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25 Jahre und kein bisschen langweilig Die Highlights aus dem Dax

Mannesmann Vodafone

Der Name ist mit der spektakulärsten Übernahmeschlacht in der Geschichte des Dax verbunden. An deren Ende, Anfang des Jahres 2000, musste die alte Dame Mannesmann dann trotz heftiger Gegenwehr kapitulieren. Die seit Anbeginn im Dax notierte Aktie der Düsseldorfer schlug während der dramatischen Schlacht einen Purzelbaum nach dem anderen und gilt bis heute als das erfolgreichste Investment der Dax-Geschichte.

Für rund 180 Milliarden Euro schluckte am Ende der britische Telekomriese Vodafone das Düsseldorfer Unternehmen. Mannesmann, eigentlich seit 1885 ein traditionsreicher Röhrenhersteller, weckte nach dem Umbau zum Telekomkonzern ab 1990 die Begehrlichkeiten der Konkurrenz. Denn mit der Festnetzsparte Arcor und dem Mobilfunknetz D2 war das Unternehmen sehr erfolgreich auf den Zug in die neue Handy-Zeit aufgebrochen.

Für das Management gab es aber trotz der Niederlage im Übernahmepoker üppige Trostpflaster, Vorstandschef Klaus Esser erhielt die Kleinigkeit von 60 Millionen DM. Wegen dieser hohen Prämien kam es dann ab 2004 zum legendären "Mannesmann-Prozess", in dem auch das Bild von Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann mit seinem V-Zeichen Berühmtheit erlangte. Er hatte als Mitglied des Aufsichtsrates die von vielen als schamlos empfunden Abfindungen für das Management mit durchgewunken. Das Röhrengeschäft gehört heute übrigens zur französischen Vallourec-Gruppe.

25 Jahre und kein bisschen langweilig Die Highlights aus dem Dax

Mannesmann Vodafone

Der Name ist mit der spektakulärsten Übernahmeschlacht in der Geschichte des Dax verbunden. An deren Ende, Anfang des Jahres 2000, musste die alte Dame Mannesmann dann trotz heftiger Gegenwehr kapitulieren. Die seit Anbeginn im Dax notierte Aktie der Düsseldorfer schlug während der dramatischen Schlacht einen Purzelbaum nach dem anderen und gilt bis heute als das erfolgreichste Investment der Dax-Geschichte.

Für rund 180 Milliarden Euro schluckte am Ende der britische Telekomriese Vodafone das Düsseldorfer Unternehmen. Mannesmann, eigentlich seit 1885 ein traditionsreicher Röhrenhersteller, weckte nach dem Umbau zum Telekomkonzern ab 1990 die Begehrlichkeiten der Konkurrenz. Denn mit der Festnetzsparte Arcor und dem Mobilfunknetz D2 war das Unternehmen sehr erfolgreich auf den Zug in die neue Handy-Zeit aufgebrochen.

Für das Management gab es aber trotz der Niederlage im Übernahmepoker üppige Trostpflaster, Vorstandschef Klaus Esser erhielt die Kleinigkeit von 60 Millionen DM. Wegen dieser hohen Prämien kam es dann ab 2004 zum legendären "Mannesmann-Prozess", in dem auch das Bild von Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann mit seinem V-Zeichen Berühmtheit erlangte. Er hatte als Mitglied des Aufsichtsrates die von vielen als schamlos empfunden Abfindungen für das Management mit durchgewunken. Das Röhrengeschäft gehört heute übrigens zur französischen Vallourec-Gruppe.

Preussag/Tui

Wie Mannesmann hat die Hannoveraner Preussag eine kuriose Wandlung des Geschäftsmodells hinter sich. Denn, wie der Name "Preussische Bergwerks- und Hüttenaktiengesellschaft" zu Recht vermuten lässt, war die Preussag ein Mischunternehmen, dessen Wurzeln in der Montanindustrie lagen. Auch Salzgitter gehörte dazu, der Stahlhersteller, der heute im MDax notiert ist und 1989 übernommen worden war.

Ab 1994 stieg Michael Frenzel zum Vorstandschef auf. Mit seinem Namen ist der Wandel des Geschäftsmodells untrennbar verbunden. Ab 1997 wandelte sich der Konzern mit dem Verkauf von Salzgitter und der Übernahme des Schifffahrts- und Logistikkonzerns Hapag-Lloyd. Es begann endgültig der Umbau, ab dem Jahr 2002 hieß Preussag dann Tui - und ist heute Weltmarktführer der Touristikindustrie. Aber die Transaktion ist aber bis heute umstritten, denn richtig profitabel waren insbesondere die Schifffahrtsbeteiligungen nicht. Preussag war 1990 zusammen mit der Metallgesellschaft übrigens der erste Aufsteiger in den Dax, nachdem Nixdorf in Siemens aufgegangen war. 2008 räumte die Tui dann ihren Platz für K+S und ist heute im MDax notiert.

Hypo Real Estate

Das Schicksal der Hypo Real Estate, die bis Ende 2008 im Dax notiert war, hat ebenfalls für viele Emotionen gesorgt. Denn sie steht als Sinnbild für die Finanzkrise schlechthin und drohte, das gesamte deutsche Finanzwesen in den Abgrund zu reißen. Die Bank geriet nach der Lehman-Pleite endgültig in Liquiditätsprobleme, insgesamt wurden bisher fast 90 Milliarden Euro Steuergeld in den einstigen Gewerbefinanzierer gepumpt.

Die mit Hypotheken besicherten "Giftpapiere" wurden aus der Bilanz in eine staatliche Bad Bank transferiert und liegen bis heute dort, entweder bis sie endfällig werden oder sich ein Käufer findet. Da letzeres unwahrscheinlich ist, ist steht in den Sternen, wie viel das Milliardengrab HRE den deutschen Steuerzahler letztlich kosten wird.

Commerzbank und Dresdner Bank

Ebenfalls eine unendliche und unglaubliche Geschichte aus 25 Jahren Dax - leider aber keine erfolgreiche. Nach Berechnungen der "Wirtschaftswoche" haben "Ur-Dax-Anleger" seit 1988 mit der Aktie einen Verlust von gut 73 Prozent eingefahren.

Vor allem im Zuge der Finanzkrise geriet auch die "gelbe Bank" unter Druck und musste vom Staat gestützt werden. Aber "gelb" ist die Bank eigentlich gar nicht mehr, sondern zum Teil auch "grün". Die mit der Übernahme der Dresdner Bank im Jahr 2008, ausgerechnet dem "Lehman-Jahr", verbundenen Hoffnungen haben sich nicht erfüllt. Die Kapitalerhöhungen sind kaum noch zu zählen, der Aktie ist nur durch eine Zusammenlegung das Schicksal erspart geblieben, zum Penny-Stock zu werden.

Deutsche Telekom und Ron Sommer

Wer erinnert sich nicht an den ersten Börsengang der "Volksaktie" Telekom im Jahr 1996, an die Werbespots mit Manfred Krug, sowie den telegenen Ron Sommer an der Spitze der ehemaligen Behörde Deutsche Bundespost. Diesem Börsengang, dem größten der deutschen Geschichte, dürfte es erstmals zu verdanken sein, dass sich breite Bevölkerungsschichten überhaupt für die Aktie als Anlagemöglichkeit interessierten, es kam zu einem regelrechten Aktienfieber in Deutschland.

Das Papier wurde am 18.11.1996 in den Dax aufgenommen und startete mit einem Ausgabepreis von 28,50 DM. Der erste Börsengang war ein Erfolg, es folgten danach zwei weitere. Die Telekom verhob sich im Gefolge in den USA mit dem Kauf des US-Konkurrenten Voicestream, Ron Sommer musste zurücktreten. Den Höchstkurs von über 100 Euro nach der ersten Zeichnung hat sie niemals mehr erreicht, und bei den "Volksaktionären" größtenteils verbrannte Erde hinterlassen. Die T-Aktie ist bis heute im Dax vertreten.

Metallgesellschaft und Heinz Schimmelbusch

Eine altehrwürdige Frankurter Adresse, 1881 von Wilhelm Merton gegründet, ein Konglomerat aus Rohstoffhandel und Anlagenbau und fester Bestandteil der deutschen Unternehmenskultur. Die Gesellschaft geriet 1993 in Schwierigkeiten, als sie sich mit Öltermingeschäften verspekulierte. Mit Vorstandschef Heinz Schimmelbusch und Aufsichtsrat Ronaldo Schmitz beherrschten im Gefolge zwei markante Protagonisten die Szene. Aufsichtsrat Schmitz, ebenfalls im Management der Deutschen Bank, entließ Schimmelbusch und gilt auch als verantwortlich für die Auflösung der Terminpositionen.

Bis heute ist nicht klar, ob diese Radikalkur überhaupt nötig war. Heute gehören die Reste der Metallgesellschaft zur Gea Group, die im MDax notiert ist. 1996 schied die Aktie als eine der ersten überhaupt aus dem Dax aus – für das neue Schwergewicht Deutsche Telekom.

Deutsche Babcock

Ebenfalls eine der allerersten Aktien, die 1995 überhaupt aus dem Dax weichen musste, war die der Deutschen Babcock, später Babcock-Borsig AG. Der Maschinen- und Anlagenbauer durchlief zahlreiche Neustrukturierungen und Umbauten, bis er ab 1999 in Schwierigkeiten geriet.

Auch der damalige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Wolfgang Clement, sowie Altkanzler Gerhard Schröder konnten trotz Engagement dem Oberhausener Unternehmen nicht mehr helfen. Im September 2002 wurde das Insolvenzverfahren über ein großes Stück deutscher Industriegeschichte eröffnet. Der Bereich Energietechnik gehört heute zur europäischen Filiale der japanischen Hitachi.

Feldmühle Nobel

Das als Papiermühle 1885 in Schlesien gegründete Unternehmen Feldmühle gehörte zusammen mit den Unternehmen Buderus und Dynamit Nobel seit 1962 zum Industriekern des Flick-Familienkonglomerates. Die Geschichte der "Feldmühle" ist ein Kampf um Macht und Einfluss, besonders nachdem Friedrich Karl Flick den Konzern Ende 1985 für fünf Milliarden DM an die Deutsche Bank verkaufte. Zusammen mit Buderus und der einst schwedischen Dynamit Nobel entstand danach die "Feldmühle Nobel AG" – ein Dax-Mitglied der ersten Stunde.

1990 übernahm mit der finnisch-schwedischen Stora Enso ein skandinavischer Konzern das Unternehmen – für damals unglaubliche vier Milliarden DM, eine der größten Transaktionen überhaupt. Die Aktie verschwand am 3. September 1990 als erste Aktie überhaupt aus dem Dax und musste damals der Metallgesellschaft weichen. Heute firmiert das Unternehmen unter "Stora Enso Deutschland GmbH".

Hoechst und Jürgen Dormann

Gegründet 1863 und nach dem Krieg entstanden aus der Entflechtung der IG Farben, war die Frankfurter Hoechst AG zusammen mit Bayer und BASF fester Bestandteil des Dax und der Börse. "Der Chemiesektor", wie es damals in den Börsenkommentaren hieß. Die wenigsten ahnten, dass unter der Ägide von Jürgen Dormann die Hoechst AG, im Volksmund "die Farbwerke" genannt, ihre Selbstständigkeit verlieren würde. Dormann bleibt bis heute eine Reizfigur – war das alles nötig?

Die "Farbwerke", die 1990 immerhin 172.000 Mitarbeiter beschäftigten und fast 45 Milliarden DM umsetzten, wurden jedenfalls radikal umgekrempelt und fusionierten 1999 mit der französischen Rhone Poulenc. Offiziell auf "Augenhöhe", was sich schnell als Luftblase rausstellte. Im gleichen Jahr verschwand das Hoechst-Papier aus dem Dax und machte der Fresenius-Tochter FMC Platz, die bis heute im deutschen Leitindex enthalten ist. Apropos heute: Heute gehört alles zur französischen Sanofi – einem Global Pharma Player. Im Industriepark Hoechst tummeln sich heute eine Vielzahl von Unternehmen. Die Geschichte dieses Ortes ist heute noch mit Händen zu greifen.

Bayer Schering

Wer 1988 im Berliner Pharmakonzern Schering investiert war und seine Aktien immer behalten hat, hat ein gutes Geschäft gemacht. Über 5.100 Prozent Performance rechnet das Magazin "Wirtschaftswoche" als Wertententwicklung in 25 Jahren Dax aus, nur Mannesmann lag noch besser.

Auch Schering war stets ein Übernahmekandidat. Generationen von Pharma-Analysten haben sich die Finger wund geschrieben und eine Übernahme mit verschiedenen Partnern durchgerechnet. Das beflügelte stetig die Fantasie der Börse und 2006 war es dann soweit – Schering kam zum Bayer-Konzern. Allerdings erst nach hartem Übernahmekampf mit der Darmstädter Merck, die ebenfalls kaufen wollte und schon 21 Prozent der Aktien hielt. Bayer fungierte dabei als "weißer Ritter" und überbot das Merck-Angebot. Insgesamt war die Transaktion 17 Milliarden Euro schwer. Bayer tat sich im Dax aber nicht nur bei Schering hervor…

Bayer Lanxess

… sondern auch mit dem Spin-off, also der Ausgliederung, des Spezialchemiegeschäfts aus dem Konzern. Ein probates Mittel für Konzerne, die an Teilen ihres Portfolios nicht mehr interessiert sind. Aber ob die Bayer-Chefs geahnt hätten, dass sich die ungeliebte Sparte unter dem Kunstnamen Lanxess bis in den Dax vorkämpft?

Zuerst landete das Papier im MDax, seit Ende 2012 ist die Lanxess-Aktie der bislang letzte Neuzugang im deutschen Auswahlindex. Lanxess ist heute weltgrößter Produzent von synthetischem Kautschuk und damit wichtiger Partner der Auto- und Reifenindustrie.

Nixdorf

Heinz Nixdorf dürfte als Visionär seiner Zeit gelten, sein Werdegang ist bis zu seinem überraschenden Tod 1986 durchaus mit denen eines Bill Gates oder anderer Größe aus der Welt der Datentechnik und Computer vergleichbar. Nixdorf baute sein Unternehmen nach dem Krieg auf und wuchs stürmisch bis weit in die 80er. Er erkannte früh den Bedarf, die Daten an den Schreibtisch zu holen – zu diesem Zeitpunkt bedeutet Datenverarbeitung nämlich nur die zentrale Verarbeitung auf Großrechnern. Mit seinen legendären 820 und 88xx-Serien gehörte Nixdorfs Firma zu den führenden Technologiefirmen seiner Zeit, 1987 lag der Umsatz bei fünf Milliarden DM bei 30.000 Beschäftigten. Kein Wunder also, dass das Nixdorf-Papier 1988 zu den Gründungsmitgliedern des Dax gehörte.

Aber zu diesem Zeitpunkt war der Stern des Unternehmens bereits am Sinken, die Preise fielen schnell und dem Siegeszug des Personal Computer konnte die Firma nicht folgen. 1990 übernahm Siemens das Paderborner Unternehmen und gliederte Teile ein. Andere Teile gingen an Finanzinvestoren, 2004 haben diese die Wincor-Nixdorf AG die Börse gebracht, die sich auf Kassensysteme spezialisiert und heute im MDax notiert ist. Die Reste der ursprünglichen Nixdorf-Aktivitäten liegen mittlerweile größtenteils beim japanischen Fujitsu-Konzern, mit dem Siemens bis 2009 ein Joint-Venture unterhielt.

Infineon-Schriftzug auf dem Gebäude der Unternehmenszentrale in Neubiberg

Infineon

Eine wichtige Rolle spielt Siemens auch beim Halbleiterhersteller Infineon, denn im Jahr 2000 entstand diese Firma durch die Ausgliederung des Halbleitergeschäfts. Auch hier also ein Spin-off, ähnlich wie bei Bayer und Lanxess. Dabei brachte Infineon das Kunststück fertig, zweimal in den Dax aufzusteigen.

Nach der Erstaufnahme 2000 (für Viag und Veba, die sich zu Eon zusammengeschlossen hatten), fiel das Unternehmen wegen zu geringer Marktkapitalsierung im März 2009 aus dem Index raus und musste den Platz der Hannover Rück abtreten. Genau umgekehrt war es dann im September, dann erfüllten die bis heute im MDax notierten Hannoveraner nicht mehr die Kriterien der Börse und Infineon kehrte zurück. Eine der vielen Kuriositäten in 25 Jahren Dax. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt… im Juli kommt mit der Lampensparte Osram wieder eine Siemens-Sparte an die Börse. Ob sie es wohl auch bis in die höchste Börsenliga schafft?

Continental

Auch Continental aus Hannover schaffte das Index-Comeback und schrieb Dax-Geschichte. 1988 Startmitglied im neuen Index, musste Conti erstmals 1996 der Münchener Rück weichen – wegen zu geringer Marktkapitalisierung. 2003 dann die Wiederaufnahme für den Finanzdienstleister MLP – als erstem Unternehmen überhaupt gelingt Conti dieses Kunststück.

Dann folgte. wieder im Schicksalsjahr 2008, ein weiteres bemerkenswertes Kapitel deutscher Wirtschaftsgeschichte – die Schaeffler-Gruppe, ein Familienunternehmen aus Franken, machte sich zunächst klammheimlich, unter anderem über Optionsgeschäfte und hohe Bankkredite, an Conti heran und übernahm letztlich die Mehrheit am Reifenkonzern aus Hannover. Folge: Der Streubesitz war für ein Dax-Mitglied zu niedrig, Conti stieg wieder ab. Erst 2012 dann die Rückkehr (zusammen mit Lanxess) - als bisher letzter Aufsteiger. Die Schaeffler-Übernahme war übrigens für fast alle Beteiligten ein Desaster – für Schaeffler selbst und auch die beteiligten Banken.

Karstadt

Ebenso wie Konkurrent Kaufhof war Karstadt Gründungsmitglied im Dax. Es war die Zeit der Warenhäuser, auch die nicht-börsennotierten Neckermann-Häuser erlebten ebenfalls eine lange Blüte und stürmisches Wachstum. Die Nation ging eben ins Kaufhaus, wenn es etwas einzukaufen gab. "Der Konsumsektor" – was die drei IG Farben-Nachfolger für die Chemie, waren Karstadt und Kaufhof für diese Branche.

Das Unternehmen, immerhin bis 2001 im Auswahlindex und mittlerweile mit dem Versandhaus Quelle fusioniert, musste der Deutschen Post weichen. Aber hinter dem Abgang verbargen sich mehr als nur Formalien, der "Gemischtwarenladen" Karstadt war einfach nicht mehr profitabel. 2009 führte dies dann zum Insolvenzantrag, die zahlungsunfähige Muttergesellschaft Arcandor zog dabei auch das renommierte Bankhaus Sal. Oppenheim mit in den Untergang. Seit 2010 kämpft Karstadt unter der Leitung des umstrittenen Finanzinverstors Nicolas Berggruen um sein Überleben. Börsennotiert ist Karstadt nicht mehr, der Ausgang der Geschichte bleibt offen…

Kaufhof

Einen ähnlichen Weg ging und geht die andere Konsumaktie des Ur-Dax. Kaufhof geriet spätestens ab der 90er Jahre durch ein verändertes Kaufverhalten in Turbulenzen und fusionierte 1996 mit den Metro Cash & Carry-Märkten. ebenso wie die Karstadt-Aktie ist auch das Kaufhof-Papier verschwunden, seit 2008 als die Kaufhof Warenhaus AG zur Galeria Kaufhof GmbH wurde.

Eigner Metro, selber mit einer schillernden Dax-Geschichte und jüngster Absteiger aus dem Auswahlindex, gab den Ausstieg bekannt. Filialen wurden geschlossen, der Konsolidierungsprozess ist bis heute nicht abgeschlossen.

SAP

Eine der wohl größten Erfolgsgeschichten der deutschen Aktienlandschaft überhaupt. 1972 von fünf IBM-Mitarbeitern gegründet, ist der Softwareanbieter aus Walldorf bei Heidelberg heute ein globaler Marktführer - und spielt in einer Liga mit den großen Konkurrenten weltweit. Die Gesellschaft ist mit dem Verkauf kaufmännischer Software groß geworden, mit dem auf Echtzeit basierenden R3-System schaffte SAP den Durchbruch. Die SAP-Aktie kam am 1988 an den Markt und legte stürmisch zu.

Die Aufnahme in den Dax erfolgte wegen höherer Marktkapitalisierung als die Deutsche Babcock im Jahr 1995. Heute führt an der Börse kein Weg mehr an SAP vorbei, die Nachrichten aus Walldorf bewegen auch die Kurse an der Wall Street. Wie kaum ein anderes Unternehmen repräsentiert SAP den Strukturwandel der deutschen Wirtschaft.

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