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Elf Prozent weniger Gewinn Brasilien verhagelt Bayer die Bilanz

Stand: 27.07.2017, 09:09 Uhr

Vor der Übernahme von Monsanto läuft es für Bayer gar nicht mehr rund. Probleme in der Pflanzenschutzsparte und ein schwaches Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten haben zu einem Gewinneinbruch geführt.

Die überraschend vollen Lager in Brasilien machen Bayer schwer zu schaffen. Denn die dortigen Großhändler sitzen nach Abschluss der Erntesaison auf hohen Vorräten. Bayer erhält sein Geld aber erst, wenn die Großhändler Produkte an die Landwirte weiter verkauft haben.

Wegen der Lage in Brasilien wurde das Ergebnis der Agrarchemiesparte um 355 Millionen Euro belastet. Das Ergebnis der Sparte CropScience brach daher um 52 Prozent ein.

Tochter Covestro rettet das Ergebnis

Bayer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Dies hinterließ negative Spuren in der Bilanz des gesamten Konzerns. Der Gewinn sackte um gut elf Prozent auf 1,2 Milliarden Euro ab. Das operative Ergebnis vor Sonderposten (Ebit) stagnierte bei 3,05 Milliarden Euro. Dabei half die Kunststofftochter Covestro, deren Ergebnis im zweiten Quartal um fast 50 Prozent stieg.

Im Pharmageschäft profitierte Bayer von einer starken Nachfrage nach den neueren Mitteln. Andererseits schwächelte das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten.

Umsatz-Prognose gesenkt

Bereits im Juni hatte sich der Pharma- und Agrochemiekonzern wegen der unerwarteten Schwäche im Pflanzenschutzbereich von seinen Jahreszielen verabschiedet. Am Donnerstagmorgen konkretisierte Bayer die Prognose. Für 2017 rechnet das Management nun mit einem Umsatz von mehr als 49 Milliarden Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis soll im oberen einstelligen Prozentbereich wachsen.

Noch im April hatte Bayer die Ziele für dieses Jahr angehoben und einen Umsatzanstieg auf 51 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Beim bereinigten Ergebnis war ein Zuwachs im unteren Zehner-Prozentbereich angepeilt gewesen.

Aktien rutschen ab

Anleger zeigten sich ernüchtert über die neue Jahresprognose. Der Kurs von Bayer fällt zur Xetra-Eröffnung um 1,3 Prozent. Für den Analysten Peter Spengler von der DZ Bank kam das gesenkte Umsatzziel der Leverkusener nach der Gewinnwarnung von Ende Juni nicht ganz unerwartet. Er rechnete bisher mit einem Umsatz von 49,5 Milliarden Euro.

Zum Stand der geplanten Mega-Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto äußerte sich Bayer nicht. Bayer-Chef Werner Baumann hatte bereits vor einem Jahr prophezeit: "Die Übernahme von Monsanto wird kein Sprint, sondern ein Marathonlauf werden." Bis zum Jahresende, also rund eineinhalb Jahre nach Ankündigung, rechnet der Top-Manager fest mit einer Freigabe des Deals.

nb

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