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Aktie der Commerzbank fährt Achterbahn
Commerzbank träumt vom Paradies in Polen
Die Commerzbank-Aktie hat eine beachtliche Jahresbilanz. Zuletzt trieb die Aussicht auf eine hübsche Dividende der polnischen Tochter. Doch der Traum von 100 Millionen hielt nur kurz. Der heutige Kursverlauf zeigt wieder: Die Aktie hat den Hang zum Zockerpapier.
Das Paradies ist anderswo: In Deutschland muss sich die Commerzbank ganz schön strecken.
Es dürfte einer der wenigen schönen Moment im Alltag der Frankfurter Bank werden. Die polnische Banktochter könnte das erste Mal seit mehr als einem Jahrzehnt ihre Aktionäre – und damit auch ihren Großaktionär Commerzbank, der immerhin 70 Prozent der Aktien hält – beschenken. Sicher ist das noch nicht, aber: "Es besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass wir von dem 2012-Gewinn eine Dividende ausschütten werden", sagte BRE-Chef Cezary Stypulkowski am Donnerstag in Warschau.
Die Bank werde voraussichtlich weniger als die Hälfte des Vorjahresgewinn ausschütten, erklärte der Vorstandschef des viertgrößten Kreditinstitut Polens. Der Gewinn dürfte 2012 ähnlich hoch sein wie im Vorjahr, er wird "in der Nähe" des Rekords von 1,13 Milliarden Zloty liegen, so Stypulkowski. Das sind umgerechnet rund 276 Millionen Euro. Da dank steigender Kredite auch im laufenden Jahr mit einem Gewinn in der Nähe des Rekords gerechnet wird, kann es sich die Bank erlauben, endlich auch an die Aktionäre zu denken.
100 Millionen Euro - ein kleiner Trost
Die offiziellen Zahlen werden erst am 8. Februar bekannt gegeben. Daher lässt sich nur überschlägig kalkulieren, wie viel Geld die Commerzbank wohl aus Polen bekommen könnte. Es dürften annähernd 100 Millionen Euro sein.
Angesichts der Probleme der Bank ist das nicht viel, aber immerhin ein Lichtblick. Entsprechend profitierte der Aktienkurs auch heute davon. Das Papier legte zeitweise zwei Prozent zu auf 1,73 Euro. Ein Händler sagte: "Die Commerzbank-Aktie steigt derzeit ohnehin sehr dynamisch an und da wird eine solche Nachricht dankbar positiv interpretiert." Der Chart habe zunächst auch noch Platz nach oben, nachdem die Aktien am Vortag auf ein neues Hoch seit April geklettert waren. Gestern hatte die Bank bereits drei Prozent gewonnen. Kam damit auf eine bisherige Jahresbilanz von 21 Prozent Kursgewinn.
Doch innerhalb kürzester Zeit bewies das Papier heute seine Zockerqualitäten. Statt zwei Prozent Kursgewinn standen innerhalb kürzester Zeit sieben Prozent Kursverlust auf der Tagestafel. Die Aktie fiel zurück auf 1,58 Euro.