Seitenueberschrift

Aktien

Bulle und Bär vor der Deutschen Börse in Frankfurt

Finanzmärkte zwischen Bangen und Hoffen

Dax schafft positive Halbjahresbilanz

Die Marke von 8.000 Punkten hat der deutsche Leitindex zum Ende des ersten Börsenhalbjahres nicht ganz zurückerobert. Unter dem Strich steht seit Jahresanfang dennoch ein Plus von knapp fünf Prozent. Für Anleger waren es turbulente sechs Monate. Das zweite Halbjahr steht ganz im Zeichen der Konjunktur.

Zum Jahresbeginn plätscherte der Dax zunächst unaufgeregt vor sich hin. Das blendende Börsenjahr 2012 konnte nicht wiederholt werden. Das war für Investoren und Beobachter schon früh klar. Das Abebben der Euro-Schuldenkrise ließ aber Spielraum für weitere Kurssteigerungen.

Zypern-Krise ade

Bis auf 8.000 Punkte hinauf ging es deshalb schon einmal in März. Die Zypern-Krise wurde abgewendet, der Weg nach oben in Richtung neuer Allzeithochs schien frei. Doch schwache Konjunktursignale vor allem aus den USA, wo der Arbeitsmarkt und damit der private Konsum nicht recht in Gang kam, ließen den Dax wieder zurück auf 7.500 Punkte rutschen.

Allzeithoch...

Klare Bekenntnisse der Notenbanken in den USA, in Japan aber auch der EZB ließen dann die Kurse wieder heftig klettern. Die Versorgung mit der "Droge" Frischgeld schien gesichert. Anfang Mai war es dann soweit: Der Dax übersprang endlich das alte Hoch, das seit Juli 2007 bei 8.152 Punkten gelegen hatte. Wie viele Experten vermutet hatten, ging die Gipfelfahrt noch weiter, nachdem dieser "Deckel" weggesprengt war: Seit dem 22. Mai steht der Dax-Rekord bei 8.556 Punkten. Die Rally an den Aktienmärkten blieb aber vor allem die historisch niedrigen Zinsen vor allem eine Liquiditätsrally.

... und Tiefschlag

Ausgerechnet am Tag des Dax-Hochs bremste US-Notenbankchef Ben Bernanke die Aktienmärkte erneut aus. Hinweise darauf, dass die ultraexpansive Geldpolitik der Fed zum Jahresende gedrosselt werden könnte, führten an den Aktienmärkten prompt zu Panikattacken: Der Dax stolperte unter hohen Schwankungen bis auf 7.655 Punkte hinab. Neue Konjunkturdaten, vor allem aus den USA führten zu paradoxen Situationen: Schlechte Signale wurden als "positiv" interpretiert, weil sie eine Schließung der Geldschleusen durch die Notenbanken unwahrscheinlicher erscheinen ließen.

Dass Dax und Dow seit kurzem wieder aufwärts tendieren, ist wiederum vor allem den "Entwarnungen" durch die Notenbanken der USA, Europas und auch Chinas zu danken. Sie wollen weiterhin den Geldhahn nur langsam zudrehen, und das auch nur dann, wenn die Wirtschaft spürbar an Fahrt gewinnt. Per Halbjahresende hat der deutsche Leitindex ein Plus von 4,6 Prozent verbucht.

Branchenrotation voraus?

Bilanz des ersten 1. Halbjahres [ARD-Börsenstudio]

Für Anleger könnte damit die Aufwärtsbewegung unter Schwankungen weitergehen. Experten gehen davon aus, dass in den zweiten sechs Monaten des Jahres ein Favoritenwechsel innerhalb der Aktienindizes anstehen könnte: Statt defensiver Werte wie denen aus der Pharma- , Gesundheits- oder Telekombranche könnten Zykliker wie Versorger oder Bau- und Chemieaktien bevorzugt werden. Immer vorausgesetzt, die Konjunktur springt an - und das Störfeuer von Seiten der Währungshüter hält sich in Grenzen.

AB

Stand: 28.06.2013, 18:00 Uhr

Darstellung: