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Strategie angepasst

Blackrock: Fed muss wieder lockern

Stand: 12.02.2016, 10:19 Uhr

Der Vermögensverwalter Blackrock, der auch an nahezu jedem Dax-Konzern beteiligt ist, erwartet keine weiteren Zinsanhebungen der US-Notenbank mehr in diesem Jahr. Im Gegenteil.

Der weltgrößte Vermögensverwalter erwartet, dass die US-Notenbank Federal Reserve ihren gerade erst angehobenen Leitzins wieder senken muss. Anleihe-Chefstratege Jeffrey Rosenberg ist überzeugt, dass es nicht nur keine weiteren Zinserhöhungen geben werde, sondern die Fed ihre erst im Dezember vollzogene Anhebung wieder zurücknehmen müsse.

Der seit Jahresbeginn zu beobachtende Einbruch der Aktienmärkte und die wachsende Angst vor einem Einbruch der US-Wirtschaft sollten die Fed zu einer Umkehr ihrer Geldpolitik bewegen, so Rosenberg.

Strategie angepasst

Blackrock hat deshalb seine Bond-Strategie den neuen Erwartungen angepasst und favorisiert nun den Einstieg in Anleihemärkte von Industriestaaten ohne die USA. Auch will Blackrock nun mehr in Kurzfristanleihen investieren. Zudem steht der Vermögensverwalter dem Kauf von Staatsschulden in den Entwicklungsstaaten freundlicher gegenüber.

Für die US-Notenbank ist eine Rücknahme der im Dezember erstmals seit fast zehn Jahren angehobenen Zinsen natürlich kein Thema. Erst in den vergangenen Tagen hatte Fed-Chefin Janet Yellen vor dem US-Kongress gesagt, sie glaube nicht, in absehbarer Zeit die Zinsen wieder lockern zu müssen.

Leitzinsen Fed vs. Eurozone

Leitzinsen Fed vs. Eurozone. | Bildquelle: Fed, EZB

Fed wartet ab

Gleichzeitig will die Notenbank aber alles unternehmen, um das Ziel der Gewährleistung der Vollbeschäftigung und der Preisstabilität zu erreichen. Yellen räumte ein, dass die Finanzierungsbedingungen in den USA wegen der gesunkenen Aktienkurse, höherer Kreditkosten für riskantere Schuldner und der Erstarkung des US-Dollars jüngst weniger wachstumsfreundlich geworden seien. Würde diese Entwicklung anhalten, sei mit schlechteren Aussichten für das Wirtschaftswachstum und den Arbeitsmarkt zu rechnen.

Allerdings sind für Yellen auch negative Zinsen wie in Schweden oder Japan kein Tabu. Bei ihrer Anhörung vor dem Kongress schloss sie nicht aus, dass die Zentralbank auch einmal zu diesem Mittel greifen könnte.

lg

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