Seitenueberschrift

Wochenausblick

Ein Mann kämpft sich bei Wind und Wetter mit Regenschirm über eine Wiese

Zwischen Ölpreis und Konjunktursorgen

Dax: Heftiger Gegenwind voraus

Stand: 05.02.2016, 19:51 Uhr

Die Sorgen vor einem Absturz der US-Wirtschaft wegen des anhaltend niedrigen Ölpreises werden auch in der neuen Woche das Geschehen an den Märkten dominieren. Keine Hiobsbotschaften sind dagegen aus China zu erwarten.

Dort hat nämlich das Neujahrsfest begonnen, so dass die Börsen in Shanghai und Shenzen die gesamte Woche geschlossen bleiben. Wegen der Ferienwoche im Reich der Mitte hält Commerzbank-Stratege Chris-Oliver Schickentanz sogar eine Beruhigung des Geschehens an den weltweiten Aktienmärkten für möglich.

Allerdings bereitete zuletzt nicht China sondern die Sorge vor einem Abdriften der US-Wirtschaft in die Rezession den Anlegern Kopfschmerzen. Hinweise auf die Verfassung der weltgrößten Volkswirtschaft bieten in der neuen Woche die Einzelhandelsumsätze und das von der Universität von Michigan ermittelte Barometer für Stimmung der Verbraucher. Denn der private Konsum gilt als Hauptstütze der US-Konjunktur.

Auf den Ölpreis kommt es an

Wichtigste Voraussetzung für eine Stabilisierung der Märkte ist aber der Ölpreis. Sollten sich die Preise wie zuletzt stabilisieren und oberhalb der Schwelle von 30 Dollar pro Fass bewegen, dürfte sich auch die Stimmung an den Aktienmärkten etwas aufhellen. In der vergangenen Woche ist der Preis für die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee zwar zeitweise auf 35 Dollar gestiegen, doch Hoffnung auf weiter anziehende Preise gibt es zunächst nicht. Auch würde eine Abkühlung der US-Wirtschaft die Preise erneut unter Druck setzen. Außerdem dürften das US-Energieministerium und die Internationale Energieagentur am Dienstag voraussichtlich ihre Nachfrageprognosen senken.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum 1 Woche
Kurs
44,77
Differenz absolut
0,07
Differenz relativ
+0,15%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum 1 Woche
Kurs
42,81
Differenz absolut
-0,34
Differenz relativ
-0,79%

Im Fokus stehen natürlich weiterhin die Notenbanken. Hinweise auf die weitere Geldpolitik der Fed erhoffen sich Anleger am Mittwoch und Donnerstag. Dann spricht Notenbankchefin Janet Yellen vor dem Kongress. Zuletzt hatte sich die Hoffnung verbreitet, dass die Fed sich in der derzeit schwierigen Gemengelage der US-Wirtschaft mit weiteren Zinserhöhungen zurückhält. Die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung im März sehen die meisten Anleger bei gerade einmal acht Prozent. Selbst für Februar 2017 liegt die Quote aktuell bei 31 Prozent. Eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB) gilt dagegen als gesetzt.

Zuversicht schwindet

Trotz der bereits erfolgten Korrektur - der Dax hat seit Jahresbeginn 13,6 Prozent eingebüßt - schwindet bei den Bankenstrategen zunehmend die Zuversicht. So hat die Commerzbank ihr Jahresziel für den Dax von 12.600 auf 11.200 Punkte gesenkt.

Begründung: der Aufschwung in den USA, ein wichtiger Exportmarkt für die Dax-Werte, sei schwächer als gedacht. Zudem belaste die Aufwertung des Euro. Das neue Indexziel ergibt sich aus einer Senkung der Prognose für die Dax-Unternehmensgewinne für dieses Jahr um fünf Prozent und einer Reduktion der KGV-Prognose (Kurs-Gewinn-Verhältnis). Sie wurde unter Hinweis auf das schwächere weltweite Wachstum von 14 auf 13 gesenkt. "Kurzfristig könnte der Dax in einem turbulenten ersten Quartal zwischen 8.800 und 10.000 Punkten schwanken.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 3 Monate
Kurs
10.247,76
Differenz absolut
49,52
Differenz relativ
+0,49%
Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum 3 Monate
Kurs
18.473,75
Differenz absolut
-19,31
Differenz relativ
-0,10%

Kein Absturz wie 2008

Mittelfristig hält ein Absturz-Szenario wie im Jahr 2008 für unwahrscheinlich, da einige Faktoren weiter positiv seien, so das Institut unter Hinweis auf ein starkes Wachstum der Geldmenge M1 und niedrige Energiepreise. "Im aktuellen Niedrigzinsumfeld erwarten wir wieder einen steigenden Dax, sobald sichtbar wird, dass sich der Ölpreis stabilisiert und es in China keinen Crash der Wirtschaft gibt."

Auf Unternehmensseite richten sich die Blicke auf Vonovia. Bis Dienstag 24 Uhr können die Eigner von Deutsche Wohnen entscheiden, ob sie ihre Aktien an den Rivalen verkaufen. Bleibt die Annahmequote unter 44 Prozent, könnte der mit einem Gesamtvolumen von 14 Milliarden Euro größte Deal in der deutschen Immobilienbranche platzen. Gleichzeitig nimmt die Bilanzsaison Fahrt auf. Unter anderem legen die beiden Stahlkonzerne Voestalpine (Mittwoch) und ThyssenKrupp (Freitag) Geschäftszahlen vor. Zum Abschluss der neuen Börsenwoche öffnet die Commerzbank ihre Bücher. Am Faschingsdienstag ist mit der Biotechfirma Brain der erste Börsengang dieses Jahres zu erwarten.

lg

Monaten bei 11.600 Punkten.

Darstellung: