Seitenueberschrift

Fast Food

Fajita-Burrito und Chipotle-Logo

Von der Kursrakete zum Anlegerschreck

Chipotle: Was hoch steigt…

von Angela Göpfert

Stand: 05.01.2016, 13:08 Uhr

… kann auch tief fallen. Chipotle galt einst als Vorreiter von "gesundem Fast Food". Doch von diesem Image ist nicht mehr viel übrig geblieben. Die Geschichte eines Niedergangs.

Die Chipotle-Aktie hat das neue Jahr so begonnen, wie sie das alte beendet hat: mit drastischen Verlusten. Mit einem Minus von 6,5 Prozent war der Titel am Montag der schlechteste Wert im marktbreiten S&P 500.

Eine negative Analystenstimmen vergraulte die Anleger: Oppenheimer senkte seine Bewertung für Chipotle von "Outperform" auf "Perform" und verwies zur Begründung auf die gestiegenen Ausgaben für Verbesserungen bei der Lebensmittelhygiene.

Mehr als nur ein Burrito

Tatsächlich ist das Unternehmen gerade dabei, mit Problemen bei der Lebensmittelhygiene seine Kernkompetenzen zu verspielen. Dazu gehörten einst Nachhaltigkeit und gesundes Essen. Damit ist Chipotle groß geworden. Damit sind seine Aktionäre reich geworden.

Schließlich ist hier ein Burrito nicht einfach nur ein Burrito! Nein, "es ist eine handgemachte, die lokalen Bauern unterstützende, die Esskultur ändernde Rolle höchsten Genusses"!

E.coli-Skandal

Höchster Genuss für die Aktionäre waren hingegen die zweistelligen jährlichen Zuwachsraten bei Umsatz, Gewinn und Aktienkurs. Von Ende 2012 bis Mitte 2015 hat sich der NYSE-Titel in der Spitze mehr als verdreifacht.

Doch dann folgte der tiefe Absturz. Zahlreiche Kunden erlitten nach dem Besuch von Chipotle-Restaurants leichte bis mittelschwere Lebensmittelvergiftungen mit E.coli-Bakterien. Chipotle musste bestimmte Standorte vorübergehend schließen, um die Lebensmittelprobleme zu untersuchen.

Dramatischer Kurseinbruch

Das ging natürlich an der Aktie nicht spurlos vorüber. In den vergangenen drei Monaten ist die Chipotle-Aktie um mehr als ein Drittel eingebrochen. Mit dem Rutsch unter die 200-Tage-Linie sendet der Titel ein technisches Verkaufssignal.

Anleger sollten jetzt sicherlich nicht den Fehler machen und das Unternehmen komplett abschreiben. Bekommt das Unternehmen seine Probleme bei der Lebensmittelsicherheit zügig und einigermaßen kostenschonend in den Griff, ist auch eine Erholungsbewegung nach dem scharfen Kursrückgang möglich.

Griff ins fallende Messer

Doch um sich von solch einem essenziellen Rückschlag zu erholen, braucht es Jahre – nicht Wochen oder Monate. Die alten Höchstkurse von bis zu 758 Dollar wird Chipotle so schnell nicht wiedersehen.

Wer zum jetzigen Zeitpunkt, da sich im Chart eine Bodenbildung noch nicht einmal im Ansatz andeutet, Chipotle-Aktien kauft, greift ins fallende Messer.

Darstellung: