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"The Place to be"

Dax wird 2013 erstarken

von Bettina Seidl

Der Dax ist momentan noch nicht die beste Anlageempfehlung. Aber im nächsten Jahr ist er laut Prognose der DZ Bank "the place to be". Anleger sollten sich schon bald bereit machen. Vielleicht gibt es ja sogar eine kleine Jahresendrally.

Die Investmentstrategie der DZ Bank: Der Dax ist 2013 "The Place to Be" auf Jahressicht. Errechnet wurde ein Fair Value-Korridor - mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis in einer Bandbreite von 1,2 bis 2,2.

Die DZ Bank hält eine kleine Rally zum Jahresschlusspurt für durchaus denkbar. Zumindest aber dürften die letzten Tage des Jahres gute Einstiegsmöglichkeiten bieten. 2013 ist der Dax für Christian Kahler, den Chefanlagestrategen der DZ Bank, dann aber definitiv erste Wahl. Vorerst hält er noch den breiter gefassten Euroraum für attraktiver, schätzt daher den Stoxx 600 als die bessere Alternative ein. Er hebt das Gewinnwachstum hervor und die gute Dividendenrendite. Doch auf Jahressicht ist der Dax zu empfehlen.

Dax günstig bewertet - Potenzial bis 7.800

Kahler lobt die deutschen Unternehmen. Nicht nur wegen des "gesunden Mix" bei den Exporten. "Sie sind auch ansonsten gut aufgestellt, die Eigenkapitalquote ist gestiegen, der Verschuldungsgrad gesunken." Für deutsche Firmen spräche zudem: Sie strukturieren fortlaufend um und optimieren. "Sie machen ihre Hausaufgaben", sagt Kahler.

Zudem hält der Anlagestratege den Dax, der heute zwischen 7.200 und 7.250 Punkten pendelte, noch relativ günstig bewertet. Gut zu sehen ist das an der oben stehenden Grafik, in der die Bank für den fairen Wert des Dax' gemessen am Kurs-Buchwert-Verhältnis einen Korridor angibt. Demnach sind die Dax-Unternehmen in der unteren Hälfte des Korridors - und damit noch ziemlich niedrig bewertet.

Kahler sieht den Leitindex zum Ende des kommenden Jahres bei 7.800 Punkten - im Vorgriff auf die sich verbessernde Konjunktur 2013/14. Das wäre zum jetzigen Stand von rund 7250 Punkten ein Plus von knapp acht Prozent. Um den Dax kämen Anleger 2013 nicht herum, urteilt Kahler.

Vorsicht vor Anleihen

Dagegen rät er von festverzinslichen Papieren ab. "Anleihen sind für die langfristige Vermögensanlage unattraktiv." Staatsanleihen lohnten sich höchstens noch zum Geld parken als Alternative zu Geldmarktprodukten, die noch weniger Rendite böten.

So sieht die Investmentstrategie der DZ Bank für 2013 aus. Ein Schwerpunkt sind Aktien, vor allem die von US-Banken.

Im Musterdepot der DZ Bank machen europäische Staatsanleihen zwar noch 47,8 Prozent aus. Doch mittlerweile setzt die Bank in ihren Investments 2013 einen Aktienanteil von 38 Prozent an. (siehe nebenstehende Grafik).

Zu den Trendinvestments der DZ Bank gehören vor allem die US-Banken, die 7,3 Prozent des Portfolios ausmachen. Damit kann an der Erholung in den USA partizipiert werden. Für die amerikanischen Institute spräche einerseits die günstige Bewertung gemessen am Kurs-Buchwert-Verhältnis. Zudem hielten sie mehr Eigenkapital vor und hätten höhere Rückstellung als nötig gebildet.

Gute Chancen in China

Als weiteres Trendanlagethema nennt der Anlagestratege die Wachstumserholung in China. Dort sei die konjunkturelle Belebung noch nicht an den Börsen gespielt worden. Allerdings müsse man nicht direkt in China investieren. "Das geht auch über die Dax-Unternehmen, die hohe Umsätze in China erwirtschaften", empfiehlt Kahler. "Oder über die Global Titans, also die 50 größten Aktien der Welt." Und auch da ist wieder ein Stück Deutschland drin: Zum Beispiel gehören Allianz und Siemens zu dem illustren Kreis der Titanen. "Man kann gut durch die Zeit kommen", so das Resümee des DZ-Bank-Experten. Man muss nur die richtigen Aktien wählen.

Stand: 22.11.2012, 17:40 Uhr

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