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Stromspeicher

BMW i3

Vorbild Tesla

BMW: Batterien für Hausbesitzer

Stand: 22.01.2016, 11:07 Uhr

Im Frühjahr letzten Jahres hat der Elektroautobauer Tesla erstmals Batterien für zu Hause vorgestellt. Jetzt drängt auch BMW auf den Markt für private Stromspeicher.

Der "Wirtschaftswoche" sagte ein Manager des Münchner Autokonzerns: "Wir wollen ein neues Geschäftsfeld rund um Speichertechnologien aufbauen." Demnach plant BMW, noch in diesem Jahr den  Verkauf von Stromspeichern mit intelligentem Energiemanagement  für Privathaushalte und Kleingewerbe zu starten.

Die 22 Kilowattstunden starken Anlagen sollen überschüssigen Strom von Solaranlagen für Elektroautos sowie Eigenheime nutzen. Sie bestehen aus den gleichen Akkus wie die Batterien im BMW-Elektroauto i3 und sollen den Anwendern ermöglichen, unabhängig von der Stromversorgung aus dem öffentlichen Netz zu werden.

Kein Neuling

In Kombination mit einer Photovoltaikanlage und intelligentem Energiemanagement könnten diese Akkus "ohne Umbauten" als Batteriespeicher für Eigenheime und Kleingewerbe genutzt werden, wird ein BMW-Sprecher im "Handelsblatt" zitiert.

BMW ist kein völliger Neuling im Batteriespeicher-Geschäft. Zusammen mit dem Automobilzulieferer Bosch und dem schwedischen Energiekonzern Vattenfall lässt BMW gebrauchte Batterien aus Elektrofahrzeugen neu verwerten. Dabei werden die alten Akkus zu einem großen Stromspeicher zusammengeschaltet.

Baldiger Durchbruch erhofft

Mit der neuen Ankündigung setzt BMW offenbar auf den baldigen Durchbruch der Speicherbatterien für Jedermann. Tesla hatte im April 2015 mit der Ankündigung eine 3.000-Dollar-Batterie für Eigenheimspeicher einen Hype ausgelöst, wittern Experten dabei doch einen Milliardenmarkt.

Offenbar stehen die Chancen dafür recht gut. Einer Studie der Unternehmensberatung PwC zufolge könnten sich Akkus kombiniert mit einer Photovoltaikanlage in Deutschland wirtschaftlich schon ab 2017 rechnen. Der Grund: die Bundesregierung hat die Vergütung von Solarstrom drastisch reduziert. Dabei steigen gleichzeitig die Strompreise.

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Es wird rentabler

PwC geht davon aus, dass sich die Förderung für Solarstrom bis 2020 auf etwa 6,8 Cent pro Kilowattstunde halbieren wird, der Strompreis im gleichen Zeitraum aber auf rund 34 Cent pro Kilowattstunde klettert. Die Folge: Es werde von Jahr zu Jahr nicht nur rentabler selbst Solarstrom zu erzeugen, sondern die Sonnenergie vom Tag auch für die Nacht- und Abendstunden zu speichern.

Diese Perspektive werde um so interessanter, als die Preise für Lithium-Ionen-Batterien immer weiter nachgeben. Zudem wird die Leistungsfähigkeit dieser Batterien immer besser - und ihr Gewicht immer kleiner. Somit könnten die Zeiten, in denen Batteriespeicher nur eine Nische in der neuen Energielandschaft besetzen, bald vorbei zu sein.

Auch andere Autofirmen haben Interesse

Aktuell ist der Markt für Energiespeicher in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage allerdings noch sehr klein. Von den 1,5 Millionen Hausbesitzern, die in Deutschland eine Solaranlage besitzen, haben sich nach Angaben des Bundesverbands der Solarwirtschaft erst rund 30.000 einen Stromspeicher zugelegt. Bis zum Jahr 2020 rechnet der verband mit einem jährlichen Wachstum von 20 bis 30 Prozent.

An dieser Entwicklung wollen auch andere teilhaben. So lässt Daimler derzeit im sächsischen Kamenz Batterien sowohl für den E-Smart als auch für Privathaushalte bauen. Dazu haben sich die Stuttgarter die Zusammenarbeit mit dem schwäbischen Energieversorger EnBW gesichert.

Auch Audi und Porsche wollen ins Energiegeschäft einsteigen. Zu den Profiteuren dieser Entwicklung gehört übrigens auch SMA Solar. Das bei Kassel ansässige Unternehmen wandelt den Gleichstrom aus den Batterien in haushaltsüblichen Wechselstrom um.

lg

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