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Hackerangriff aus China
Deutsche Firmen im Visier
Der Verfassungsschutz meldet immer mehr Angriffe ausländischer Nachrichtendienste. Neben der Bundesregierung sind zunehmend auch große Unternehmen von den Spionageversuchen betroffen. Das kostet Milliarden.
Spione haben deutsche Firmen im Blick
Wie mehrere Magazine berichten, stehen die Computersysteme des Kanzleramts, des Auswärtigen Amts und des Wirtschaftsministeriums in der Liste der ausländischen Hacker ganz oben auf der Liste. Das Interesse gilt der Finanz- und Energiepolitik. Auch deutsche Konzerne verzeichneten eine steigende Zahl von Angriffen aus China.
So habe es vor einigen Monaten "eine bemerkenswerte" Attacke auf die Rechner des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS gegeben, bestätigten Unternehmenskreise dem Spiegel. Offiziell spreche EADS von einem "Standardangriff" und schweige zu einem möglichen Schaden. Allerdings sei der Vorgang so gravierend gewesen, dass das deutsch-französische Unternehmen ihn der Bundesregierung gemeldet habe.
Angriff auf ThyssenKrupp "massiv"
Auch ThyssenKrupp beklagte dem Bericht zufolge Mitte 2012 Angriffe, die "massiv" waren und "eine besondere Qualität" aufwiesen. Der Essener Konzern hat den Angriff bestätigt. Demnach sei die Attacke "lokal in den USA" erfolgt. Ob und was die Eindringlinge möglicherweise kopiert hätten, lägen nicht vor. Die Adressen der Täter waren chinesisch.
Kreditkarten-Informationen von deutschen Kunden
Besonders dreist war ein Angriff auf den japanischen Elektronikriesen Sony im Frühjahr 2011 - genauer: auf das Playstation Network. Mit 77 Millionen betroffenen Kunden in 59 Ländern war es wohl einer der schwersten Datendiebstähle in der jungen Geschichte des Web 2.0. In der Folge wurde auch die Tochter Sony Online Entertainment Opfer von Cyber-Kriminellen. Dabei wurden vermutlich 25 Millionen Daten geraubt – darunter auch Kreditkarten-Informationen von deutschen Kunden.
Opfer von gezielter Wirtschaftsspionage
So genaue Erkenntnisse liegen aber längst nicht allen Firmen vor. So wies der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, im Focus darauf hin, dass sich betroffene Unternehmen oft nicht bewusst seien, "dass sie Opfer von gezielter Wirtschaftsspionage geworden sind". Vertreter westlicher Geheimdienste sehen China als die Nummer Eins bei der weltweiten Computerspionage. Dabei sei Deutschland "mit Abstand zu allen anderen Ländern das bevorzugte Ausspähungsziel", sagte ein Verfassungsschützer am Rande des Besuchs von Ministerpräsident Wen Jiabao im vergangenen Sommer in Berlin. Den Schaden, der deutschen Unternehmen durch Cyber-Kriminalität entsteht, beziffert der IT-Sicherheitsanbieter Symantec auf mehr als 24 Milliarden Euro pro Jahr.
Datenverlust und Umsatzeinbußen
Nach einer Studie des US-Computerkonzerns Hewlett-Packard kosten die Attacken durch Cyber-Kriminalität deutsche Unternehmen durchschnittlich 4,8 Millionen Euro pro Jahr. Damit liegt der Schaden hinter dem in den USA mit 6,9 Millionen Euro, aber noch vor Ländern wie Japan, Australien und Großbritannien. Die für die Studie untersuchten Organisationen verzeichneten im Schnitt mehr als eine erfolgreiche Attacke pro Woche. Die Folgen seien Datenverlust und Umsatzeinbußen. Im Schnitt brauchten die Unternehmen drei Wochen, um die Folgen eines Angriffs zu beseitigen.
Stand: 24.02.2013, 14:01 Uhr