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Konjunktur

Ifo-Geschäftsklimaindex

Ifo-Index: Lage verschlechtert, Aussichten verbessert

Deutsche Manager glauben an den Aufschwung

Stand: 23.02.2015, 10:29 Uhr

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Februar ganz leicht verbessert. Angesichts Griechenland-Krise und Ukraine-Krieg müsste man sagen: Gar nicht so schlecht! Für die Börse war es gleichwohl schlecht, das Ifo-Barometer kletterte nicht hoch genug.

Das vom Münchener Ifo-Institut ermittelte Geschäftsklimaindex stieg im Februar zwar den vierten Monat in Folge, allerdings nun nur noch marginal von 106,7 auf 106,8 Punkte. An den Finanzmärkten war mit einem deutlicheren Anstieg des Stimmungsbarometers auf 107,7 gerechnet worden.

Ifo hält Dax in Schach

Entsprechend erlitt der Dax, der zuvor einen neuen Rekord von 11.158 Punkten errungen hatte, einen kleinen Durchhänger. Er fiel nach der Ifo-Veröffentlichung auf 11.075 Punkte zurück. Der Euro fiel auf ein Tagestief von 1,1314 US-Dollar, war allerdings schon vor Bekanntgabe des Ifo stark unter Druck geraten.

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Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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"Die deutsche Wirtschaft zeigt sich robust gegenüber den geopolitischen Unsicherheiten", kommentierte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn die allmonatliche Umfrage seines Instuts unter 7.000 Führungskräften. Allerdings beurteilten die Manager ihre Lage etwas schlechter als im Vormonat. Der entsprechende Ifo-Teilindex fiel zurück von 111,7 auf 111,3. Volkswirte hatten im Schnitt mit 112,5 gerechnet.

Lage wird kritischer beurteilt

Ihre Aussichten beurteilten die Manager hingegen optimistischer. Der Teilindex der Geschäftserwartungen legte zu von 102,0 auf 102,5. Auch hier war etwas mehr erwartet worden, nämlich 103,0 Punkte.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Ralf Umlauf, Ökonom der Helaba, stuft die Zahlen - ungeachtet der verfehlten Konsensschätzungen - als solide ein. "Der vierte Anstieg in Folge untermauert zwar das Wachstumsszenario, angesichts der politischen Risiken in Europa wachsen die Geschäftserwartungen aber nicht in den Himmel." Weitere Expertenstimmen zur aktuellen Ifo-Umfrage: "Die Unsicherheit ist hoch"

Die gesunkenen Ölpreise und der schwächere Euro wirken derzeit wie ein zusätzliches Konjunkturprogramm für Europas größte Volkswirtschaft: Billigere Energie spart Unternehmen wie Verbrauchern viele Milliarden, während die Abwertung der Währung deutsche Waren in Übersee verbilligt. Rekordbeschäftigung und steigende Löhne schieben zudem den Konsum an.

Viele Ökonomen gehen inzwischen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um bis zu 2,0 Prozent wachsen kann. 2014 waren es 1,6 Prozent.

bs

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