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Banken

Der Vorstandssprecher der Commerzbank, Martin Blessing, spricht im Mai 2009 auf einer Pk in Frankfurt am Main

Nach guten Quartalszahlen

Commerzbank: Gibt's 2016 Dividende?

Stand: 07.05.2015, 13:21 Uhr

Für Anleger war die Commerzbank-Aktie in den letzten Jahren ein verheerender Verlustbringer. Die Kurse purzelten, Dividenden wurden keine gezahlt. Letzteres könnte sich bald ändern.

"Für das Geschäftsjahr 2015 planen wir eine Dividende zu zahlen und wollen dafür quartalsweise entsprechende Rückstellungen bilden", bekräftigte Konzernchef Martin Blessing am Donnerstag in einer Mitteilung. "Ob es am Ende des Jahres reichen wird, müssen wir abwarten." In den ersten drei Monaten 2015 reservierte das seit Jahren kriselnde Geldhaus 57 Millionen Euro für eine mögliche Dividende.

Das Tagesgeschäft lief zum Jahresauftakt gut, in allen Segmenten stiegen die Erträge. Am stärksten legte trotz der historisch niedrigen Zinsen das Privatkundengeschäft zu. Die Sparte steigerte ihr operatives Ergebnis um 45 Prozent auf 161 Millionen Euro. Dabei profitierte die Bank von ihrer Offensive in der Vermögensverwaltung und von einem weiteren Kundenzuwachs von netto 66.000.

Bad Bank belastet weniger

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Bereits in der vergangenen Woche hatte die Bank mitgeteilt, dass sie ihr operatives Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf insgesamt 685 Millionen Euro mehr als verdoppelt hat. Der Überschuss kletterte von 200 Millionen Euro auf 366 Millionen Euro.

Die interne "Bad Bank" NCA, in der die Bestände an Schiffs-, Immobilien- und Staatskrediten abgewickelt werden, belastet die Bank immer weniger. Der operative Verlust halbierte sich auf 86 (174) Millionen Euro, das Portfolio an Schiffs- und Immobilien-Finanzierungen schrumpfte seit Jahresende 2014 trotz negativer Währungseffekte um zwei Milliarden auf 30 Milliarden Euro.

Rendite von zehn Prozent

Für Finanzchef Stephan Engels hat das erste Quartal gezeigt, dass die Großbank 2016 die selbst gesteckten Ziele erreichen könne. Dazu gehört eine Eigenkapitalrendite von zehn Prozent. "Wir kämpfen weiter für dieses Ziel, und obwohl wir das erste Quartal nicht einfach mal vier nehmen können, hat (es) zumindest deutlich gezeigt, dass wir grundsätzlich dorthin kommen können", erklärte Commerzbank-Chef Martin Blessing auf der Bilanzpressekonferenz - und fügte hinzu, das Renditeziel zu erreichen, sei angesichts der niedrigen Zinsen schwieriger geworden.

lg

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Stärken und Schwächen der Commerzbank

Große Fortschritte beim Umbau

Bad Bank

Ein Milliarden-Volumen an Altlasten schlummert noch immer in dem Konzern-Bereich "Non Core Assets" und Schiffsfinanzierungen. Der Commerzbank ist es aber auch im zweiten Quartal gelungen, die Kredite dieser konzerneigenen Bad Bank schneller als geplant abzubauen. Der Bestand ist bis Ende Juni auf 54,3 Milliarden Euro gesunken. Wann der Bereich komplett abgewickelt ist, steht allerdings in den Sternen.

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