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Immobilien

Michael Zahn, CEO Deutsche Wohnen

"Hervorragend positioniert"

Deutsche Wohnen bekräftigt Kampfansage

Stand: 11.01.2016, 08:12 Uhr

Die Deutsche Wohnen hatte 2015 ein Rekordjahr und sieht sich auch für 2016 auf einem guten Weg. Wird das die Aktionäre des MDax-Konzerns davon überzeugen, die Offerte der Vonovia auszuschlagen?

"Wir haben unsere Ziele übertroffen und sehen uns für das Jahr 2016 hervorragend positioniert", so Deutsche Wohnen-Chef Michael Zahn. Zudem stellte er in Aussicht, dass die Ausschüttungsquote erhöht werden soll, um die Aktionäre "verstärkt am Unternehmenserfolg" teilhaben zu lassen.

Der Konzern konnte sein FFO um 38 Prozent auf 300 Millionen Euro steigern. Das NAV je Aktie werde um 27 Prozent auf 23 Euro steigen. Der Wert des Portfolios erhöhe sich nun auf 1,7 Milliarden Euro gegenüber 2014.

"Wir zeigen damit einmal mehr die Nachhaltigkeit und Stärke unseres Geschäftsmodells," so CEO Zahn.

Übernahme-Poker mit ungewissem Ende

Das klingt nach einer Kampfansage. Schließlich hat der Dax-Immobilienriese Vonovia ein Auge auf die Deutsche Wohnen geworfen - und ringt seit längerem darum, den zweitgrößten Wohnungsvermieter Deutschlands zu übernehmen.

Der wehrt sich allerdings dagegen: Die erwarteten Synergieeffekte seien nicht umsetzbar und das Potenzial einer unabhängigen Deutsche Wohnen erfolgsversprechender.

Im Dezember hatte das Management der Deutschen Wohnen den Aktionären dazu geraten, die Offerte von Vonovia nicht anzunehmen. Die Anteilseigner haben noch bis 26. Januar Zeit, sich zu entscheiden. Vielleicht hilft ja die Aussicht auf eine höhere Ausschüttung dabei, ein Urteil zu fällen.

LEG: "Ende der Fusionswelle"

Indes hat sich die LEG, Nummer 3 der Branche, zu den Übernahme-Diskussionen geäußert. Sie rechnet mit einem Ende der Fusionswelle in der Branche. "Die Investoren werden jetzt vermehrt auf Wertschaffung achten", so LEG-Finanzvorstand Eckhard Schultz gegenüber der "Börsen-Zeitung". Die in Aussicht gestellten Spareffekte von Zusammenschlüssen und Strategien würden hinterfragt. Es werde zunehmend diskutiert, ob die Geschäftsmodelle der Unternehmen zusammenpassen.

Das Immobilienunternehmen aus NRW stand im Herbst selbst kurz davor, von der Deutsche Wohnen übernommen zu werden. Doch dann kam Vonovia ins Spiel - und zerstörte mit einer Offerte von 14 Milliarden Euro die Übernahmepläne.

cw

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