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Kapitalerhöhung entsetzt die Börse - Aktie unter Druck

Die Commerzbank und der 2,5-Milliarden-Euro-Deal

von Bettina Seidl

Jetzt ist es amtlich: Die Commerzbank will eine Kapitalerhöhung im Umfang von 2,5 Milliarden Euro durchführen. Das schlägt an der Börse ein wie eine Bombe. Da nützt es auch nichts, dass die Bank die ganze Aktion aufhübscht.

Commerzbankturm in Frankfurt vor dunklem Himmel

Kapitalerhöhung plus Aktienzusammenlegung - das gefällt der Börse gar nicht, die Commerzbank-Aktie gerät unter Druck.

Die Commerzbank will mit dem Geld ihre Staatshilfen vollständig zurückzahlen. Geplant ist, die stillen Einlagen des Rettungsfonds SoFFin über 1,6 Milliarden Euro vorzeitig zurückzahlen. Außerdem will Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus die stillen Einlagen der Allianz über 750 Millionen Euro auslösen. Diese hatte der Versicherer der Commerzbank als Mitgift bei der Übernahme der Dresdner Bank gegeben.

Wie die Kapitalerhöhung aussieht...

Insgesamt hat die Kapitalerhöhung einen Umfang von 2,5 Milliarden Euro. Es handelt sich um eine so genannte gemischte Bar-/Sachkapitalerhöhung. Das hängt damit zusammen, dass der SoFFin, der 25 Prozent plus eine Aktie an der Commerzbank besitzt, kein Geld mehr zuschießen kann. Daher platziert er einen Teil seines Aktienpakets über ein Bankenkonsortium an der Börse. Diese Aktien werden ohne Bezugsrecht platziert. Dadurch sinkt der Anteil des Bundes im ersten Schritt auf 15 Prozent.

Der SoFFin übt aber in einem zweiten Schritt diese Bezugsrechte aus, und zwar durch Wandlung der Stillen Einlage. Damit kommt er wieder auf knapp unter 20 Prozent Anteil an der Commerzbank. Alle übrigen Aktionäre müssen aber die Kapitalerhöhung in bar durchführen. Die ganze Aktion soll bis Mitte Mai, spätestens aber Anfang Juni über die Bühne sein.

Das genaue Bezugsverhältnis und weitere Details muss der Vorstand noch festzurren. Danach muss der Aufsichtsrat noch zustimmen. Die ganze Aktion soll bis Mitte Mai, spätestens aber Anfang Juni über die Bühne sein.

Aktienzusammenlegung von 10:1

Um der Aktie optisch wieder den richtigen Schliff zu verpassen, wird die Commerzbank zudem Aktien zusammenlegen: im Verhältnis 10:1. Was das bringt? Der durch diverse Kapitalerhöhungen verwässerte Kurs wird wieder zehnmal höher.

Die Aktionäre sollen auf der von Mai auf April vorgezogenen Hauptversammlung ihren Segen geben. Die Aktienzusammenlegung soll den Weg bereiten für die dann anstehende Kapitalerhöhung.

Aktie unter Druck

Bereits im Vorfeld war es aus mehreren Quellen durchgesickert: Die Bank will oder muss ihre Aktionäre um noch mehr Geld bitten. In dieser Breite klang das nach mehr als nach einem bloßen Gerücht. Nur über die Summe herrschte noch Uneinigkeit. Während das "Manager Magazin" von 700 bis 800 Millionen schrieb, die Nachrichtenagentur Reuters von bis zu einer Milliarde Euro erfuhr, zitierte das "Handelsblatt" Finanzkreise, die von bis zu drei Milliarden Euro ausgingen.

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
13.02
Differenz absolut
-0.32
Differenz relativ
-2.36%

Entsprechend stark die Kursreaktion. An der Börse schlugen die Gerüchte bereits gestern ein wie eine Tatsache. Die Commerzbank-Aktie, die zunächst noch vier Prozent notierte bei 1,50 Euro, drehte schlagartig ins Minus. Am Ende standen nur noch 1,40 Euro auf der Kurstafel, ein Tagesverlust von drei Prozent. Heute nach der offiziellen Bestätigung ging es bis zu zwölf Prozent abwärts, in der Spitze bis auf 1,20 Euro.

Es ist nicht das erste Mal, dass die in der Finanzkrise teilverstaatlichte Bank ihre Aktionäre bittet, über Kapitalmaßnahmen mehr Geld ins Institut zu pumpen. Daher sorgen sich Anleger, dass die Bank ein Fass ohne Boden ist. Dass auch neues Geld wieder versickert, ohne dass sich etwas nachhaltig bei der Bank verbessert.

Stand: 13.03.2013, 12:06 Uhr

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