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Börsenbetreiber

Ein Roboter in menschlicher Gestalt hält eine Waffe in der Hand

Konkurrenz im Kampf-Modus

Deutsche Börse: Geld schläft nicht!

Stand: 01.03.2016, 09:23 Uhr

Die Konkurrenz der Deutschen Börse ist hellwach. Der Börsenbetreiber ICE prüft eine Gegenofferte für den Londoner Marktplatz LSE, um die Fusion der Briten mit der Deutschen Börse zu torpedieren.

Das hat die ICE jetzt offiziell bestätigt. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg arbeitet der US-Börsenbetreiber bereits mit Banken und Beratern, darunter die Experten von Morgan Stanley, an den Details eines Gegengebots für die LSE.

Die amerikanische Firma sei sich dabei sehr wohl bewusst, dass es sowohl seitens der Politik als auch der beiden Unternehmen heftige Gegenwehr geben könnte, wollte man die europäische Hochzeit verhindern, so Insider.

Intercontinental Exchange (ICE)

Die ICE mit Sitz in Atlanta ist auf den elektronischen Handel von Optionen und Futures auf Elektrizität, Energie- und Agrarrohstoffe sowie Emissionen spezialisiert. Zur ICE gehören die Börsen ICE Futures in London (unter anderem Handelsplattform für die Ölsorte Brent), ICE Futures U.S. (früher New York Board of Trade), ICE Futures Canada, die Londoner Terminbörse LIFFE – und nicht zuletzt die New York Stock Exchange. Die ICE hatte die größte Wertpapierbörse der Welt 2012/2013 zu einem Preis von 8,2 Milliarden Dollar übernommen.

Geduld, Geduld

Doch man sei zum Schluss gekommen, dass die LSE-Aktionäre durch ein höheres Gebot von den Vorteilen einer Ehe mit den Amerikanern überzeugt werden könnten, betonte ein Insider.

Wer nun auf konkrete Zahlen gehofft hatte, sieht sich aber getäuscht. Die ICE werde nicht vor dem 22. März aktiv werden – bis zu diesem Tag muss die Deutsche Börse ein offizielles Gebot für die LSE einreichen.

London Stock Exchange: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Deutsche Börse: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Teure Übernahmeschlacht?

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ARD-Börse: Gegenwind für die Deutsche Börse?

Auch wenn also bislang keine offizielle Gegenofferte vorliegt und die ICE bis zum 22.März noch einen Rückzieher machen könnte: Plausibel wäre eine solche Gegenofferte allemal.

Denn selbst wenn die ICE damit keinen Erfolg haben sollte, hätte sie doch immerhin ein wichtiges Ziel erreicht: Den Kaufpreis für den Konkurrenten Deutsche Börse unnötig in die Höhe zu treiben.

Schwierige Frage

Carsten Kengeter sollte sich daher im Vorfeld genau überlegen, ab welchem Preis eine Übernahme der LSE noch lohnt und ob sie zum realisierbaren Preis tatsächlich noch einen "shareholder value" für die Aktionäre der Deutschen Börse bedeutet.

ag

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