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China

Ein Mann sitzt vor einer leeren Kurstafel an der Börse in Beijing, China

Börsenhandel in China erneut gestoppt

China-Crash, der zweite!

Stand: 07.01.2016, 08:48 Uhr

Das gab's noch nie in der Börsengeschichte Chinas: Nach nur 15 Minuten wurde der Handel am Donnerstag ausgesetzt. Die Aktienmärkte waren zuvor zum zweiten Mal in dieser Woche dramatisch abgestürzt.

Um mehr als sieben Prozent rutschten am Morgen die Kurse in Shanghai und Shenzhen in den Keller. Daraufhin beendete die Börsenaufsicht den Handel. Wie am Montag kam der zum Jahresanfang eingeführte Schutzmechanismus zum Einsatz. Er sieht bei einem Minus von über sieben Prozent einen völligen Abbruch des Handels vor.

Auslöser für den erneuten Kursrutsch war die Sorge, dass die massiven staatlichen Eingriffe in die Märkte auf eine strukturelle Schwäche der chinesischen Konjunktur hindeuten. Die chinesische Regierung hatte nach dem Einbruch zum Wochenanfang Milliarden in den Markt gepumpt.

Neue Regeln für Großaktionäre

Zudem hatten sich die Anleger zuletzt vor einem Verkaufsüberhang gesorgt, wenn das seit einem halben Jahr geltende Aktien-Verkaufsverbot für Großaktionäre am Freitag ausläuft. Die chinesische Börsenaufsicht reagierte heute und verkündete neue Regeln. Künftig dürfen Großaktionäre nur alle drei Monate maximal ein Prozent der Anteile eines Unternehmens verkaufen. Zudem muss der Verkauf gut zwei Wochen vorher angekündigt werden. Mehrere Experten fordern eine Verlängerung des Verkaufsverbots für Großaktionäre.

Die Börsenaufsicht kam am Morgen zu einem Krisentreffen zusammen. Es endete aber ohne Ergebnis. Auf dem Krisentreffen wurde über den seit Jahresanfang geltenden Schutzmechanismus eines Handelsstopps nach hohen Schwankungen und die aktuelle Marktlage diskutiert.

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Für neue Irritationen sorgte auch die erneute Abwertung des Yuan durch die Bank of China. Die Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 6,5646 Yuan zu einem Dollar fest. Damit fiel die chinesische Währung auf den tiefsten Stand seit fast fünf Jahren. Der große Ausverkauf drohe aber noch, meinte Devisenexperte Gian Marco Salcioli von der Bank Intesa Sanpaolo.

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ARD-Börse: Dax fällt unter die 10.000

Der angebliche Atomtest in Nordkorea dürfte ebenfalls die Stimmung an den chinesischen Börsen belastet haben. Nordkorea hatte nach eigenen Angaben am Mittwoch erstmals erfolgreich eine Wasserstoffbombe gezündet. Atomexperten in Südkorea und anderen Staaten bestätigten nach Erdbebenmessungen einen Kernwaffentest in dem international isolierten Land. Die USA und ihr Verbündeter Südkorea haben dem nordkoreanischen Regime nach dessen neuem Atomtest ernste Konsequenzen angedroht.

Dax unter 10.000 Punkten

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Der neuerliche Crash in China belastete die Börsen in Asien. Der japanische Nikkei sackte um rund zwei Prozent ab und fiel unter die psychologisch wichtige Marke von 18.000 Punkten. Auch die Aktienmärkte in Europa dürften am Donnerstag leiden. Der Dax wird vorbörslich bei unter 9.900 Punkten gesehen.

Wegen der Furcht vor einer Konjunkturabkühlung in China sackten die Rohstoffpreise weiter ab. Der Ölpreis rutschte auf den tiefsten Stand seit über elf Jahren. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um über zwei Prozent auf 33,41 Dollar je Barrel. Der Goldpreis kletterte indes auf rund 1.100 Dollar. Chinas Wirtschaft ist 2015 voraussichtlich "nur" um sieben Prozent gewachsen.

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nb

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