Seitenueberschrift

Mobilfunk

Drillisch-Chefs Vlasios Choulidis (links) und Paschalis Choulidis

Aktie rutscht ab

Brüderlicher Chefwechsel bei Drillisch

Stand: 24.03.2016, 09:13 Uhr

Der Mobilfunkanbieter hat im vergangenen Jahr dank Zukäufen seinen rasanten Wachstumskurs fortgesetzt und die Erwartungen teilweise übertroffen. Überraschender kommt der Wechsel an der Unternehmensspitze. Die Drillisch-Aktie bricht ein.

Der langjährige Vorstandschef Paschalis Choulidis legt sein Amt aus persönlichen Gründen zum 30. Juni nieder, teilte das TecDax-Unternehmen am Mittwochabend nach Börsenschluss mit. Nachfolger wird sein Bruder Vlasios. Das Brüderpaar hatte bisher gemeinsam Drillisch geführt.

Aufbau einer Ladenkette

Im abgelaufenen Jahr haben die beiden Brüder mit griechischen Wurzeln Drillisch in eine neue Dimension geführt. Mit dem Erwerb der Marke "Yourfone" von E-Plus wagt sich das Unternehmen aus dem hessischen Maintal erstmals in die Fußgängerzonen des Landes und betreibt gut 300 Läden, die einst zu O2 (Telefonica Deutschland) gehörten. Bislang verkaufte die Firma vor allem günstige Flatrate-Tarife über das Internet. Zu den Billigmarken von Drillisch zählen "Simply" oder "Discotel".

Dank der Übernahme von Yourfone und des Händlers The Phone House konnte der viertgrößte deutsche Mobilfunkanbieter 2015 seinen Umsatz mehr als verdoppeln auf 629,5 Millionen Euro. Die Zahl der Handy-Nutzer erhöhte sich um über ein Drittel auf rund 2,59 Millionen.

Dividende steigt erneut

Der Gewinn stieg weniger stark als der Umsatz. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um 29 Prozent auf 105,6 Millionen Euro. Den Aktionären winkt eine höhere Dividende. Sie soll um fünf Cent auf 1,75 Euro je Aktie steigen. Damit schüttet Drillisch erneut mehr aus als unterm Strich verdient wurde. In diesem Jahr soll die Dividende mindestens auf dem Niveau von 2015 bleiben. Beim Ebitda wird eine Steigerung auf 115 bis 120 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Aktie unter Druck

Die guten Zahlen werden jedoch am Donnerstag von den Anlegern ignoriert. Der Wechsel an der Unternehmensspitze sorgt für Verstimmung. Laut DZ-Bank-Analyst Karsten Oblinger stand Konzernchef Paschalis Choulidis für die "Drillisch-Story". Die Aktie von Drillisch fällt am Morgen um knapp acht Prozent und ist größter Verlierer im TecDax.

Die Schweizer Großbank UBS hat die Titel auf "Buy" mit einem Kursziel von 48 Euro belassen. Auf Ein-Jahres-Sicht hat die TecDax-Aktie gut zwölf Prozent zugelegt.

nb

Darstellung: