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Wochenausblick

Blaues Kreisverkehr-Schild mit weißen Pfeilen

Hoffen auf nachösterliche Impulse

Börsen auf Richtungssuche

Stand: 28.03.2016, 11:40 Uhr

Nach einer fünfwöchigen Gewinnserie scheint die Luft an den Börsen vorerst raus. Der Dax pendelt um die 10.000-Punkte-Marke. Ob er sie in der verkürzten Osterwoche nachhaltig überwinden kann, hängt vom Ölpreis und der US-Konjunktur ab.

Bricht jetzt (mit Verspätung) die Fastenzeit an? Oder geht die Völlerei nach einer kurzen Verdauungspause wieder los? In der vergangenen Karwoche jedenfalls mussten die Börsen etwas abspecken. Der Dax verlor auf Wochensicht gut ein Prozent und beendete seine fünfwöchige Klettertour. Und auch an der Wall Street ging die Erfolgsserie zu Ende. Der Dow gab 0,5 Prozent nach.

Ölpreis gibt den Takt vor

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Die Terroranschläge in Brüssel verunsicherten die Anleger nur kurz. Als größere Belastung erwies sich der wieder fallende Ölpreis, der die Sorgen vor einer schwächelnden Weltkonjunktur wieder anheizte. Am Montag kam leichte Entwarnung: der Ölpreis zog wieder etwas an. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuerte sich auf 40,75 US-Dollar. Die Richtung des Ölpreises dürfte auch in der verkürzten Osterwoche den Takt an den Börsen vorgeben.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Experten bleiben skeptisch. Da der Dax sein Niveau über 10.000 Punkte erneut nicht halten konnte, steige die Gefahr eines Schwächeanfalls, meint Marktstratege Andreas Paciorek von CMC Markets. Analyst Manfred Bucher von der BayernLB prophezeit, dass die Börsen in den kommenden Wochen schwankungsanfällig bleiben. Weder die Weltkonjunktur noch die Unternehmensgewinne dürften kurzfristig nachhaltige Aufwärtsimpulse liefern. Zudem dürfte der Rückenwind durch die Ölpreiserholung nachlassen. Dagegen dürfte die weiter sehr lockere Geldpolitik der Notenbanken die Kurse antreiben.

Dreht die Fed früher an der Zinsschraube?

Ob die Fed ihre lockere Gangart behält, könnte sich am Freitag herausstellen. Dann werden die Arbeitsmarktdaten für den Monat März veröffentlicht. Volkswirte rechnen mit 200.000 neu geschaffenen Stellen. Sollten es weniger sein, dürfte der Druck auf die US-Notenbank nachlassen, bald die Zinsen zu erhöhen. Sollten aber mehr Jobs im März entstanden sein als erwartet, könnten Spekulationen auf eine Anhebung der Zinsen schon im April wieder aufflammen. Das würde die Börsen wohl eher belasten.

Aufschlussreich dürfte auch der ISM-Index als Stimmungsbarometer des verarbeitenden Gewerbes in den USA sein. Volkswirte erwarten einen Anstieg des Konjunkturindikators auf 50,2 Punkte- nach 49,5 Zählern im Februar.

Fallen die Preise in Europa weiter?

In der Eurozone richten sich die Blicke der Anleger auf die Entwicklung der Verbraucherpreise im März. Sie stehen am Donnerstagvormittag auf der Agenda. Im Februar waren die Preise um 0,2 Prozent gefallen. Das hatte die Deflationssorgen neu angeheizt. Die Entwicklung der Inflation ist ein entscheidender Faktor für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Bleibt sie so extrem niedrig wie jetzt, dürfte EZB-Präsident Mario Draghi weitere expansive Maßnahmen durchführen.

Auf der Unternehmensseite geht es in der Osterwoche gemächlich zu. Die Berichtssaison ist so gut wie zu Ende. Nur noch ein paar Nachzügler aus der zweiten Reihe wie ElringKlinger aus dem SDax und SMA Solar aus dem TecDax legen ihre Jahreszahlen vor.

nb

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