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Dax-Schwergewicht unter Druck
Deutsche Telekom: Misstrauen steigt
Von ihrem Tiefstand bei 8,16 Euro im November letzten Jahres hatte sich die Telekom-Aktie gerade erst erholt. Doch nun erhöht sich der Druck auf das Papier wieder. Grund sind neue Hiobsbotschaften.
Die 9,00-Euro-Marke ist wieder passé
Dazu gehören die in dieser Woche wieder aufgeflammten Gerüchte über eine bevorstehendes Zusammengehen zwischen Vodafone und Kabel Deutschland. Sollte es tatsächlich zu einer Fusion zwischen beiden Firmen kommen, werde es für die Deutsche Telekom ungemütlicher, auch im deutschen Festnetzgeschäft, urteilt Equinet-Analyst Adrian Pehl.
Seit den ersten entsprechenden Spekulationen vor zwei Tagen hat die Telekom-Aktie vier Prozent an Wert verloren. Laut einem Bericht des "Manager Magazins" basteln die Briten an einem milliardenschweren Übernahmeangebot für Kabel Deutschland. Entschieden sei aber noch nichts.
Kein abwegiger Gedanke
Ganz abwegig ist der Gedanke aber auch nicht. Lasse sich mit dem Festnetz- und Handygeschäft doch kaum noch Geld verdienen, so die Fachleute. Deswegen habe sich Vodafone in neue Märkte eingekauft und bereits den größten britischen Kabelbetreiber Cable & Wireless geschluckt.
Ein weiterer Faktor für das Misstrauen der Anleger gegenüber der Telekom-Aktie sind Meldungen, wonach sich ein weiterer Großaktionär von MetroPCS gegen die Fusion mit der Telekom-Tochter T-Mobile USA ausgesprochen hat.
Widerstand in den USA
Nach dem Investor Schoenfeld erwäge nun auch der Hedgefonds Paulson & Co ein Nein. Beide Aktionäre argumentierten, dass das gemeinsame Unternehmen von MetroPCS und T-Mobile USA einen zu hohen Schuldenstand haben dürfte.
"Das klingt erst einmal so, als wollten die Investoren lediglich mehr herausschlagen. Aber das Risiko, dass es nicht klappt, ist etwas gestiegen", meint Equinet-Analyst Pehl. Die Fusion war Anfang Oktober angekündigt worden. Allerdings steht die Zustimmung der MetroPCS-Aktionäre noch aus und soll nach früheren Telekom-Angaben bis Ende März erfolgen.
Dividende gekürzt
Belastet hat die Telekom-Aktie auch die Ankündigung des niederländischen Konkurrenten KPN, wegen schrumpfender Geschäfte und hoher Investitionen in sein Netz Milliarden an frischem Geld hereinzuholen. Die Holländer planen eine Kapitalerhöhung im Volumen von vier Milliarden Euro.
Ein solcher Schritt steht der Telekom zwar derzeit nicht bevor. Doch auch hierzulande gehen die Geschäfte zurück und nötigen die Telekom zu neuen Investitionen. Dazu will der Dax-Konzern seine Dividende von zuletzt 70 Cent je Aktie ab dem kommenden Jahr auf 50 Cent kürzen. Damit ist es mit der üppigen Dividendenrendite bald vorbei.
Milliardeninvestitionen
Das Geld soll in den der Ausbau der Breitbandtechnik im Mobilfunk und im Festnetz gesteckt werden. Konzernchef René Obermann kündigte an, die Investitionen im kommenden Jahr auf fast zehn Milliarden Euro zu erhöhen. Zuletzt lag die Summe für Investitionen insgesamt bei 8,3 Milliarden Euro. Auch in den USA sind Milliardeninvestitionen nötig, falls es zu der geplanten Fusion zwischen T-Mobile und MetroPCS kommt.
Kein Wunder, dass die Anleger angesichts einer solchen Häufung von Unsicherheiten misstrauisch werden und sich aus der Aktie zurückziehen. Am Nachmittag gehört die T-Aktie mit Abschlägen von gut zwei Prozent zu den schwächsten Werten im Dax.
Stand: 15.02.2013, 13:55 Uhr
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