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Automobile

Blick über die Motorhaube auf einen Mercedesstern auf die Straße während der Fahrt

Stuttgarter zahlen Rekorddividende

Daimler hält das Gaspedal durchgedrückt

Stand: 05.02.2015, 08:54 Uhr

Die Stuttgarter haben viel vor. Absatz, Umsatz und Gewinn sollen 2015 deutlich steigen, auch mit der Zugkraft der neuen SUV-Modelle. Fette Versprechen macht Daimler auch an seine Aktionäre, was die Aktie zu Höchstleistungen treibt.

Der Dax-Konzern hebt seine Dividende deutlich an auf 2,45 Euro je Aktie von zuvor 2,25 Euro. So viel Geld wurde noch nie an die Aktionäre ausgeschüttet. Im Vorfeld war bereits über eine Rekorddividende gemunkelt worden. Analysten hatten aber nur mit einer Anhebung auf 2,40 Euro gerechnet.

»Mit dieser erneuten Steigerung der Dividende und damit der höchsten Gewinnbeteiligung der Daimler AG lassen wir unsere Aktionäre am Erfolg des Unternehmens teilhaben und drücken zugleich unsere Zuversicht über den weiteren Geschäftsverlauf aus.«

Bodo Uebber, Daimler Finanzchef

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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An der Börse löst das Euphorie aus. Die Daimler-Aktie legt am frühen Morgen rund zwei Prozent zu, klettert in der Spitze bis auf 84,27 Euro, so hoch wie zuletzt 1999. Analysten sprachen von einer "soliden Quartalsbilanz", lobten vor allem den sehr positiven Ausblick. Es scheine, als seien Daimlers Erwartungen zur allgemeinen Marktentwicklung etwas optimistischer als von anderen Unternehmen gemachte Aussagen, sagte etwa DZ-Bank-Analyst Jasko Terzic, der sein Bewertungsmodell für Daimler in den kommenden Tagen überarbeiten will.

Gewinnrückgang ist kein Ausdruck von Schwäche

Daimlers Bilanz kann sich sehen lassen. Die Stuttgarter fuhren 2014 dank eines Absatzrekords im operativen Geschäft 10,1 Milliarden Euro ein, nach einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 8,0 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Der Umsatz stieg um zehn Prozent auf knapp 130 Milliarden Euro, der Absatz kletterte auf einen neuen Höchstwert von 2,5 Millionen Fahrzeugen.

Der Gewinn ging unterm Strich allerdings zurück, um 16 Prozent auf 7,29 Milliarden Euro. Das ist aber kein Zeichen von Schwäche, sondern hängt mit dem Sondergewinn im Vorjahr von drei Milliarden Euro zusammen, den Daimler aus dem Verkauf von Anteilen an Airbus (ehemals EADS) eingestrichen hatte.

"Daimler ist im Aufbruch"

"Überall im Unternehmen ist deutlich spürbar - Daimler ist im Aufbruch", erklärte Vorstandschef Dieter Zetsche. Er kam seinem Ziel, die Pkw-Rendite auf zehn Prozent vom Umsatz zu steigern, einen großen Schritt näher. Operativ verdiente die Marke mit dem Stern 8,1 Prozent, anderthalb Prozentpunkte mehr als 2013.

Auch für die Zukunft setzt sich der Daimler-Chef hohe Ziele. 2015 will Zetsche Verkaufszahlen, Umsatz und Gewinn aus dem Kerngeschäft erneut "deutlich" steigern. Langfristig plant er noch mehr:

»Gleichzeitig haben wir uns vorgenommen, bei der Ertragskraft ein Niveau zu erreichen, das es in diesem Unternehmen bisher nicht gab. Beides zusammenzubringen, ist die Kernaufgabe unseres Managements.«

Daimler-Chef Dieter Zetsche

Vier neue oder überarbeitete SUV-Modelle sollen für weiteren Auftrieb sorgen. Außerdem soll das milliardenschwere Sparprogramm die nötige Stärke bringen und die Rendite weiter in Richtung von BMW und Audi trimmen.

bs

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