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Chemie

Luftaufnahme von Covestro in Leverkusen

Gewinnsprung

Covestro lässt die Kassen klingeln

Stand: 23.02.2016, 11:18 Uhr

Der Börsengang im Oktober hat die frühere Bayer-Tochter Covestro viel Geld gekostet. Dennoch macht der Gewinn im vergangenen Jahr einen Riesensprung - dem billigen Öl sei Dank.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen ist trotz sinkender Verkaufspreise um 41,3 Prozent auf 1,64 Milliarden Euro geklettert. Unter dem Strich legte der Gewinn um mehr als ein Viertel auf 343 Millionen Euro zu, während der Umsatz nur um 2,7 Prozent auf knapp 12,1 Milliarden Euro anstieg. Den Aktionären winkt eine Einstandsdividende von 0,70 Euro je Aktie. Analysten hatten im Schnitt mit etwas weniger erwartet.

An der Börse kamen die Zahlen zunächst nicht gut an. Die in den letzten Wochen heftig unter Druck geratene Covestro-Aktie fiel erst ans MDax-Ende, um dann wieder an seine Spitze zu steigen.

Kunststoff gefragt

Konzernchef Patrick Thomas sprach von einem erfolgreichen Startjahr für den MDax-Aufsteiger. Alle drei Geschäftseinheiten trugen laut Thomas zur positiven Entwicklung im vergangenen Jahr bei. Besonders kräftig war das Wachstum im Geschäft mit Polycarbonat-Spezialkunststoffen. Doch auch das Geschäft mit Weich- und Hartschaummaterialien (Polyurethanes) legte im vergangenen Jahr zu. Bei Beschichtungen und Spezialchemikalien sorgte das Mengenwachstum gar für einen Rekordumsatz.

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Auch für das laufende Jahr äußerte sich Covestro zuversichtlich. Trotz der tiefen Krise einiger Schwellenländer erwartet das Unternehmen für 2016 insgesamt einen "positiven Verlauf". Angesichts positiver Erwartungen an die Weltkonjunktur und die Entwicklung wichtiger Abnehmerbranchen sei 2016 ein weiteres Mengenwachstum zu erwarten. Der Zuwachs dürfte im mittleren einstelligen Prozentbereich liegen. Eine konkrete Umsatz- und Ergebnisprognose gab das Unternehmen aber nicht ab.

Bayer profitiert

Bayer hatte seine Kunststofftochter im vergangenen Oktober an die Börse gebracht, hält aber noch rund 69 Prozent der Anteile. Deshalb dürfte auch der Leverkusener Mutterkonzern von dem Gewinnsprung profitieren. Covestro fertigt Vorprodukte für die Auto-, Möbel-, Haushaltsgeräte- und Bauindustrie. Kunststoffe des Unternehmens finden sich im Schaumstoff von Matratzen, Autositzen, aber auch in Blu-ray-Discs und dem Fußball-WM-Ball.

lg

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