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Medien

Kurstafel an der Deutschen Börse in Frankfurt

Zu hohe Fixkosten

DAF ist insolvent

Stand: 08.03.2015, 14:41 Uhr

Rückschlag für das Kulmbacher Förtsch-Imperium: Das Deutsche Anleger-Fernsehen (DAF), eine Tochter der Börsenmedien AG, hat Insolvenz angemeldet. Künftig soll der Sender im Internet weitergeführt werden.

Vor neun Jahren startete das Deutsche Anleger-Fernsehen als Livestream im Internet. Seit 2007 ist das DAF über Satellit und Kabelnetze frei empfangbar. Tagsüber berichten mehrere Redakteure vom Geschehen an der Frankfurter Börse. Zeitweise gibt es auch Live-Schaltungen auf N24. Der Sender kooperiert mit dem DAF.

Nicht genügend Werbeeinnahmen

Künftig jedoch wird man die DAF-Moderatorinnen und -Reporter wohl nicht mehr im frei empfangbaren Fernsehen sehen können. Dem Börsen-Sender ist das Geld ausgegangen. Die hohen Fixkosten für die Satellitenübertragung des Fernsehprogramms führten zu erheblichen Verlusten und trieben DAF in den Ruin. Die hohen Ausgaben konnten nicht durch Werbeeinnahmen komplett kompensiert werden. "Unsere TV-Werbeumsätze sind aufgrund des schwierigen Umfelds unter den Erwartungen geblieben", teilte DAF-Vorstandschef Conrad Heberling mit. Angeblich seien mehrere Werbekunden wegen der Franken-Aufwertungen in eine finanzielle Schieflage geraten, hieß es in den Medien.

Selbst das abendliche Doku-Programm mit zahlreichen Tiersendungen konnte DAF nicht vor der Insolvenz bewahren. Bereits Anfang März wurden die Dokus aus dem Programm gestrichen.

Sender künftig nur noch im Internet

In den kommenden Monaten soll das DAF von einem frei empfangbaren Fernsehsender in einen Internet-TV-Sender und in eine TV-Produktionsfirma umgewandelt werden. Dabei sollen möglichst viele der 39 Jobs erhalten bleiben. Der Berliner Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter Christian Köhler-Ma soll die Umstrukturierung steuern. Vorläufig läuft der Sendebetrieb noch weiter.

nb

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