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Rohstoffe

Nachtaufnahme von einer BP-Tankstelle

Fatales Quartal

BP im Sog des Ölpreises

Stand: 02.02.2016, 10:11 Uhr

Die Ölpreisflaute reißt ein riesiges Loch in die Bilanz des Ölkonzerns. Der bereinigte Gewinn hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als halbiert. Die Investoren reagieren heftig.

Die BP-Aktie stürzt im frühen Handel um mehr als sechs Prozent ab, denn die Zahlen des Ölkonzerns fielen deutlich schwächer aus, als Experten befürchtet hatten. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten brach im vierten Quartal 2015 auf 196 Millionen US-Dollar ein. Fachleute hatten mit 814,7 Millionen Dollar gerechnet. Im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn noch 2,2 Milliarden Dollar betragen.

Im Gesamtjahr 2015 halbierte sich der bereinigte Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten auf 5,9 Milliarden Dollar, nach 12,1 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Unbereinigt, also unter anderem ohne Wertberichtigungen aufgrund des gesunkenen Ölpreises, beträgt der Verlust satte 6,5 Milliarden Dollar – der höchste Verlust seit mindestens 20 Jahren.

Selbst 2010, als BP Belastungen aus der verheerenden Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko verbuchte, war das Ergebnis nicht so schlecht. Allein im vierten Quartal summierten sich die Wertberichtigungen wegen der niedrigeren Ölpreise auf 2,6 Milliarden Dollar. Die Wertberichtigungen fallen an, weil das Ölgeschäft an sich wegen der schwächeren Geschäftsbedingungen niedriger bewertet wird. Immerhin: Die Aktionäre sollen für das vierte Quartal eine Dividende von 10 Cent je Aktie erhalten.

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Ölpreis bleibt "herausfordernd"

Bob Dudley, CEO BP Group

Bob Dudley. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Der sinkende Ölpreis ist für das Unternehmen also kaum zu kompensieren. Seit Mitte 2014 ist er auf Talfahrt, seitdem hat der Ölpreis rund 70 Prozent verloren. So habe der Durchschnittspreis für Öl der Sorte Brent im abgelaufenen Geschäftsjahr 44 Dollar pro Barrel betragen. Im Jahr 2014 seien es noch 77 Dollar gewesen. BP hat deshalb bereits Sparmaßnehmen eingeleitet. Neben deutlich weniger Investitionen will der britische Ölkonzern wie bereits bekannt bis Ende 2017 rund 7.000 Stellen streichen. Das Management erwartet kurzfristig weiterhin ein "herausforderndes  Ölpreisniveau".

Zuletzt hatten Sorgen um den Zustand der chinesischen Wirtschaft den Druck auf das ohnehin niedrige Niveau noch verschärft. Nach Ansicht der VP Bank ist eine Erholung der Preise allerdings wahrscheinlich. "Angesichts des tiefen Rohölpreises wird sich das Angebot verknappen", schreibt Rolf Kuster, Investment Strategist.

ts

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