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Aktien

Aus für Börsengang in letzter Sekunde

Deutsche Annington macht einen Rückzieher

Nach dem Gabelstaplerhersteller Kion wollte sich nun das Bochumer Immobilienunternehmen an die Börse wagen. Doch dann zog die Deutsche Annington gestern noch schnell die Notbremse.

Kurz vor Mitternacht kündigte das größte deutsche Wohnimmobilienunternehmen mit fast 200.000 Wohnungen an, den geplanten Börsengang zu verschieben. Ursprünglich war die Erstnotiz für Mittwoch geplant. Das Unternehmen begründete die Entscheidung mit "den anhaltend ungünstigen Marktentwicklungen".

ARD-Börse: Absage- Deutsche Annington sagt Börsengang ab

Offenbar war aber auch die Nachfrage nach den Aktien der Deutschen Annington zu gering. Das Wohnimmobilienunternehmen wollte bis zu 57 Millionen Aktien zum Preis von 18 bis 21 Euro losschlagen. Damit hätte die Gesellschaft 1,2 Milliarden Euro eingenommen. Mit dem Erlös wollte die Deutsche Annington ihre Schulden abbauen.

Alles andere als Betongold

Es hatten sich aber nicht genügend Investoren gefunden. Wenige Stunden vor dem Ende der Zeichnungsfrist hatte es nach Aussagen von mit dem Börsengang vertrauten Personen erst Kaufaufträge für rund 80 Prozent der Aktien gegeben.

Das Konsortium um die US-Investmentbanken JP Morgan und Morgan Stanley wollte die Aktien noch in letzter Minute loswerden. Vergeblich. Selbst eine Reduzierung des Emissionsvolumens auf 650 Millionen Euro hätte den Börsengang nicht retten können, sagten beteiligte Banker.

GSW Immobilien: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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35.84
Differenz absolut
0.17
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+0.48%
TAG Immobilien: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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9.10
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Gagfah: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Ein Dämpfer für alle Titel aus der Immobilienbranche

Wann und ob es überhaupt einen neuen Versuch geben soll, ließ das Unternehmen offen. In jedem Falle habe der jetzt abgeblasene Börsengang keine Auswirkungen auf die Strategie der Deutschen Annington, beteuerte Vorstandschef Rolf Buch: "Wir verfügen über eine starke finanzielle Basis und werden unser operatives Geschäft weiter vorantreiben einschließlich des von uns geplanten Investitionsprogramms." Das Bochumer Unternehmen will mit 800 Millionen Euro einen Teil seiner Wohnungen altersgerecht umbauen.

Der Rückzieher der Deuschten Annington setzte im vorbörslichen Handel die Aktien der Konkurrenz unter Druck. Die Titel von Gagfah, GSW Immobilien und TAG Immobilien gaben etwas mehr als der Gesamtmarkt nach.

um

Stand: 03.07.2013, 08:01 Uhr

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