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Aktie zieht an
Deutsche Bank: Neues Duo begeistert die Investoren
Ihr Auftritt wurde am Markt sehnlich erwartet: Die beiden Top-Manager der Deutschen Bank, Anshu Jain und Jürgen Fitschen, haben am Mittag ihre "strategischen und finanziellen Ambitionen" vorgestellt. Anleger klatschen begeistert Applaus.
Die Aktie der Deutschen Bank, die am Vormittag noch im Minus dümpelte, zieht nach der Ad-hoc-Mitteilung zur künftigen Strategie von Deutschlands Bankhaus Nummer 1 mächtig an. Mit einem Kursplus von bis zu 1,9 Prozent auf 32,46 Euro schiebt sie sich binnen weniger Minuten an die Dax-Spitze und erklimmt ein neues Vier-Monats-Hoch.
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Dabei war das, was Jain und Fitschen da nach 100 Tagen im Amt zunächst zu verkünden hatten, keineswegs der große Wurf. Es ist eine Mini-Revolution, kein wirklicher Strategiewechsel. Allerdings kommt das neue Führungsduo den Investoren doch an der einen oder anderen Stelle merklich entgegen.
Sparkurs verschärft, keine Kapitalerhöhung
So will die Deutsche Bank ihren Sparkurs verschärfen und die Kosten bis 2015 jährlich um 4,5 Milliarden Euro senken. Erreicht werden sollen die Einsparungen unter anderem durch den Verkauf von etwa 40 Gebäuden und einem bereits verkündeten Personalabbau von 1.900 Stellen im Investmentbanking. Weitere Stellenstreichungen wollten Jain/Fitschen am Dienstag nicht ausschließen.
Kosteneinsparungen kommen an der Börse naturgemäß immer gut an. Da spielen die vier Milliarden Euro, die der Umbau und die Umsetzung des Sparkurses in den kommenden drei Jahren verschlingen werden, nur eine untergeordnete Rolle.
Für große Erleichterung am Markt sorgte zudem das neuerliche Bekenntnis von Jain/Fitschen, die Kapitalbasis organisch kräftigen zu wollen. Einige Marktbeobachter hatten eine Kapitalerhöhung befürchtet.
Beschleunigter Risikoabbau
Auch an anderer Stelle kommen Jain/Fitschen dem Markt entgegen. So wollen sie eine interne "Bad Bank" aufbauen mit Papieren, hinter denen Ende Juni noch Bilanzrisiken (RWA) von 135 Milliarden Euro steckten. Bis März 2013 soll davon bereits ein Drittel - 45 Milliarden Euro - abgebaut sein.
Die Deutsche Bank will damit ihren Eigenkapitalbedarf senken. Die harte Kernkapitalquote - Aktien und Gewinnrücklagen im Verhältnis zu den RWA - soll bis März 2013 auf acht Prozent steigen, bis Ende März 2015 sogar auf mehr als zehn Prozent. Analysten hatten die Kapitaldecke der Bank oft als zu knapp bemängelt.
Renditeziel eingedampft
Überdies hat der deutsche Branchenprimus am Dienstag eine durchschnittliche Eigenkapitalrendite von mindestens zwölf Prozent in Aussicht gestellt. Damit verabschiedete sich das neue Führungsduo endgültig vom Renditeziel seines Vorgängers Josef Ackermann, der noch eine Vorsteuerrendite von 25 Prozent angestrebt hatte.
Das ist aber keineswegs verwunderlich. Schließlich verlangt die Politik von den Banken, Stichwort Basel III, künftig mehr Eigenkapital. Mit anderen Worten: Selbst bei konstanten Gewinnen würde die Eigenkapitalrendite sinken. Branchenkenner hatten daher fest damit gerechnet, dass das Duo Jain/Fitschen das Renditeziel entsprechend eindampfen würde. Allerdings muss selbst das neue Renditeziel im gegenwärtigen Umfeld als ambitioniert gelten.
"Die angepeilte Nachsteuer-Eigenkapitalrendite von zwölf Prozent entspricht einer Vorsteuer-Rendite von 20 Prozent. Das ist ein guter Wert", kommentierte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research die neue Zielvorgabe.
Neue Anreizstruktur für Top-Manager
Dass die Deutsche Bank bei den Bonuszahlungen für ihre Manager künftig auf die Bremse tritt, spielte am Markt indes eine untergeordnete Rolle. Boni für das Topmanagement sollen länger gestreckt werden. "Vorgesehen ist eine Einmalzahlung nach fünf Jahren anstelle gestaffelter Auszahlungen über drei Jahre hinweg", erklärte der Konzern.
Darüber hinaus setzen Jain/Fitschen ein unabhängiges Expertengremium ein, das Struktur und Ausgestaltung der Vergütungspraxis überprüfen soll. Die Empfehlungen der Experten sollen schon die Jahresvergütung für 2012 beeinflussen.
Stand: 11.09.2012, 13:01 Uhr
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