Seitenueberschrift
Gewinneinbruch bei Mercedes
Daimler: Erst nächstes Jahr wird es besser
Daimler hat im vergangenen Jahr wie erwartet ein operatives Ergebnis von 8,1 Milliarden Euro eingefahren. Deutlich weniger verdient hat die Kernmarke Mercedes. Wirkliche Besserung ist in diesem Jahr noch nicht in Sicht.
Mercedes CLA Coupé
Dank der erwarteten Erholung im zweiten Halbjahr geht Daimler derzeit davon aus, dass das operative Ergebnis (Ebit) aus dem laufenden Geschäft in diesem Jahr in etwa gleioch hoch ausfallen wird als im Vorjahr.
Für Mercedes-Benz Cars rechnet das Unternehmen für das Gesamtjahr mit einem erneuten Rückgang des Ergebnisses, während die übrigen automobilen Geschäftsfelder die Ergebnisse des Jahres 2012 übertreffen sollten. Allerdings dürfte das erste Quartal markt- und modellzyklusbedingt das schwächste des Gesamtjahres sein.
Schwache Geschäfte in China
Erst im Jahr 2014 und in den Folgejahren erwartet Daimler für alle automobilen Geschäftsfelder und den Gesamtkonzern eine Verbesserung der operativen Ergebnisse. Für Daimler Financial Services geht der Konzern für die nächsten beiden Jahre von einer stabilen Ergebnisentwicklung aus.
Daimler verbuchte 2012 bei Mercedes-Benz Cars unter anderem wegen schwacher Geschäfte in China und hoher Ausgaben für neue Fahrzeugmodelle sowie aufgrund des Ausbaus der Produktionsstätten im In- und Ausland einen deutlichen Rückgang des operativen Ergebnisses auf 4,4 Milliarden Euro von 5,2 Milliarden Euro ein Jahr zuvor.
Gesunkene Umsatzrendite
Dadurch sank die Umsatzrendite auf 7,1 Prozent, nach 9,0 Prozent im Vorjahr. Zum Vergleich: Konkurrent Audi schaffte in den ersten neun Monaten des letzten Jahres eine Rendite von 11,2 Prozent. Renditekönig ist Porsche mit 18,5 Prozent.
In der Omnibus-Sparte ist Daimler 2012 in die Verlustzone gefahren. Der Vorsteuerverlust erreicht 232 Millionen. 2011 war noch ein positives Ergebnis von 162 Millionen erreicht worden.Trotz dieses Einbruchs beim operativen Gewinn will Daimler an die Aktionäre eine stabile Dividende von 2,20 Euro je Aktie zahlen.
Verkauf der EADS-Anteile hilft
Unter dem Strich fuhr der Dax-Konzern 6,5 Milliarden Euro ein (2011: 6 Mrd. Euro). Das entspricht einem Plus von acht Prozent. Allerdings profitierte Daimler merklich vom Verkauf der milliardenschweren EADS-Anteile - die Schwaben beziffern den positiven Effekt mit 709 Millionen Euro.
An der Börse kommen die Zahlen gut an. Die Daimler-Aktie notiert zu Handelsbeginn knapp zwei Prozent höher und gehört damit zu den stärksten Werten im Index. Händler sahen die operative Entwicklung im Schlussquartal knapp unter den Erwartungen, den Umsatz und den Nettogewinn aber darüber. Dazu komme der solide und unveränderte Dividendenvorschlag und das erwartete Modellfeuerwerk. Bis 20120 will das Unternehmen 13 neue Mercedes-Fahrzeuge herausbringen.
Gleichzeitig soll die Fertigungszeit bis 2015 je Fahrzeug auf 30 Stunden reduziert werden.
Stand: 07.02.2013, 09:07 Uhr