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Autos

Neufahrzeuge stehen zur Verschiffung auf dem VW-Autoterminal bereit

Schwächesignal von Deutschlands wichtigster Industrie

China-Absatz deutscher Autobauer sinkt

Stand: 14.02.2016, 14:16 Uhr

Der Absatz der deutschen Autobauer auf dem weltgrößten Pkw-Markt China ist 2015 erstmals zurückgegangen. Vor allem VW ist für den Rückgang verantwortlich.

BMW, Daimler und der VW-Konzern verkauften im vergangenen Jahr zusammen 4,4 Millionen Autos und damit 1 Prozent weniger als noch 2014. Dabei legte der Gesamtmarkt im Reich der Mitte, der inzwischen für gut 20 Millionen Pkw steht, über alle Hersteller hinweg um 9 Prozent zu.

Entsprechend verloren die deutschen Autobauer auch beim Marktanteil. 2015 kamen sie zusammen nur noch auf knapp 22 Prozent vom Kuchen. 2014 waren es gut 24 Prozent gewesen. Das ergab eine Analyse des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungskonzens EY (Ernst & Young), die der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag vorlag.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
134,35
Differenz absolut
-3,60
Differenz relativ
-2,61%

So wichtig ist China

Der entscheidende Treiber des Negativtrends war die VW-Gruppe. Die in China eigentlich erfolgsverwöhnten Wolfsburger büßten 2015 beim Anteil auf dem chinesischen Markt 2,3 Prozentpunkte ein und fielen auf 17,7 Prozent zurück - der niedrigste Wert seit 2010. Der VW-Konzern verkauft schon seit Jahren mehr als jedes dritte Auto in China. Doch durch den jüngsten Dämpfer gab es erstmals einen Rückschritt: Der Anteil des Marktes am Gesamtabsatz des Konzerns fiel um einen Punkt auf 36 Prozent.

Der VW-Konzern verlor in absoluten Verkaufszahlen klar in China (minus 3,4 Prozent), BMW büßte trotz eines gestiegenen Volumens leicht beim Marktanteil ein und einzig Mercedes-Benz-Cars (ohne Vans) stärkte dank satter Absatzzuwächse auch die eigene Marktposition.

Auch China baut Autos

Mit einer chinesischen Fahne bedecktes Auto

Automarkt China. | Bildquelle: picture alliance / dpa, Montage: boerse.ARD.de

"2015 hat die deutsche Automobilindustrie in China wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt", sagte der EY-Partner und Branchenfachmann Peter Fuß. "Die Zeiten des ungebremsten Wachstums dort sind vorbei, der Markt normalisiert sich wieder, und gerade ausländische Anbieter hatten es im vergangenen Jahr in China schwer."

Fuß gibt zu bedenken, dass die einheimischen Marken laut Zahlen des chinesischen Automobilverbands vergangenes Jahr 15 Prozent gewannen, während die ausländischen Marken gerade einmal 2 Prozent schafften. Aktuell liegt der Anteil Chinas am weltweiten Neuwagenmarkt bei 31 Prozent. Vor zehn Jahren war Europas Einfluss mit 34 Prozent ähnlich hoch, inzwischen sackte der Anteil des Kontinents auf 22 Prozent ab.

dpa

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