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Banken

Zentrale der Deutschen Bank, Logo der Bangladesh Bank und der auffällige Schreifehler

Cyberattacke abgewehrt

Deutsche Bank vereitelt größten Bankraub der Welt

Stand: 11.03.2016, 11:16 Uhr

Das ist schon eine unglaubliche Geschichte. Ein simpler Tippfehler verhindert einen milliardenschweren Bankraub - der Deutschen Bank sei Dank.

Vorbei scheinen die Zeiten, in denen Bankräuber Tresore sprengen, Tunnel graben und dabei von schlechten Schwarz/Weiß-Kameras gefilmt werden. Eleganter geht es per Mausklick, wie jetzt Hacker wieder bewiesen haben. Trotzdem, die Sache ist dumm gelaufen. Protagonisten der filmreifen Geschichte sind die Nationalbank des südasiatischen Staates Bangladesch, die New Yorker Fed-Niederlassung und eben die Deutsche Bank.

Ein Milliardenraubzug

Wie Vertreter der Zentralbank von Bangladesch erklärten, war es den bisher unbekannten Tätern gelungen, das Sicherheitssystem der Bank zu knacken und Zugang zu den Zahlungsverkehrssystemen zu bekommen. Als Anfang Februar die Büros der Bank verlassen waren, schlug die große Stunde der Hacker.

Deutsche Bank-Schriftzug von den Doppeltürmen

Deutsche Bank. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Sie begannen nun, kräftig Geld auf ausgewählte eigene Konten zu überweisen. Dabei wiesen sie die New Yorker Fed-Filiale an, die für die Kollegen in Asien internationalen Zahlungen abwickelt, eine ganze Reihe von Transaktionen durchzuführen. 81 Millionen Dollar waren bereits verbraten und weitere 850 bis 870 Millionen Dollar sollten folgen. Es hätte ein milliardenschwerer Fischzug werden können.

Ein kleiner Fehler nur

Dann aber passierte ein kleiner, aber verhängnisvoll simpler Schreibfehler. Denn als Empfänger einer Zahlung wurde eine Stiftung (englisch: foundation) in Sri Lanka genannt. Statt "foundation" stand aber eine "fandation" auf der Überweisungsanweisung. Jetzt kommt die Deutsche Bank ins Spiel, die konkret für die Abwicklung zuständig war. Der Tippfehler fiel auf und auf Nachfragen bei der Zentralbank von Bangladesch wurde die Transaktion gestoppt.

Gebäude der FED in Washington

Hat die Fed gepennt?. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Auch der New Yorker Fed-Filiale waren die vielen Überweisungen schon aufgefallen. Denn die Amerikaner waren in Anbetracht der ungewöhnlich zahlreichen Aufträge hellhörig geworden und hatten ebenfalls Alarm geschlagen. Zudem sollte das Geld an private Empfänger gehen statt an andere Banken.

Ein Teil der 81 Millionen Dollar, die schon angewiesen waren, wurde ausfindig gemacht. Aber politisch wird die Sache wohl noch ein Nachspiel haben. Die Regierung wirft der Fed vor, zu spät reagiert zu haben. Erwogen wird eine Schadenersatzklage - was in Anbetracht des für europäische Maßstäbe völlig unverständlichen amerikanischen Schadenersatzrechts unter Umständen lukrativer sein kann als jeder Bankraub. Auch hier gilt: Tunnel zu graben ist wirklich völlig out.

rm

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