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Eingang zur Deutschen Börse in Frankfurt

Milliardenschwerer Deal mit Nasdaq

Deutsche Börse trennt sich von Tochter

Stand: 10.03.2016, 08:53 Uhr

Erst die geplante Megafusion mit dem Londoner Rivalen LSE, nun wartet die Deutsche Börse wieder mit überraschenden Neuigkeiten auf. Die US-Tochter ISE soll an die Nasdaq gehen. Mit dem Verkauf füllt die Deutsche Börse ihre Kasse.

Der Verkaufspreis für die Optionsbörse ISE belaufe sich auf 1,1 Milliarden Dollar, teilte das Frankfurter Unternehmen gestern gegen 23 Uhr in einer Ad-hoc-Mitteilung mit. Nach der Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörden soll die Transaktion in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen sein. Der Börse winkt durch den Deal ein Gewinn im hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Aktie der Deutschen Börse bewegte sich zu Beginn dieses Handelstages allerdings kaum, sie legte geringfügig zu.

Börsenchef Carsten Kengeter erklärte, die Deutsche Börse wolle in allen ihren Geschäftsbereichen die Nummer eins oder zwei werden. "Wo wir dieses Ziel nicht erreichen können, evaluieren wir andere Optionen." Die Beteiligungen an Bats Global Markets und an Digital Asset Holdings wollen die Frankfurter behalten. 2007 hatten sie die International Securities Exchange (ISE) für knapp drei Milliarden Dollar gekauft.

Nasdaq baut ihre Marktposition aus

Doch das Geschäft lief bei der US-Tochter nie wie erhofft, auch bedingt durch den Ausbruch der Finanzkrise. Deshalb hatte sich schon im vergangenen Jahr Ex-Chef Reto Francioni grundsätzlich bereit gezeigt, die ISE wieder zu verkaufen. Ein Käufer, der einen akzeptablen Preis geboten hätte, hätte sich zunächst nicht gefunden.

Nasdaq 100: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
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Nasdaq-Chef Bob Greifeld erklärte, er habe schon seit Jahren Interesse an einem Kauf. Die Gespräche mit der Deutschen Börse seien aber erst in den vergangenen drei Monaten in Fahrt gekommen. Die Technologiebörse baut mit dem Zukauf ihre Position als amerikanischer Marktführer bei Optionsbörsen aus. Sie kommt künftig auf mehr als 40 statt bislang rund 25 Prozent des amerikanischen Handelsvolumens.

Durch den Deal erweitert die Deutsche Börse ihren finanziellen Spielraum im Fusionspoker um die London Stock Exchange. Mit dem Londoner Rivalen will man zum mit Abstand größten Börsenbetreiber Europas verschmelzen. Allerdings erwägt die amerikanische Börse ICE (nicht zu verwechseln mit der ISE!) ein Gegengebot.

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