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Automobile

Mercedes Benz B-Klasse Electric Drive

Ende der Zusammenarbeit

Daimler macht Schluss mit Tesla

Stand: 06.03.2016, 16:33 Uhr

Die Luft in der Autoindustrie wird rauer: Daimler und der Elektroauto-Pionier Tesla gehen künftig getrennte Wege. Bei der nächsten Generation von Elektrowagen der Mercedes B-Klasse wird es keine Kooperation mehr geben.

Fürchten die Schwaben nun doch allmählich Tesla als Konkurrenten im sich veränderten Automarkt? Oder fühlt sich Mercedes inzwischen selbstbewusst genug, um alleine im Elektroauto-Markt durchstarten zu können? Den Äußerungen von Mercedes-Manager Harald Kröger nach zu urteilen, trifft offenbar letztes zu.

"Können uns selbst versorgen"

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"Folgeprojekte mit Tesla sind derzeit nicht geplant, weil wir uns in Zukunft hervorragend selbst versorgen können", sagte Harald Kröger, Entwicklungschef für Elektrofahrzeuge bei Mercedes, in der "Automobilwoche". Bisher liefert der US-Elektroauto-Pionier für die B-Klasse von Mercedes Batterie und Antriebsstrang. "Wir haben ein hervorragendes Projekt mit Tesla und arbeiten sehr gut mit den Kollegen zusammen", erklärte Kröger.

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Daimler hatte am vergangenen Dienstag auf dem Genfer Autosalon den Bau einer zweiten Batteriefabrik im sächsischen Kamenz angekündigt. Die Investitionen belaufen sich auf 500 Millionen Euro. Das an die bestehende Produktion angrenzende Werk soll im Sommer 2017 den Betrieb aufnehmen. Die Batteriezellen kauft Daimler aber weiter ein. Mit Zellen lasse sich kein Geld verdienen, betonen die Manager.

Im Oktober 2014 war Daimler bereits als Anteilseigner bei Tesla ausgestiegen. Die Schwaben hatten sich 2009 mit rund neun Prozent am Elektroauto-Pionier beteiligt.

Zetsche: Pole Position in Reichweite

Noch sind aber Elektroautos ein Nischengeschäft für Daimler & Co. Das Gros der Umsätze machen die Schwaben mit ihren herkömmlichen Diesel- und Benziner-Autos. Vorstandschef Dieter Zetsche ist hier zuversichtlich, dass Daimler bald zum größten Premium-Autobauer der Welt aufsteigt. "Wir sind dem Ziel, uns als Nummer eins zu positionieren, ziemlich nahe", sagte Zetsche bei der Vorstellung der neuen E-Klasse in Lissabon.

Nach Einschätzung von einigen Analysten könnte Daimler bereits in diesem Jahr BMW als größten Premium-Hersteller überholen - vier Jahre früher als geplant. Im vergangenen Jahr hat Mercedes die VW-Tochter Audi vom zweiten Platz verdrängt.

nb

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