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Hingucker der Woche

Geht die Rekordjagd weiter?

Dax: Chancen nutzen, Warnsignale beachten!

Stand: 25.06.2017, 11:36 Uhr

Steht uns bald die sommerbedingte Kursflaute bevor? Im Augenblick spricht einiges dafür, dass der Dax das Rekordniveau in etwa halten wird. Aber sorglos sollten Anleger keineswegs agieren.

Am Freitag hatte der Dax bei 12.733 Zählern geschlossen. Auf Wochensicht bedeutet dies einen Abschlag von rund 0,2 Prozent. Allerdings hatte der deutsche Leitindex in der vergangenen Woche wieder einmal ein Rekordhoch erreicht. Seitdem liegt die Marke, die es zu übertreffen gilt, bei 12.951 Punkten. Aber die Anleger sollten sich vielleicht nicht allzu sehr an die regelmäßigen Rekorde gewöhnen.   

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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Gute Chancen, trotzdem Warnsignale beachten  

Dabei gibt es einige Argumente, die für eine Fortsetzung der Rekordjagd sprechen. Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers, unterstreicht die positive wirtschaftliche Lage: „Eurolands Makrodaten sollten weiterhin den guten Wachstumstrend unterstreichen und damit die Aktienmärkte stützen“, meint der Experte. Ähnlich argumentiert auch M.M.-Warburg-Stratege Carsten Klude. "Viele Unternehmen legen sehr gute Zahlen vor, politische Risiken sind weggefallen und die Realwirtschaft zieht an."

Und nicht zuletzt spricht natürlich der ungebrochene Aufwärtstrend für eine Fortsetzung der Glückssträhne. "The trend is your friend", es sei wichtig, diese Regel nicht zu vergessen, meinen die Fachleute von Index Radar. „Gemeint ist damit, dass Anleger sich in der Regel eher auf eine Fortsetzung der jeweils am Markt bestehenden Bewegung konzentrieren sollten, als gegen deren Umkehr zu wetten.“ Angesichts der bereits weit ausgeuferten Rally und der bevor stehenden, traditionell schwachen Sommerzeit sollten Anleger nach Ansicht von Index Radar allerdings dennoch genau auf Warnsignale achten.

Droht ein Gewitter?

Aber wie es im wahren Leben nun mal so ist: Was morgen passiert weiß niemand und es gibt immer auch eine Gegenposition, die ebenfalls beachtlich ist. Das Gewitterrisiko sei gestiegen, schreibt Helaba-Analyst Markus Reinwand. Denn eins ließ sich zuletzt beobachten: Bereits in den vergangenen Tagen waren einige Investoren lieber in Deckung gegangen, nachdem der Dax zwar bei ein Rekordhoch erreicht, aber den Sprung über die runde Marke von 13.000 Punkten verpasst hatte.

Zwar bleibe die Geldpolitik im Euroraum vorerst sehr locker, was für eine gewisse Stabilisierung am Aktienmarkt sorgen könnte, so Reinwand. Allerdings schienen wichtige konjunkturelle Frühindikatoren wie das am Montag zur Veröffentlichung anstehende Ifo-Geschäftsklima in Deutschland derzeit ihren Gipfel auszubilden. Damit werde die Luft für Aktien, die in der Regel der Konjunktur voraus laufen, zunehmend dünner.

Börsengänge und Quartalszahlen

Frische Konjunkturdaten gewinnen also an Bedeutung. Zu Wochenbeginn steht wie gesagt der Ifo-Geschäftsklimaindex an. Analysten rechnen für Juni mit einem leichten Rückgang auf 114,4 von zuvor 114,6 Punkten. Das wäre angesichts des mittlerweile erreichten Niveaus gut zu verkraften, sagt Analyst Hans-Jörg Naumer von Allianz Global Investors.

In den USA stehen ebenfalls am Montag unter anderem die Aufträge langlebiger Güter im Terminkalender, die nach Analystenschätzungen leicht gesunken sein dürften. Am Mittwoch steht dort das Verbrauchervertrauen des Conference Board an.

Lieferheld-CEO David Rodriguez

Lieferheld-CEO David Rodriguez. | Bildquelle: picture alliance / ZB

Auch von Unternehmensseite wird etwas geboten, denn in Deutschland stehen zwei IPOs an.  Am Dienstag sollen die Aktien der Restaurantkette Vapiano erstmals gehandelt werden. Am Freitag wagt sich dann der Essens-Lieferdienst Delivery Hero auf die Börse. An der Wall Street wird Nike am Donnerstag als erstes großes US-Unternehmen Einblick in die Bilanz für das abgelaufene Quartal liefern.

ts

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Wen lockt das Börsenparkett?

IPO-Pipeline

Befesa

Befesa

Ein Sommer-Börsengang soll es auch beim Metall-Recycler aus Luxemburg in Frankfurt geben: Bereits für Juli ist der Börsengang angepeilt. Das Unternehmen ist im Besitz des Finanzinvestors Triton. Goldman Sachs und die Citigroup begleiten den Börsenstapellauf. Geschätzter Börsenwert: 1,2 Milliarden Euro.

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