Windkraft

Capital Stage - Solarpark in Brandenburg

Übernahme scheint perfekt Capital Stage schluckt Chorus

Stand: 30.05.2016, 10:37 Uhr

Gemeinsam können wir mehr ausrichten, haben sich offenbar die beiden Wind- und Solarpark-Betreiber Capital Stage und Chorus Clean Energy gesagt. Der Zusammenschluss der beiden Konkurrenten scheint nur noch Formsache.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat des "Zielunternehmen" unterstützen das Angebot von Capital Stage, das wurde bereits bekannt. Das SDax-Unternehmen Captial Stage hatte zuvor ein Angebot auf den Tisch gelegt, das der Chorus-Aktie mächtig Rückenwind verschafft hat:

Mit 9,50 Euro liegt sie im Xetra-Handel rund 17 Prozent über dem Freitagsschluss. Dieser Preis kommt auch schon fast wieder auf den Ausgabepreis heran, zu dem die Papiere im vergangenen Herbst beim Börsengang zugeteilt worden waren. Chorus hatte im Oktober 2015 den Börsengang erst im zweiten Anlauf geschafft - zu sehr hatte zuvor der Aktiencrash in China die Märkte belastet.

Fünf Aktien für drei

Nach nur einem halben Jahr Börsenzugehörigkeit nun schon die Übernahme durch einen Mitbewerber: SDax-Mitglied Capital Stage will Chorus durch einen Aktientausch übernehmen. Das Gebot lautet fünf eigene Aktien für drei Papiere von Chorus Clean Energy.

In Euro ausgedrückt entspricht dies einem Preis von 11,52 Euro je Chorus Aktie auf Basis der Freitagskurse. Der Aufschlag auf den gewichteten Durchschnittspreis der vergangenen drei Monate liegt bei 36 Prozent.

Dass die Chorus-Aktie nicht sogleich in diese Kursregion springt, liegt vor allem daran, dass die Capital Stage-Aktie, quasi die Tauschwährung, am Montag deutlich einbüßt, sie verliert derzeit rund drei Prozent auf 6,20 Euro.

Formal ist der Vollzug der Übernahme an eine Annahmequote von mindestens 50 Prozent geknüpft. Eine außerordentliche Hauptversammlung bei Capital Stage soll am 8. Juli über eine Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage abstimmen.

Chorus dick in den schwarzen Zahlen

Chorus hatte in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2015/16 Umsatzerlöse von 49 Millionen Euro erreicht. Das dritte Quartal war mit 18 Millionen Euro dabei ein sehr gutes. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) schaffte das Unternehmen ein Ergebnis von 39,5 Millionen Euro. Unter dem Strich lag der Gewinn bei 12,0 Millionen Euro.

Weiter auf Zukäufe eingestellt

Die Absichten beider Unternehmen hinter dem Zusammenschluss sind klar: Er schaffe "einen der größten unabhängigen Solarpark- und Windkraftanlagenbetreiber im Wachstumsmarkt Erneuerbare Energien in Deutschland und in Europa", so Capital-Stage-Chef Klaus-Dieter Maubach. Die gemeinsame Stärke ermögliche es, "großvolumigere Akquisitionen zu realisieren und erleichtert uns den Eintritt in neue chancenreiche geografische Märkte".

Auch das vereinte neue Unternehmen wird also ebenfalls auf Übernahmekurs im Windpark-Markt sein, so viel scheint klar.

AB

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