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Hingucker der Woche

Wochenausblick

Dax: Die 13.000 bleiben ein Ziel

Stand: 18.06.2017, 11:04 Uhr

Nach der Serie von Wahlen in verschiedenen Ländern und den geldpolitischen Beratungen der Notenbanken dürfte nun vermehrt die Entwicklung der Konjunktur in den Fokus der Anleger rücken. Gute Aussichten für eine Wiederaufnahme der Börsenrally?

Die Schwäche der Technologieaktien hat bei vielen Anleger Zweifel aufkommen lassen, ob die Rally an den Aktienmärkten, mit immer neuen Rekorden, nun zu Ende geht. Tatsächlich ist der Dax in der vergangenen Woche um rund ein halbes Prozent gesunken, nachdem er allerdings am Mittwoch ein neues Rekordhoch bei 12.921 Punkten erklommen hat. Über die Aussichten an den Aktienmärkten in der neuen Woche sind die Experten tief gespalten. Da Aktien ihr fundamentales Potenzial ausgereizt hätten, blieben sie anfällig für Rückschläge, glaubt etwa Analystin Claudia Windt von der Landesbank Helaba. Außerdem deute das Auf und Ab der vergangenen Wochen doch auf Ermüdungserscheinungen hin und die extreme Nervosität der Anleger hin.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 3 Monate
Kurs
12.671,02
Differenz relativ
-0,78%

Auch haben die Anleger vor Börsenschluss eher Kasse gemacht. Das deutet daraufhin, dass sie sich nicht sicher fühlen und über Nacht ihr Geld lieber aus dem Markt ziehen. Aktienmarktstratege Andreas Hürkamp von der Commerzbank erwartet in den Sommermonaten eine Dax-Konsolidierung. Das Wachstum in den USA und China schwäche sich ab, der zuletzt stärkere Euro trübe die deutschen Exportaussichten und deutsche Autowerte litten unter dem anhaltenden Diesel-Skandal. Zudem zeige sich nach dem zuletzt guten Lauf des Dax mittlerweile eine große Sorglosigkeit unter den Investoren.

Erleichterung nach Wahlen in Frankreich?

Ein plötzlicher Kurseinbruch lässt sich der DZ Bank zufolge daraus allerdings nicht unbedingt ableiten. Zwar seien die Märkte auch 2017 nicht immun gegen einen raschen Stimmungswechsel, aktuell spreche jedoch wenig für einen abrupten Wandel. Zudem dürften die politischen Risiken nach der Wahlserie in Frankreich und der Einigung mit Griechenland in den Hintergrund treten, sagt Ulrike Jäger, Chef-Anlagestrategin des Bankhauses Sal. Oppenheim. Außerdem sprudelten dank der robusten Konjunktur die Unternehmensgewinne. "Die Wachstumsschätzungen für das Gesamtjahr 2017 wurden sogar deutlich nach oben korrigiert."

Emmanuel Macron

Emmanuel Macron. | Bildquelle: Imago

Für Erleichterung und Hoffnung könnte auch der Ausgang der zweiten Runde der Parlamentswahl in Frankreich sorgen, dank der erwarteten guten Ergebnisse für die Partei von Präsident Emmanuel Macron. "Diese Aussicht könnte der Eurozone den Status einer glaubwürdigen Alternative zu den USA als sichere und wachsende Wirtschaftsregion verleihen", sagt Didier Saint-Georges, Geschäftsführer beim Vermögensverwalter Carmignac.

Konjunkturdaten erwartet

Für die Anleger dürfte die Entwicklung der Konjunktur in den Vordergrund rücken. Hinweise hierauf liefert unter anderem das Barometer für die Kauflaune der europäischen Verbraucher am Donnerstag. Am Tag darauf folgen die Indikatoren für die Stimmung der deutschen und europäischen Einkaufsmanager. In den USA stehen die Eigenheimverkäufe (Mittwoch) und Frühindikatoren (Donnerstag) auf dem Terminplan.

Auf Unternehmensseite sind kaum kursbewegende Nachrichten zu erwarten. Im Zuge der Pariser Luftfahrtmesse werden Luftfahrtwerte in den Blickpunkt rücken. Am Montag gibt es zudem eine Änderung im Kleinwerteindex SDax. Dann werden die Aktien des Immobilienunternehmens Grand City Properties die Papiere des Glücksspielanbieters Zeal Network ersetzen.

Spannende HV von Patrizia

Am Dienstag legt der Deutsche Post-Rivale FedEx Geschäftszahlen vor. Spannend könnte es bei der Hauptversammlung von Patrizia am Donnerstag werden. Großanleger Union Investment will dem Vorstand die Entlastung verweigern und fordert eine Sonderdividende von 3,50 Euro je Aktie. Am selben Tag lädt das Oberlandesgericht Düsseldorf zu einer Anhörung über die geplante Aufspaltung von Metro ein. Gegen diesen Plan klagt unter anderem der streitbare Media-Saturn-Minderheitseigner Erich Kellerhals.

lg

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