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Immobilien

Deutsche Wohnen bietet für GSW

Dieses Übernahmeangebot stößt nicht überall auf Begeisterung

Die Deutsche Wohnen will den Konkurrenten GSW schlucken. Das nötige Kleingeld für eine Übernahme hat die Deutsche Wohnen allerdings nicht in der Portokasse. Also müssen mal wieder die Aktionäre ran.

Die im MDax notierte Deutsche Wohnen will die Übernahme nämlich durch eine Kapitalerhöhung finanzieren. Für 20 Aktien der ebenfalls im MDax notierten GSW Immobilien AG bietet Deutsche Wohnen 51 eigene, neu auszugegebende Papiere. Bewertet wird das Eigenkapital der GSW mit 1,75 Milliarden Euro.

Die Übernahme knüpft Deutsche Wohnen an eine Bedingung: Mindestens 75 Prozent der GSW-Aktionäre sollen die Offerte annehmen.Die GSW kündigte an, sich im Laufe des Tages zum Übernahmeangebot zu äußern. Die Aktionäre der Deutsche Wohnen sollen dann Ende September über die Kapitalerhöhung entscheiden.

Vierte Kapitalerhöhung seit 2011

"Nicht schon wieder!", dürfte sich nun so mancher Aktionär der Deutschen Wohnen denken. Immerhin wäre dies die vierte Kapitalerhöhung seit November 2011. Erst im Januar 2013 hatte sich das Immobilienunternehmen am Kapitalmarkt frisches Geld beschafft. Den Aktionären der Deutsche Wohnen AG dürfte nun kurzfristig ein steiniger Weg bevorstehen, so der Kommentar eines Händlers.

Tatsächlich spricht die vorbörsliche Kursreaktion auf die Übernahmemitteilung Bände: Inhaber-Aktien von Deutsche Wohnen sacken zur Börseneröffnung um bis zu 5,1 Prozent ab auf 13,43 Euro.

Jubel bei GSW-Aktionären

Dagegen können GSW-Aktien zur Xetra-Eröffnung kräftig zulegen: Sie schießen bis zu 10,1 Prozent auf 34,64 Euro in die Höhe. Damit knackt die Aktie, die erst 2011 ihr IPO feierte, ihr altes Allzeithoch von 33,70 Euro locker.

Ob die Papiere der Deutschen Wohnen von der Übernahme mittel- bis langfristig profitieren können? Fest steht: Durch den Zusammenschluss entsteht eines der führenden Immobilienunternehmen Deutschlands.

Synergien im Visier

Zusammen besäßen GSW und Deutsche Wohnen 150.000 Wohnungen, vor allem im Großraum Berlin, und verfügten damit über ein Portfolio im Wert von etwa 8,5 Milliarden Euro. Erwartet werden zudem Synergien in Höhe von rund 25 Millionen Euro pro Jahr.

Zudem hoffen die Unternehmen auf eine Verbesserung der Ertragskraft: Die für Immobilienunternehmen wichtige Kennziffer FFO soll den Angaben zufolge im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen.

Was heißt FFO?

Die "Funds From Operations" (FFO) sind eine wichtige Ergebnisgröße in der Immobilienbranche, um die operative Geschäftsentwicklung zu beurteilen. Die Kennziffer setzt sich zusammen aus dem Ergebnis vor Abschreibungen und Steuern und den Gewinnen aus Verkäufen und Entwicklungsprojekten.

Die Zahl zeigt, wie viel Cash Flow im operativen Geschäft erwirtschaftet wird. Daran orientieren sich zum Beispiel die Dividendenausschüttung an die Aktionäre oder künftige Investitionen des Unternehmens.

ag

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