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Nach Q3-Zahlen

Daimler kappt Prognose

Auch für den Premiumhersteller Daimler werden die Zeiten härter. Die Autokonjunktur schwächelt, jetzt soll kräftig gespart werden. Die Aktie steht im Dax deutlich unter Druck.

Mercedes Benz LKW New Actros

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Der Stuttgarter Autobauer Daimler hat anlässlich seiner Bilanz zum dritten Quartal seine Ergebnisprognose für das laufende Jahr kassiert.

Statt der bislang in Aussicht gestellten knapp neun Milliarden Euro Betriebsergebnis (Ebit) geht Daimler-Chef Dieter Zetsche laut Mitteilung vom Mittwochabend nur noch von "rund acht" Milliarden Euro aus. Die Zahlen sickerten schon am Abend versehentlich durch. Ein ähnliches Missgeschick war zuletzt auch Google passiert.

Gar nicht so schlecht

Die Bilanz zum dritten Quartal fiel allerdings gar nicht so schlecht aus. Danach sank der Nettogewinn zwar von 1,36 auf 1,2 Milliarden Euro, dies war jedoch mehr als die Analystengemeinde erwartet hatte. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging von 2,11 auf 1,92 Milliarden Euro zurück, die Konsensschätzung dafür hatte bei 1,87 Milliarden Euro gelegen.

Umsätze zeigen keine Nachfragedelle

Noch deutlicher hat Daimler im dritten Quartal die Umsatzerwartungen übertroffen, die im Schnitt bei 26,9 Milliarden Euro gelegen hatten. Hier schaffte der Konzern einen Zuwachs um acht Prozent auf 28,6 Milliarden Euro.

Unter den Sparten verdiente die größte Sparte Mercedes-PKW operativ 975 Millionen Euro und damit weniger als im Vorjahr, als 1,1 Milliarden Euro verdient worden waren. Auch der zweitgrößte Bereich, die LKW-Sparte, lag mit 507 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von 555 Millionen Euro. Die Bus-Sparte rutschte sogar in die roten Zahlen.

Die Zeiten werden schwieriger

Der Autobauer spürt konjunkturellen Gegenwind, wie Vorstandschef Dieter Zetsche feststellte. Er erklärte, angesichts der erheblich erschwerten Marktbedingungen habe Daimler noch "gute Ergebnisse" erzielt.

Allerdings kassierte er zusammen mit dem Ergebnisziel auch gleich die Renditeprognose ein. Das bisherige Ziel im Fahrzeugbereich von neun Prozent ab dem Jahr 2013 sei nicht mehr haltbar und werde später erst erreicht werden. Ein neuer Zeitpunkt wurde nicht genannt.

Kräftiger Tritt auf die Kostenbremse

Zetsche, der auch Mercedes-PkW leitet, kündigte an, zukünftig kräftig auf die Kostenbremse zu treten. Im Rahmen des Kostensenkungsprogrammes "fit for leadership" sollen schon bis zum Jahr 2014 zwei Milliarden Euro eingespart werden.

"Wir streben an, den Großteil dieses Volumen schon im Jahr 2013 zu erreichen", erklärte Finanzchef Bodo Uebber. Bis zum Jahr 2017 sollen es sogar sechs Milliarden sein. Vor allem bei Forschung und Entwicklung sowie bei den Sachinvestitionen soll gespart werden, ein Personalabbau ist aber nicht vorgesehen.

Es muss etwas geschehen

Daimler muss reagieren, denn in Europa macht sich die Schuldenkrise deutlich bemerkbar. Die PKW-Nachfrage dürfte in diesem Jahr auf den niedrigsten Stand seit 1992 fallen und auch im wichtigen Automarkt China sind die Verkaufszahlen zuletzt eingebrochen.

Auch der Vergleich mit den Konkurrenten fällt schlecht aus für die Marke mit dem Stern. Denn die Konkurrenz ist produktiver und hat eine wettbewerbsfähigere Produktpalette, wie Bodo Uebber als Begründung für den Renditerückgang einräumte: "Zum Teil fehlen uns die Produkte: Zum Beispiel den BMW X1 haben wir nicht im Portfolio", analysiert derTop-Manager.

Umsatzanstieg 2012 erwartet

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Immerhin, für das vierte Quartal erwartet Daimler einen Absatzzuwachs, da das Geschäft in Amerika weiter gut läuft. Der Konzernumsatz wird im laufenden Jahr bei über 110 Milliarden Euro erwartet nach 106,5 Milliarden Euro im Jahr 2011.

Auch die Dividende soll für das laufenden Jahr stabil bleiben. Für 2011 waren 2,20 Euro ausgeschüttet worden. Bei gleicher Ausschüttungshöhe läge die Dividendenrendite damit bei 5,8 Prozent.

Der Renditeschwund werde aber auch im Schlussquartal weitergehen, da in China, dem größten Automarkt, das Händlernetz gestrafft werde. Auch 2013 soll der Umsatz der PKW- und LKW weiter wachsen, erklärte das Unternehmen am Morgen.

Aktie gibt deutlich nach

An der Börse kommen die Nachrichten nicht gut an. Die Aktie kann sich von ihren Anfangsverlusten nicht lösen und bleibt weiter im Minus. Aktuell gibt der Titel rund 3,4 Prozent nach und bleibt in einem freundlichen Marktumfeld größter Dax-Verlierer.

Seit Anfang August tendiert das Papier seitwärts um die Marke von 40 Euro und droht nun, nach unten aus dieser Bandbreite herauszufallen. Das Jahreshoch lag im März bei 48,55 Euro.