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Ausblick 2013

Deutsche Bank sieht Dax bei 8.000

von Alexander Schmitt

Die Deutsche Bank sieht für die Anleger die Zeit gekommen, wieder mutiger zu sein, sich wieder breiter aufzustellen. Vorausgesetzt, die Euro-Schuldenkrise und der US-Haushaltsstreit würden entschärft. Der Dollar gewinne an Stärke.

Deutsche Banktürme mit einer Lupe und dem Schriftzug Ausblick

Immerhin die Hälfte ihres Geldes sollen Anleger in Anleihen stecken, rät die Deutsche Bank

Deutsche-Bank-Chef-Anlagestratege Ulrich Stephan reiht sich ein in die Reihe der Optimisten. Er sagt beim Ausblick auf 2013: "Es wird Zeit, sich wieder breiter auszustellen." Die Anlagestrategie müsse nicht mehr ganz so konservativ sein. Chancen erkennt er bei den Finanztiteln, bei IT und Software sowie bei den Chemiewerten aus Europa. Den Unternehmen gehe es sehr gut, sie hätten extrem hohe Cash-Bestände und warteten auf mehr Sicherheit zum Investieren.

"Man muss erkennen, dass es besser wird"
Über die Rahmenbedingungen im nächsten Jahr sagt Stephan: "Es muss nicht alles ganz toll sein, dass der Aktienmarkt sich entspannt, man muss einfach erkennen, dass es besser wird." Die bestimmenden Themen für ihn sind der Haushaltsstreit in den USA und die Euro-Schuldenkrise. Rückendeckung bekommt er von Stefan Schneider, dem Leiter Makroökonomie Deutsche Bank Research. Der sieht den Tiefpunkt beim Wirtschaftswachstum in der Eurozone im ersten Quartal 2013 und erwartet eine "allmähliche Entschärfung".

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Beide sind auch zuversichtlich, dass das "fiscal cliff" (der US-Haushaltsstreit) umschifft werden kann. "Wir sehen zu zwei Dritteln eine Wahrscheinlichkeit, dass das gelingt", meint Schneider. Für diesen Fall erwartet Chef-Anlagestratege Stephan "positive Überraschungen" an den Börsen. Der Dax könne 2013 dann auch über die Marke von 8.000 steigen.

Anleihen mit weniger guter Bonität

Dr. Ulrich Stephan, Global Chief Investment Officer, Privat- und Geschäftskunden Deutsche Bank

Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank

Chancen für die Anleger erkennt er auch in Anleihen, insbesondere mit weniger guter Bonität. "Die Suche nach attraktiven Anlagen schiebt die Investoren langsam aber sicher die Risikoleiter hinauf", sagt Stephan. Empfehlenswert seien kurzlaufende Staatsanleihen aus Peripherieländern der Eurozone, Schwellenländer-Anleihen in lokalen Währungen oder auch Unternehmensanleihen.

Ein Drittel in Aktien investieren

Der oberste Anleger der Deutschen Bank geht davon aus, dass die Politik des billigen Geldes fortgeführt wird, dass die großen Notenbanken die Märkte weiter fluten und die Zinsen sowohl nominal als auch real negativ bleiben. "Das Thema wird uns länger begleiten als wir denken", sagt er beim Blick auf die Zinsen. Interessant als Beimischung für das Depot seien Rohstoffe wie Gold und Industriemetalle sowie Immobilien. Die Empfehlung lautet: ein Drittel in Aktien, knapp die Hälfte in Renten und den Rest in Immobilien und Cash investieren.

Weltwirtschaft wächst weiter

Für das kommende Jahr erwartet Ökonom Schneider ein weltweites Wirtschaftswachstum von 3,1 Prozent, also etwas mehr als in diesem Jahr. Wegen des verhaltenen Starts der deutschen Wirtschaft ins nächste Jahr sei hierzulande nur mit einem Plus von 0,25 Prozent bis Jahresende zu rechnen. Die europäische Wirtschaft schrumpfe um 0,2 Prozent. Als Wachstumslokomotive macht Schneider weiterhin Asien aus. Die chinesische Volkswirtschaft werde noch vier bis fünf Jahre mehr als acht Prozent zulegen.

Dollar gewinnt an Stärke

Wer sein Geld 2013 in Devisen investieren will, sollte laut Deutscher Bank auf den Dollar setzen. Der sei gegenüber dem Euro auf der Überholspur. Die europäische Gemeinschaftswährung tendiere von derzeit rund 1,30 US-Dollar in Richtung 1,20 US-Dollar. Als Gründe nennen die Ökonomen etwa das stärkere Wachstum, die Belebung auf dem Arbeitsmarkt und die zunehmende Unabhängigkeit der USA bei der Ölförderung.

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