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Wochenausblick

Frau mit Fernglas

Erholung auf Raten?

Dax: heute rauf, morgen runter

Stand: 28.02.2016, 13:05 Uhr

Die Unsicherheit an den Aktienmärkten dürfte auch in der kommenden Woche anhalten, die Grundtendenz könnte aber wieder positiver werden. Eine Schlüsselrolle für die Kursrichtung werden aktuelle Wirtschaftsdaten haben.

Der deutsche Leitindex beendete die vergangene Woche dank eines veritablen Freitagsschlussspurts mit einem Plus von 1,3 Prozent auf 9.513,30 Zähler. Den bisherigen Jahresverlust verringerte der Dax auf 11,5 Prozent. Immerhin: Seit einigen Tagen lässt sich trotz mitunter starker Schwankungen am Aktienmarkt eine Erholung beobachten.

Dax
Kurs
10.511,02
Differenz absolut
105,48
Differenz relativ
+1,01%
Kurs
18.308,15
Differenz absolut
164,70
Differenz relativ
+0,91%
Kurs
16.449,84
Differenz absolut
-243,87
Differenz relativ
-1,46%

Hohe Volatilität dürfte erhalten bleiben

"Die Volatilität dürfte an den Aktienmärkten noch einige Zeit hoch bleiben", kommentieren die Fachleute der DZ Bank. Sollte sich die aktuelle Unsicherheit bezüglich der Weltwirtschaft erwartungsgemäß wieder Stück um Stück zurückbilden, würden auch Aktienanlagen wieder stärker in den Fokus rücken, lautet die Einschätzung. "Wir empfehlen, die Unsicherheiten für schrittweise Neuinvestitionen zu nutzen", raten DZ-Bank-Experten.  

Sicherlich bleibe aber die Volatilität bis zur Abstimmung über den Brexit am 23. Juni 2016 hoch, meint auch Robert Halver, Kapitalmarktstratege bei der Baader Bank. Grundsätzlich seien die Aktienmärkte dramatisch überverkauft. "Sinnbildlich für den Aktienpessimismus ist insbesondere die massive Anzahl leerverkaufter Aktien (sogenannter 'Short Interest') an der New York Stock Exchange, die sich aktuell auf dem höchsten Niveau seit der Pleite der Lehman-Bank 2008 befindet. Das Short Interest am US-Aktienmarkt deute laut Halver als klassischer Kontraindikator auf eine bevorstehende Wende hin zu wieder steigenden Aktienkursen hin.

US-Arbeitsmarktdaten stehen an

Eine Schlüsselrolle für die Kursrichtung werden die Wirtschaftsdaten haben. Schließlich gilt die eingetrübte Konjunkturlage als ein wesentlicher Faktor für die Schwächephase an den Finanzmärkten. Nach Ansicht des Börsenexperten Daniel Saurenz sollten "auch die Notenbanken in den USA und Europa erkennen, dass die Märkte weiter ihre Unterstützung brauchen". Wie viel Unterstützung benötigt wird, muss sich zeigen.

Der US-Arbeitsmarkt könnte sich robust zeigen. | Quelle: picture-alliance/dpa

Die Stimmungsdaten aus der US-Industrie am Dienstag und vor allem die Jobdaten aus den USA am Ende der Woche sollten zu den Höhepunkten gehören. Entgegen der weit verbreiteten Sorge, dass die US-Wirtschaft in eine Rezession abgleitet, dürften sie nach Ansicht der Commerzbank auf eine robuste und sogar unspektakuläre Wirtschaft hinweisen. "Der solide Arbeitsmarkt ist unser Hauptargument gegen eine Rezession und der Februar-Bericht sollte daran nichts ändern", erläutert Commerzbank-Analyst Christoph Balz.

Auch die Helaba-Fachleute sind optimistisch: "Wir rechnen mit weiterhin robusten Daten vom US-Arbeitsmarkt. Weitaus wichtiger aber ist, dass der ISM-Index eine Kehrtwende vollzieht und damit ein Ende der Korrektur im Verarbeitenden Gewerbe anzeigt. Für die Aktienmärkte wäre das ein gutes Signal." "Der übertriebene Pessimismus beginnt zu schwinden", betont Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB. Die Konjunkturzahlen würden diese Sicht sicher stützen, so der Experte.  

Draghi: Die Erwartungen steigen

Mario Draghi hält die Hand vor den Mund

Mario Draghi. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Wichtige Wirtschaftsdaten kommen auch aus Europa und Asien: So stehen in der Nacht zum Montag in Japan Daten zur Industrieproduktion und in China am Dienstag Stimmungsdaten für Februar aus dem Verarbeitenden Gewerbe an. In Europa dürfte vor allem die Inflationsentwicklung interessieren, die infolge des schwachen Ölpreises nach Expertenmeinung in den Negativbereich gerutscht sein könnte. Die Bekanntgabe der Einzelhandelsumsätze am Freitag sowie die Stimmungsbarometer der Einkaufsmanager aus Industrie und Dienstleistungssektor (Dienstag und Donnerstag) stehen ebenfalls unter Beobachtung.

Angesicht der trüben Wirtschaftslage und der schwachen Inflation in Europa steigt die Hoffnung, dass EZB-Präsident Mario Draghi am 10. März die bereits weit geöffneten Geldschleusen noch ein Stück weiter öffnet.

Tschüss K+S?

Auch die Quartalssaison ist noch keineswegs abgeschlossen und kann durchaus noch Kurse bewegen. Quartalsbilanzen werden vor allem aus der zweiten Reihe erwartet, etwa von der Deutschen Pfandbriefbank, vom Medienkonzern Axel Springer und dem Chemieunternehmen Evonik. Im Dax wird der Immobilienkonzern Vonovia am Donnerstag über sein abgelaufenes Jahr berichten.

Am Donnerstag tagt der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse über die Zusammensetzung von Dax, MDax, TecDax und SDax. Experten zufolge wird er den Abstieg des Düngemittel-Herstellers K+S aus dem Dax verkünden. Als heißer Anwärter für einen Dax-Aufstieg gilt ProSiebenSat.1. Die Veränderung wird zum 21. März wirksam.

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