Und das scheint nun offenbar noch nicht genug zu sein, um bei Atmel zum Zug zu kommen. Denn das Objekt der Begierde ließ verlauten, das Konkurrenz-Angebot von Microchip Technology sei als "attraktiver" einzustufen.

Mitte Dezember war nur bekannt geworden, dass Microchip rund neun Dollar je Atmel bietet. Das würde einem Gesamtwert von etwa vier Milliarden Dollar entsprechen. Die Atmel-Aktie an der Nasdaq notiert derzeit bei 7,70 Dollar. Atmel bevorzuge das 3,42 Milliarden Dollar schwere Gebot der heimischen Microchip Technology, hieß es nun. Microchip bietet den Angaben zufolge je Atmel-Aktie sieben Dollar in bar sowie zusätzlich Microchip-Aktien im Wert von je 1,15 Dollar. Dialog sei über die Pläne und damit das Ende der Verhandlungen bereits am Dienstag informiert worden, erklärte Atmel.

Weniger Abhängigkeit erhofft

Dialog versprach sich vom Atmel-Kauf mehr Unabhängigkeit von wenigen großen Kunden - das Unternehmen gilt als Lieferant für das iPhone für Apple. Und mit ersten Sättigungs-Erscheinungen auf dem Smartphone-Markt, von denen auch Apple betroffen ist, ging es auch mit der Dialog-Aktie abwärts. Am Morgen noch hatte ein negativer Kommentar von JPMorgan dem Titel weiter zu schaffen gemacht. Die Experten rechnen mit leicht schrumpfenden Umsätzen im ersten Halbjahr. Das Kursziel von 25 Euro hatte Dialog prompt im Vormittagshandel ausgelotet - bevor dann die kleine Erleichterungsrally bis auf 29 Euro einsetzte.

AB

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