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US-Markt ist die große Stütze
Daimler setzt ganz auf Amerika
In Europa bleibt das Marktumfeld schwierig und in China wächst die Marke mit dem Stern nur unterdurchschnitlich. Kein Wunder, dass Daimler-Chef Dieter Zetsche auf die USA blickt, dort läuft es viel besser.
Denn in Amerika hat der Daimler-Konzern im abgelaufenen Jahr das Wachstum erzielt, das ihm in den anderen Absatzmärkten fehlt. Mit insgesamt 305.000 verkauften Mercedes-Fahrzeugen, dem Kleinlaster "Sprinter" sowie dem "Smart" verbuchten die Stuttgarter ein Absatzwachstum von 15,4 Prozent. das ist mehr als der amerikanische Gesamtmarkt, der um 13 Prozent zulegte.
Bedeutendste Marke bleibt die Kernmarke Mercedes, deren Absatz um zwölf Prozent auf 274.000 Fahrzeuge zulegte. "Damit ist Amerika der wichtigste Markt", sagte Konzernchef Dieter Zetsche am Sonntag im Vorfeld der US-Autoshow in Detroit.
Mehr als das, die Entwicklung in Amerika sieht der Firmenchef als "nachhaltig" und ist auch für 2013 optimistisch. "Wir haben die Chance, auch 2013 stärker zu wachsen als der Markt", erklärte Zetsche. Ohne das kräftige Wachstum in den USA hätte Daimler 2012 wohl kaum ein Absatzplus von 4,7 Prozent auf 1,32 Millionen Fahrzeuge geschafft.
Sorgen um Europa
Derweil bleibt die Sorge um die Lage in Europa erhalten. Zetsche erwartet für den europäischen Markt 2013 eine Stagnation, global werde der Markt um rund drei bis vier Prozent wachsen.
Dass Amerika für Daimler mittlerweile wichtiger ist als der europäische Markt zeigen die Absatzzahlen. Mit 261.000 Fahrzeugen wurden auf dem deutschen Heimatmarkt weniger Fahrzeuge verkauft als in den USA, ein leichtes Minus von 0,4 Prozent. Insgesamt lag das Plus in Europa, dem Kernmarkt der Schwaben, bei 0,6 Prozent.
In China sortiert der Konzern mittlerweile seine Verkaufsaktivitäten neu. Allerdings dürfte es noch eine Weile dauern, bis das umgekrempelte Vertriebssystem auf dem wachstumsstärksten Automarkt der Welt greift. Berichte, nach denen Daimler sich an seinem an die Börse strebenden chinesischen Partner BAIC beteiligen könnte, bezeichnete der Firmenchef als Gerücht.
Zetsche soll weiter Chef bleiben
Keine Bestätigung gab es auch vom Konzern zum Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", dass der Vertrag des 59-jährigen Zetsche im Februar um fünf Jahre verlängert werden soll. Ein Daimler-Sprecher bestätigte zwar, dass Vorstandsverträge um fünf Jahre verlängert werden, wollte aber den Bericht nicht kommentieren. Dies sei allein Sache des Aufsichtsrates, hieß es aus der Konzernzentrale.
Daimler-Aktie zuletzt wieder gefragter
Die Aktie liegt am Vormittag trotz einer Abstufung von Merrill Lynch leicht im Plus bei gut 43,25 Euro. Die Analysten der US-Investmentbank haben ihre fundamentale Einschätzung von "Kaufen" auf "Neutral" gesenkt, gleichzeitig das Kursziel aber von 44 auf 47 Euro erhöht.
Das Papier hat vor allem seit November kräftig zugelegt und war dabei auch über den charttechnischen Widerstand von etwas über 42 Euro gestiegen. Zuvor hatten die Aktionäre aber starke Nerven gebraucht, denn die Aktie schwankte stark zwischen dem Hoch bei 48,44 Euro im März und dem Jahrestief im Juni bei 33,40 Euro.