Frau mit Fernglas

Dax dürfte sich gut halten Ein überraschend starker September

Stand: 10.09.2017, 11:08 Uhr

Bislang läuft der schwierige Börsenmonat September ziemlich gut. Auch in der kommenden Woche könnte es trotz Nordkorea-Krise weiter aufwärtsgehen – wenn der Euro nicht dazwischenfunkt.

In der vergangenen Woche legte der Dax 1,3 Prozent auf 12,303,98 Punkte zu. Der technologielastige TecDax erklomm am Donnerstag sogar den höchsten Stand seit mehr als 16 Jahren. Wenn man bedenkt, dass der September als schwacher Börsenmonat gilt, ist das kein schlechter Anfang. Ist die Nordkorea-Krise damit wieder vergessen, oder müssen sich die Investoren auf weitere Turbulenzen einstellen?

"Bemerkenswert entspannt"

"Sofern die Situation um Nordkorea nicht weiter eskaliert, nährt dies die Hoffnung, dass die Anleger früher als sonst zum Alltag übergehen werden und der September 2017 daher besser ausfallen wird als sein Ruf", sagt LBBW-Stratege Uwe Streich. Tatsächlich ist der September statistisch betrachtet der schlechteste Monat für Aktienanleger.

"Die Finanzmärkte betrachten den Nordkorea-Konflikt bemerkenswert entspannt", kommentiert Robert Halver, Marktstratege bei der Baader Bank. "Offensichtlich haben die vielfachen Schulden-, Banken- und Euro-Probleme der Vergangenheit zu einem Gewöhnungseffekt geführt.“ Am Ende hätten die Geldpolitiker immer verhindert, dass diese finanzpolitischen Krisen zu systemischen Zusammenbrüchen würden, meint der Experte.

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Es ist also nicht ausgeschlossen, dass es weiter vorwärts geht. Es habe den Anschein, als wären geopolitische Risiken derzeit weniger virulent, schreibt Analystin Claudia Windt von der Helaba. "Die internationale Geschlossenheit gegen Nordkorea entlastet zunächst". Positiv sei auch, dass US-Präsident Donald Trump eine Haushaltskrise zunächst abgewendet habe.  

Der Hexensabbat steht bevor

Zu sicher sollten sich die Anleger aber nicht fühlen, denn der große Verfall an den Terminbörsen am Freitag könnte für Kursschwankungen sorgen. Am Freitag verfallen gleich drei Arten von Anlagen: die Optionen auf Einzelaktien, die Optionen auf Indizes und die Terminkontrakte auf Indizes.

Ein weiterer Faktor, der bremsend wirken könnte, ist der ansteigende Euro. Die Marke von 1,21 Dollar ist nicht mehr fern. Ein hoher Eurokurs gilt als negativ für die exportabhängige deutsche Wirtschaft und damit auch als Belastungsfaktor für die Kursentwicklung.

Zwar machte EZB-Präsident Draghi deutlich, dass die Sorgen in der EZB bezüglich der Euro-Stärke zugenommen haben. Anleger konzentrierten sich aber auf das freundliche Konjunkturszenario. Aus Sicht der Commerzbank sind vor allem die enttäuschten Hoffnungen in den "Macher" Trump die Triebfeder für den Höhenflug. "Der Dollar dürfte daher erst dann wieder zulegen, wenn die Fed klare Zinserhöhungssignale sendet", heißt es.   

Wie geht es der Wirtschaft?

Aus den USA erwarten wir in der kommenden Woche Daten zu den Erzeuger- und Verbraucherpreisen im August. "Aufgrund des mittlerweile wieder klar oberhalb der Marke von 50 US-Dollar notierenden Ölpreises dürften die Verbraucherpreise etwas kräftiger gestiegen sein", prognostizierte der Postbank-Volkswirt Lucas Kramer.

Auch die Industrieproduktion und die Einzelhandelsumsätze im August dürften auf eine robuste US-Wirtschaft hindeuten. Kramer sprach von einem "hohen Stimmungsniveau in der US-Industrie" einerseits und einem positiven Wachstumsbeitrag durch den Einzelhandel andererseits.

Industrie Konjunktur. | Bildquelle: colourbox.de

In der Eurozone werden in der kommenden Woche vor allem die Zahlen zur Industrieproduktion beachtet werden. Zudem werden noch Zahlen zu den Verbraucherpreisen für den Monat August veröffentlicht. Es handelt sich aber hier jeweils um die zweite Schätzung. Die Industrieproduktion in der Eurozone dürfte laut Commerzbank im Juli stagniert haben. Von einem Durchhänger wolle man aber nicht sprechen. "Die aktuell sehr gute Stimmung lässt für die nächsten Monate wieder eine Zunahme der industriellen Erzeugung erwarten."

Am Aktienmarkt könnten wegen der IAA Autowerte im Fokus stehen. Auch Apple wird einen Blick wert sein, denn Medienberichten zufolge soll das neue iPhone am Dienstagabend präsentiert werden.      

ts

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