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John Cryan

Geschäftsbericht veröffentlicht

Deutsche Bank: Weniger Geld für den Vorstand

Stand: 11.03.2016, 14:02 Uhr

Mit ihren Millionengehältern gehören die Vorstände der Deutschen Bank weiterhin zu den Spitzenverdienern. Dennoch mussten sie im vergangenen Jahr empfindliche Abschläge hinnehmen. Besser erging es den Commerzbank-Kollegen.

Deren Chef, Martin Blessing, kassierte im vergangenen Jahr unter dem Strich 1,7 Millionen Euro und damit gut sechs Prozent mehr als für 2014, wie aus dem heute veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht. Der Gesamtvorstand der Commerzbank bekam nach 7,6 Millionen Euro für 2014 nun rund 8,5 Millionen Euro ausgezahlt, also zwölf Prozent mehr. Privatkundenvorstand Martin Zielke, der Blessing Anfang Mai als Vorstandschef ablöst, erhielt knapp 1,2 Millionen Euro.

Ganz anders bei der Deutschen Bank. Dort sackte die Gesamtvergütung des Top-Managements im vergangenen Jahr um 36 Prozent auf 22,7 Millionen Euro ab. Der Aufsichtsrat hatte bereits im Januar beschlossen, den Vorständen den Bonus für 2015 zu streichen. Wegen hoher Abschreibungen und neuerlicher Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten hatte der Konzern einen Verlust von 6,8 Milliarden Euro verbucht.

Schwieriges Quartal erwartet

Der neue Co-Chef John Cryan erhielt für seine ersten sechs Monate an der Bank-Spitze 1,9 Millionen Euro. Er hatte Anshu Jain zur Jahresmitte abgelöst. Jain erhielt ebenfalls 1,9 Millionen Euro. Der zweite Co-Chef, der noch bis Mai amtierende Jürgen Fitschen, erhielt 3,8 Millionen Euro nach 6,7 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Insgesamt stieg die Gesamtvergütung für alle Mitarbeiter im Konzern von 10,0 auf 10,5 Milliarden Euro. Den Bonuspool allerdings kürzte das Institut um 17 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Das trifft vor allem die Investmentbanker.

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Ob die Vergütungen der Vorstände in diesem Jahr wieder ansteigen, bleibt abzuwarten. Die Voraussetzungen dafür stehen eher schlecht. In ihrem heute veröffentlichten Geschäftsbericht bereitet die Deutsche Bank ihre Anleger abermals auf schwache Zahlen vor.

Hohe Volatilität dürfte anhalten

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"Das für gewöhnlich starke erste Quartal droht in diesem Jahr für die gesamte Branche schlecht auszufallen. Die Deutsche Bank ist hier keine Ausnahme", schreibt die Bank. Grund seien die großen Schwankungen an den Märkten zu Jahresbeginn. Das dürfte vor allem das wichtige Kapitalmarktgeschäft belastet haben.

Auch die Commerzbank stellt sich auf ein schwieriges Jahr ein. "2016 dürfte es eine unverändert hohe Volatilität an den Kapitalmärkten und weitere Belastungen aus dem Niedrigzinsumfeld geben", erklärt die Bank bei der Vorlage ihres Geschäftsberichts.

Weitere Verkäufe in Aussicht

Eine konkrete Prognose für das laufende Geschäftsjahr wagte die Deutsche Bank erwartungsgemäß nicht. 2015 hatte unter dem Strich ein Rekordverlust von fast sieben Milliarden Euro zu Buche gestanden, weil der neue Vorstandschef John Cryan radikal die Bilanz aufräumte. Auch 2016 ist nach früheren Angaben ein Übergangsjahr.

Derweil berichtet die Agentur Bloomberg, dass die Deutsche Bank beim geplanten Schrumpfkurs im Investmentbanking Fortschritte macht. In den nächsten Monaten könnte der komplette Handel mit Kreditausfallversicherungen verkauft sein. Das Institut verhandele derzeit mit den US-Banken JPMorgan, Goldman Sachs und Citigroup über das letzte noch verbliebene Paket, das ursprünglich Kreditausfälle über rund eine Billion Euro absichern sollte. Die Banken wollten sich auf Anfrage dazu nicht offiziell äußern.

lg

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