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Logistik

Flaggen der Deutschen Post AG, Deutsche Post DHL-Group und DHL

Wieder Licht am Horizont

Deutsche Post kriegt die Kurve

Stand: 09.03.2016, 09:15 Uhr

Die Post ist dabei, ihre Altlasten hinter sich zu lassen. Nach einem von vielen Problemen gekennzeichneten Jahr 2015 hört sich der Ausblick schon wieder viel besser an. Und eine Überraschung besonderer Art gibt es auch.

Denn der gelbe Riese hat schon am Abend seine Aktionäre mit der Ankündigung hoch erfreut, eigene Aktien im Volumen bis zu einer Milliarde Euro zurückkaufen zu wollen. Das Rückkaufprogramm habe eine Laufzeit von bis zu einem Jahr, die Aktien würden entweder eingezogen oder für langfristige Vergütungsprogramme verwendet, hieß es aus der Bonner Zentrale.

Gesenkte Prognose erreicht

So etwas kommt immer gut an der Börse an, bereits am Vorabend hatte die Post-Aktie im Dax zugelegt. Operativ hat der Konzern im Jahr 2015 seine zuvor gesenkte Gewinnprognose mit einem Ebit von 2,41 Milliarden Euro erreicht. Der Umsatz stieg im Gesamtjahr um 4,6 Prozent auf 59,23 (56,63) Milliarden Euro, die Dividende soll bei 0,85 Euro unverändert bleiben.

Deutsche Post: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
28,43
Differenz absolut
-0,01
Differenz relativ
-0,04%

Auf dem Papier steht zunächst mal ein deutlicher Gewinnrückgang, denn 2014 hatte das Logistikunternehmen noch 2,97 Milliarden Euro verdient. Aber die Tücken der Technik haben 2015 für ein böses Erwachen gesorgt. Auf fehlerhafte Datenverarbeitungssysteme der Frachtsparte musste der Konzern die Kleinigkeit von rund 500 Millionen Euro abschreiben. Die Post und ihre Partner IBM und SAP, immerhin zwei Weltkonzerne, haben es nicht geschafft, das System zum Laufen zu bringen. Bereits Ende Oktober hatte die Post die Aktionäre mit dieser unglaublichen Horrornachricht geschockt. Kein Wunder, dass Post-Chef Frank Appelt das Jahr 2015 vorsichtig ausgedrückt als "Übergangsjahr" klassifiziert.

Ausblick deutlich besser

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post, Frank Appel

Frank Appel Vorstandsvorsitzender Deutsche Post. | Bildquelle: colourbox.de

Aber Rettung naht, das tiefe Tal der IT-Tücken scheint durchschritten. Bereits im vierten Quartal 2015 ging es deutlich besser und auch für 2016 macht Frank Appelt den gebeutelten Anteilseignern große Hoffnungen. Im Schlussquartal profitierte der Konzern vom boomenden Weihnachtsgeschäft und fuhr ein über den Analystenerwartungen liegendes Ebit von 957 Millionen Euro ein nach 905 Millionen Euro im Vorjahr. Der Paketboom über den Online-Handel machts möglich.

Im laufenden Jahr will die Post das Ebit auf 3,4 bis 3,7 Milliarden Euro steigern (wenn die IT denn mitspielt). Rückenwind erhält der Konzern von der größten Portoerhöhung seit 30 Jahren für den Standardbrief. Der kostet seit Jahresanfang 70 Cent nach 62 Cent im Vorjahr. Glücklich, wer solche Preissteigerungen per Gesetzesverfügung mal so einfach durchsetzen kann. Frank Appelt will das Ebit bis zum Jahr 2020 zudem um acht Prozent jährlich steigern.

Aktie rappelt sich auf

Die Anleger haben in den vergangenen zwölf Monaten wenig zu lachen gehabt. Im April stand das Papier über 31 Euro und damit gut 30 Prozent höher als aktuell. Aber gestützt durch den nun wieder positiveren Ausblick nimmt die Aktie nun langsam wieder Fahrt auf. Vom Jahrestief vor einem Monat bei unter 20 Euro hat sie sich deutlich auf über 23 Euro befestigt. Auch am Morgen gehört sie im Dax zu den größten Gewinnern.

rm

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