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Personalabbau im großen Stil
Deutsche Bank rasiert Sal. Oppenheim
Deutschlands Bankenprimus will in der Vermögensverwaltung sparen. Das trifft auch die Tochter Sal. Oppenheim mit voller Wucht. Inoffiziell ist von einem Abbau von 500 Stellen die Rede.
Deutsche Bank auf Sparkurs in der Vermögensverwaltung - schlecht für die Tochter Sal.Oppenheim
Offiziell bleibt man vage: Es steht ein Jobabbau "in signifikantem Umfang" an, wie Sal. Oppenheim am Dienstagabend mitteilte. Zahlen nannte die Kölner Traditionsbank nicht, was mit den angelaufenen Gesprächen mit dem Betriebsrat begründet wird.
Radikalschlag, sozialverträglich?
Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete gestern vorab aus ihrer Mittwochausgabe unter Berufung auf Arbeitnehmervertreter, es sollten knapp 500 Mitarbeiter entlassen werden, nur 280 sollen übrig bleiben. Die Zeitung beruft sich auf mit den Vorgängen vertraute Informanten. Bis zum Ende des ersten Quartals 2014 solle der Stellenabbau vollzogen sein.
Während die Bank von einem "sozialverträglichen" Stellenabbau mit Augenmaß und in enger Abstimmung mit allen Betroffenen spricht, warnt ein Arbeitnehmervertreter: "In dieser kurzen zeitlichen Frist das unmöglich. Es wird zu betriebsbedingten Kündigungen kommen", fügte er hinzu.
Abspecken in der IT-Abteilung
Treffen soll der Stellenabbau dem Bericht zufolge vor allem nachgelagerte Jobs im so genannten "Backoffice" - etwa in der IT-Abteilung. Deren Jobs sollen im Zuge des Sparprogramms bei der Deutschen Bank künftig von Mitarbeitern des Mutterhauses übernommen werden. In den Unterlagen der Deutschen Bank für den Betriebsrat heißt es, Sal. Oppenheim solle künftig die "Infrastruktur der Deutschen Bank mitnutzen". Mit diesem Schritt werde die Tochter zu einer reinen Vertriebsplattform degradiert, heißt es aus dem Betriebsrat.
Die Deutsche Bank hat die einst stolze Kölner Privatbank, die früher mehr als 2000 Mitarbeiter beschäftigte, im Jahr 2010 gekauft. Sie wollte ihre Vermögensverwaltung damit stärken, was nicht gelang. Die Vermögensverwaltung ist aber seit Ausbruch der Finanzkrise und Eurokrise ein schwieriges Geschäft geworden, verunsicherte Kunden halten sich seither zurück.
Vermögensverwaltung auf Gewinn trimmen
Die Deutsche Bank räumt daher auf ihrer Großbaustelle Vermögensverwaltung radikal auf. Schon mehrfach hat sie versucht, ihre Vermögensverwaltung zu verkaufen. Das gelang nicht. Nun stellt der deutsche Branchenprimus die Sparte neu auf. Das Geschäft mit privaten und institutionellen Kunden wurde zur neuen Sparte Asset and Wealth Management (AWM) zusammengelegt. Der neue Chef des Bereichs, Michele Faissola, will eine "integrierte Plattform" schaffen, aktive und passive Produkte aus einer Hand anbieten und vor allem das Geschäft mit sehr reichen Privatkunden ankurbeln. Doppelstrukturen sollen beseitigt werden, damit AWM bis 2015 einen Vorsteuergewinn von 1,7 Milliarden Euro abwirft - mehr als doppelt so viel wie bisher.
Sal. Oppenheim soll im Konzern zwar weiter als eigene Marke erhalten bleiben. Doch Abspecken muss das Haus allemal: "In den kommenden 15 Monaten sollen Doppelungen in den Organisationsstrukturen von Sal. Oppenheim und Deutscher Bank überprüft und abgebaut werden", teilte die Privatbank mit. Wo möglich, soll die Infrastruktur der Mutter genutzt werden.
Fondsmanagement nur noch bei der DWS
Einzelne Bereiche sollen sogar vollständig in die Deutsche Bank integriert werden. So wird etwa ein Großteil der Publikumsfonds, bei denen Sal. Oppenheim das Portfoliomanagement bislang selbst machte, an die erfolgreiche Fondsgesellschaft DWS abgegeben. Damit dürfte aber noch nicht Schluss sein. "Alle Bereiche stehen auf dem Prüfstand", sagte eine mit den Überlegungen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. "Sal. Oppenheim muss einfach noch mehr für die Effizienz tun."
Stand: 21.11.2012, 10:41 Uhr