Sprint SoftBank und T-Mobile-Logos

Sprint heiß begehrt Fährt Warren Buffett der Telekom in die Parade?

Stand: 17.07.2017, 09:23 Uhr

Warren Buffett liebäugelt offenbar damit, bei dem US-Mobilfunkanbieter Sprint einzusteigen. Dort hat doch eigentlich die Deutsche Telekom ihre Fühler ausgestreckt und lotet eine Fusion aus.

Im US-Mobilfunkmarkt tut sich was. Heiß umworben derzeit der viertgrößte Anbieter Sprint. Insidern zufolge prüfen die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway von US-Starinvestor Warren Buffett sowie das Medienunternehmen Liberty Media von US-Medienmogul John Malone den Einstieg. Offebar geht es um Investitionen in der Größenordnung von 10 bis 20 Milliarden Dollar.

Frühe Gespräche

Buffett und Malone hätten sich unabhängig voneinander mit dem Eigentümer von Sprint getroffen, dem Chef des japanischen Tech-Konzerns Softbank. Das berichteten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen am Freitag. Zuvor hatte bereits das "Wall Street Journal" darüber berichtet.

Die Gespräche seien aber noch in einem frühen Stadium. Wie eine Transaktion konkret aussehen könnte, sei unklar.

Anleger sind elektrisiert

An der Börse kommt es gut an, dass Sprint so heiß begehrt ist. Die Aktien zogen nach dem Bericht deutlich an und notierten zuletzt rund vier Prozent im Plus. Die Aktien des Konkurrenten T-Mobile US reagierten kaum.

Der japanische Milliardär Masayoshi Son, der mit Softbank über 80 Prozent an Sprint hält, forciert offenbar die Bemühungen um einen Anteilsverkauf. Die Kabelfirmen Charter Communications, die zum Konglomerat von Malone gehört, und Comcast verhandeln bereits exklusiv mit ihm darüber, wie im Juni bekannt geworden war. Charter und Comcast wollen Mobilfunkdienste im Sprint-Netz anbieten.

Telekom, was nun?

Zuvor hatte auch die Deutsche Telekom bei dem Poker um Sprint mitgemischt, bis die Fusionsbemühungen ihrer Tochter T-Mobile US durch die beiden Kabelfirmen ausgebremst wurde. Sprint setzte die Verhandlungen mit T-Mobile nämlich erst einmal aus.

Die Fusion von Sprint und T-Mobile ist damit aber nicht vom Tisch. Denn das Interesse von Comcast-Chef Brian Roberts an einem Engagement bei Sprint sei eher mau, sagten Insider.

Malone hatte im Januar die Idee aufgebracht, dass sie größere Kabelfirmen zusammen tun könnten und ein Mobilfunkunternehmen kaufen könnten. Bislang sind Zusammenschlüsse in der hart umkämpften US-Mobilfunkbranche oft an Kartellbedenken gescheitert.

bs

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